Kaisersesch

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kaisersesch
Kaisersesch
Deutschlandkarte, Position der Stadt Kaisersesch hervorgehoben
50.2322222222227.1394444444444410Koordinaten: 50° 14′ N, 7° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Cochem-Zell
Verbandsgemeinde: Kaisersesch
Höhe: 410 m ü. NHN
Fläche: 8,18 km²
Einwohner: 3052 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 373 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56759
Vorwahl: 02653
Kfz-Kennzeichen: COC, ZEL
Gemeindeschlüssel: 07 1 35 045
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 47
56759 Kaisersesch
Webpräsenz: www.kaisersesch.org
Stadtbürgermeister: Gerhard Weber[2] (CDU)
Lage der Stadt Kaisersesch im Landkreis Cochem-Zell
Kalenborn (bei Kaisersesch) Eppenberg (Eifel) Laubach (Eifel) Leienkaul Müllenbach (bei Mayen) Hauroth Urmersbach Masburg Düngenheim Kaisersesch Landkern Illerich Eulgem Hambuch Gamlen Zettingen Kaifenheim Brachtendorf Ulmen (Eifel) Alflen Auderath Filz (Eifel) Wollmerath Schmitt Büchel (Eifel) Wagenhausen (Eifel) Gillenbeuren Gevenich Weiler (bei Ulmen) Lutzerath Bad Bertrich Urschmitt Kliding Beuren (Eifel) Moselkern Müden (Mosel) Treis-Karden Lütz Lieg Roes Möntenich Forst (Eifel) Dünfus Brohl Binningen (Eifel) Wirfus Brieden Kail Pommern (Mosel) Briedel Altlay Peterswald-Löffelscheid Haserich Sosberg Forst (Hunsrück) Altstrimmig Reidenhausen Mittelstrimmig Blankenrath Panzweiler Walhausen Schauren (bei Blankenrath) Tellig Hesweiler Liesenich Moritzheim Grenderich Zell (Mosel) Neef Bullay Sankt Aldegund Alf (Mosel) Pünderich Greimersburg Klotten Faid Dohr Bremm Bruttig-Fankel Senheim Nehren (Mosel) Ediger-Eller Mesenich Valwig Ernst (Mosel) Beilstein (Mosel) Ellenz-Poltersdorf Briedern Cochem Landkreis Vulkaneifel Landkreis Bernkastel-Wittlich Landkreis Mayen-Koblenz Rhein-Hunsrück-KreisKarte
Über dieses Bild
Historischer Ortskern, Kirche

Kaisersesch ist eine Stadt im Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Kaisersesch, der sie auch angehört. Kaisersesch ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[3]

Lage[Bearbeiten]

Die Stadt Kaisersesch liegt am Rande der Eifel, zwischen Ost- und Vulkaneifel etwa 12 Kilometer nördlich der Mosel.

Geschichte[Bearbeiten]

Neben vorrömischen Hügelgräbern im südwestlich der Stadt gelegenen Waldgebiet Langheck und einem römischen Brandgräberfeld im Bereich der heutigen Bahnhofstraße lässt auch die heute noch sichtbare Trasse der römischen Straße zwischen Andernach und Trier, der so genannte „Römerwall“ in der Langheck, auf frühere Siedlungstätigkeiten schließen.

Zwischen 1051 und 1056 wurde der Ort Esch erstmals in einer Schenkungsurkunde erwähnt. Esch war seit 1294 als Gerichtsort Teil von Kurtrier. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde die Stadt 1689 von den Franzosen fast vollständig zerstört. Ab 1794 stand Kaisersesch unter französischer Herrschaft, 1815 wurde der Ort auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Seit 1946 ist er Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Stadtrechte[Bearbeiten]

Das zuvor vom Trierer Erzbischof Balduin von Luxemburg befestigte [4] Dorf Esch erhielt 1321 von König Ludwig IV. dem Bayern (Römisch-deutscher Kaiser ab 1328) Marktrecht und sonstige Freiheiten nach dem Frankfurter Stadtrecht.[5] Diese Stadtrechte gingen nach den Koalitionskriegen und der französischen Herrschaft verloren - gleichwohl verblieb das bald nach der Stadtrechtsverleihung (1339: Keysers-Esch) geführte Kaisers... im Ortsnamen. Am 22. November 1997 erhielt Kaisersesch die Stadtrechte zurück.[6]

