Kalamis

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Omphalos Apollo, römische Kopie einer Statue wohl von Kalamis, um 480 bis 460 v. Chr.

Kalamis war ein griechischer Bildhauer. Sein Wirken um 470 bis 440 v. Chr. bezeichnet die Blütezeit des anmutig-zierlichen Stils der älteren strengen Kunst vor der großen Epoche des Phidias.

Die chronologischen Widersprüche wurden in der Forschung durch die Annahme von mehreren gleichnamigen Bildhauern mit variierender Zuweisung der überlieferten Werke zu lösen gesucht. Da kein Werk ausreichend sicher identifiziert ist, bleibt Kalamis eine unbekannte Größe.

Antike Schriftsteller schreiben ihm zahlreiche Werke zu: Pausanias sah auf der Akropolis von Athen eine Statue der Aphrodite, Sosandra genannt, die von Lukian unter den ausgezeichnetsten Frauenstatuen aufgeführt wird; ferner im Kerameikos einen Apollon.

In Tanagra in Böotien befanden sich, ebenfalls nach den Angaben des Pausanias, ein Hermes als Widderträger, ein Dionysos aus parischem Marmor und ein Triton.

Ein Kultbild des Zeus Ammon hatte Pindar in Theben geweiht; eine ungeflügelte Nike stifteten die Mantineier nach Olympia, betende Knaben in Bronze die Agrigentiner ebenfalls nach Olympia.

Zwei Rennpferde mit Knaben darauf fertigte Kalamis für Olympia im Auftrag des Hieron.

Nach Delphi weihten die Spartaner eine Hermione. Eine Alkmene wird von Plinius gerühmt.[1] Derselbe erwähnt auch einen Apollon aus Marmor in den Servianischen Gärten in Rom, ferner eine bronzene Kolossalstatue des Apollon, den Marcus Terentius Varro Lucullus 72 v. Chr. aus Apollonia Pontike raubte und in Rom auf dem Kapitol aufgestellt hatte.[2]

Kalamis war auch als Ziseleur in Silber berühmt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kalamis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Plinius, Naturalis historia 34, 71.
  2. Plinius, Naturalis historia 34, 39.
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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