Kaispeicher A

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Überbauung des Kaispeichers A zur Elbphilharmonie, 2011

Der Kaispeicher A ist der Name eines ehemaligen Lagerhauses im Hamburger Hafen auf dem Großen Grasbrook, der heutigen HafenCity. Er stand in exponierter Lage auf einem Höft zwischen Sandtorhafen und Grasbrookhafen. In erster Ausführung wurde er 1875 durch Johannes Dalmann erbaut und zu Ehren Wilhelms I. auch Kaiserspeicher genannt.

Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und späterem Abriss des erstem Kaispeichers A entstand an gleicher Stelle 1963 der zweite Kaispeicher A nach dem Entwurf von Werner Kallmorgen.

Seit 2005 werden die Außenmauern dieses Kaispeichers in den Bau der Elbphilharmonie der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron einbezogen.

Erster Kaispeicher A von Johannes Dalmann (1875)[Bearbeiten]

Kaispeicher A von 1875, sogenannter Kaiserspeicher, mit dem Zeitball an der Spitze
Blick vom Turm in den Hof des Kaiserspeichers 1877, links Dalmannkai am Sandtorhafen, rechts Kaiserkai am Grasbrookhafen

Der erste Kaispeicher A, der sogenannte Kaiserspeicher, ist 1875 in der Folge des Hafenumbaus zum offenen Tidehafen auf der sogenannten Johns’sche Ecke nach Plänen des Wasserbaudirektors Johannes Dalmann erbaut worden. Der markante trapezförmige Grundriss zwischen Dalmannkai und Kaiserkai entstand durch die Begradigung der Kaizunge bei der Anlage der Hafenbecken. Der Backsteinbau war unterkellert, hatte ein Paterregeschoss für den Warenumschlag und vier Böden zur längerfristigen Lagerung. Die Außenseiten waren mit verschiedenen Hebezeugen bestückt, so standen sowohl hydraulische Krane wie Dampfkrane zur Verfügung. Sie konnten Lasten mit bis zu 1,5 Tonnen direkt aus Schiffen vor die Luken der Böden heben.

Zum Abtransport der Güter wurden Eisenbahngleise sowohl an den beidseitigen Kais wie im Innenhof des Speichers verlegt. Der Turm des Gebäudes war ein weithin sichtbares Wahrzeichen des Hafens mit einem Zeitball auf der Spitze, der zweimal täglich zur festgesetzten Uhrzeit fiel.[1]

Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Speicher durch Bomben beschädigt. 1963 sprengte man den unzerstört gebliebenen Turm mit dem Zeitball und trug die Ruinen für einen Neubau ab.

Zweiter Kaispeicher A von Werner Kallmorgen (1963)[Bearbeiten]

Der Kaispeicher A von 1963, Ansicht von Südwesten

Der neue Kaispeicher A nach Plänen des Architekten Werner Kallmorgen wurde 1963 auf 1111 Betonpfählen errichtet, die durch den Elbschlick und weiche Bodenschichten aus Klei und Torf in die darunterliegenden tragfähigen Sande gerammt wurden. Die Pfähle haben einen durchschnittlichen Durchmesser von 50 Zentimetern und waren ausgelegt, ein Gewicht von je 160 Tonnen zu tragen. Die längeren Seiten des roten Backsteingebäudes maßen 108 und 85 Meter, die Höhe betrug 30 Meter, die aufgebaute Elbphilharmonie ist um 73 Meter höher.

Im Kaispeicher A wurden vor allem Kakao und Kaffee aus Übersee gelagert, nachdem sie mit großen Portalkränen von den Schiffen gelöscht wurden. Im Gegensatz zu den Gebäuden der Speicherstadt war er der einzige Speicher, der direkt an seeschifftiefem Wasser lag. Durch die zunehmende Containerisierung im Seehandel ging der Bedarf für derartige Lagerflächen ab Anfang der 1970er Jahre weitgehend zurück.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Ulrich Cornehl: Raummassagen. Der Architekt Werner Kallmorgen 1902–1979. Dölling & Galitz, Hamburg 2003, ISBN 393554944X, S. 370–372.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kaispeicher A – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Arnold Kludas, Dieter Maass, Susanne Sabisch: Hafen Hamburg. Die Geschichte des Hamburger Freihafens von den Anfängen bis zur Gegenwart, Hamburg 1988, S. 31 f.

53.5413888888899.9841666666667Koordinaten: 53° 32′ 29″ N, 9° 59′ 3″ O