Gemeindewappen[Bearbeiten]

Das zugleich auch für die Verbandsgemeinde geführte und 1954 verliehene Gemeindewappen geht auf ein altes Schöffensiegel des Amtsortes Kaisersesch von 1502 zurück. Die Blasonierung zeigt in Silber ein durchgehendes rotes Kreuz, im ersten Winkel (heraldisch rechts) einen sechsstrahligen schwarzen Stern über einem liegenden schwarzen Halbmond. Das Kreuz nimmt auf die kurtrierische Landesherrschaft Bezug und die in rheinischen Siegeln nicht selten vertretenen Symbole Stern und Halbmond verweisen wohl auf einen Gerichtsort, vielleicht aber auch auf ein Marienpatronat.[7]

Gerichtssiegel des Schöffengerichts Kaisersesch

Jüdische Gemeinde[Bearbeiten]

Vermutlich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ließen sich Juden in Kaisersesch nieder. Zur Synagogengemeinde gehörten in den 1930er Jahren auch Düngenheim, Hambuch, Illerich und Müllenbach. Die Größe der jüdischen Gemeinde belief sich 1885 auf 31, 1925 auf 29, 1932 auf 50 und im Jahr 1939 noch auf 27 Mitglieder. Wann die örtliche Synagoge bezogen wurde, ist unbekannt. 1938 wurde das Gebetshaus an der Ecke Koblenzer- und Balduinstraße verwüstet, später wurde es als Wohnhaus umgebaut.[8] Der jüdische Friedhof „auf der Klopp“ wurde von 1920 bis 1942 belegt und ist heute noch erhalten.

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Kaisersesch besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im Stadtrat:[9]

Wahl SPD CDU UBL FWG Gesamt
2009 3 11 5 1 20 Sitze
2004 3 12 4 1 20 Sitze

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Römischer Straßendamm in der Langheck (so genannter „Römerwall“), im Verlauf teilweise identisch mit einer mittelalterlichen Landwehr[10]
  • Katholische Pfarrkirche St. Pankratius von 1898 bis 1900 (Architekt Lambert von Fisenne) mit dem Wahrzeichen der Stadt, dem schiefen Kirchturm aus dem 14. Jahrhundert[11]
  • „Altes Gefängnis“ im historischen Ortskern, ehemaliges kurtrierisches Amtshaus (Burgmannenhaus) mit mittelalterlichem Kern, heute Heimatmuseum[12]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Kaisersesch

Verkehr[Bearbeiten]

Ein Triebwagenzug wartet am
10. September 2011 auf die Rückfahrt nach Gerolstein

Kaisersesch besitzt einen Bahnhof an der Eifelquerbahn. Zwischen Kaisersesch und Andernach verkehren Regionalbahnen der Deutschen Bahn AG mit Anschluss nach Köln und Koblenz. In den Sommermonaten verkehren zusätzlich Züge mit einem historischen Dieseltriebwagen über Ulmen (Eifel) und Daun nach Gerolstein, wo Anschluss an die Regionalzüge nach Köln und Trier besteht. Außerdem liegt Kaisersesch unmittelbar an der Bundesautobahn 48.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kaisersesch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.rhein-zeitung.de/regionales_artikel,-CDU-Kandidat-setzt-sich-in-Kaisersesch-durch-keine-Entscheidung-in-Masburg-_arid,511407.html
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. „Ehemalige Stadtbefestigung (Kaisersesch)" in KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital.
  5. Landeshauptarchiv Koblenz, 1A 3001
  6. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 204 (PDF; 2,6 MB)
  7. Chronik der Stadt Kaisersesch (Werner Schumacher)
  8. „Synagoge, ehemaliger Standort Ecke Koblenzer- und Balduinstraße (Kaisersesch)” in KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital.
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  10. Cochem-Zell: Landschaft an der Mosel 2005, S. 121ff.
  11. Denkmalverzeichnis Kreis Cochem-Zell 2011, S. 27
  12. ebd.