Kalé

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Kalé-Mädchen, Aufnahme aus dem Jahr 1917

Die Kalé (von rom. kalo „schwarz“) sind eine Untergruppe der Roma hauptsächlich in Spanien (dort span. Gitanos genannt), Portugal (por. Ciganos) und Südfrankreich (frz. Gitans). Als auf der iberischen Halbinsel alteingesessene Gruppe werden sie nach Sprache und Kultur unterschieden von den erst seit dem 19. Jahrhundert dort zugewanderten Roma aus Osteuropa, für die sich im Spanischen die unterscheidende Fremdbezeichnung Hungaros (eigentlich: „Ungarn“) eingebürgert hat.

Die Sprache der Kalé, von ihnen selbst Caló und in der Sprachwissenschaft auch Ibero-Romani genannt, ist keine Romani-Sprache mehr, sondern eine Para-Romani-Sprache, da sie nicht nur in Lautung und Wortschatz, sondern auch in Syntax und Morphologie so stark durch ihre romanischen Kontaktsprachen geprägt ist, dass sie als deren Variante, und nicht mehr als Romani-Variante gilt.

Die Kalé waren traditionell als Pferdehändler tätig und sind berühmt als Musiker und Tänzer für den spanischen Flamenco.

Die Kalé sind, ebenso wie andere Roma, in ganz Europa Zielscheibe rassistisch motivierter Aktionen bis hin zur Ausgrenzung und Absprechung gleicher Rechte.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Miranda Vuolasranta: Roma und Sinti - Europäische Identitäten Antiziganismus muss erkannt und bekämpft werden!, Berliner Blätter - Ethnographische und ethnologische Beiträge, Heft 39/2006, LIT Verlag, Münster 2006, S. 20