Kalapodi

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Ortsgemeinschaft Kalapodi
Τοπική Κοινότητα Καλαποδίου
(Καλαπόδι)
Kalapodi (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat Griechenland
Region Mittelgriechenland
Regionalbezirk Fthiotida
Gemeinde Lokri
Geographische Koordinaten 38° 38′ N, 22° 53′ O38.63333333333322.883333333333Koordinaten: 38° 38′ N, 22° 53′ O
Höhe ü. d. M. 350 m
(Durchschnitt)
Fläche 37,659 km²
Einwohner 444 (2011[1])
Bevölkerungsdichte 11,80 Ew./km²
Kirche Evangelismou tis Theotokou in Kalapodi.

Kalapodi (griechisch Καλαπόδι) ist ein Ort in Mittelgriechenland. Er liegt in der Nähe des größeren Ortes Atalandi in der Gemeinde Lokri und ist vor allem durch seine archäologische Stätte bekannt.

Heiligtum[Bearbeiten]

Das Heiligtum wurde in der mykenischen Zeit gegründet und scheint ohne Unterbrechung bis in die Römische Kaiserzeit in Benutzung gewesen zu sein. Deshalb ist der Ort von großer Bedeutung für die Erforschung der sogenannten Dunklen Jahrhunderte auf dem griechischen Festland. In der archaischen Zeit wurden zwei Tempel errichtet, von denen der nördliche wahrscheinlich dem Gott Apollon gewidmet war, der südliche dessen Schwester Artemis. 480 v. Chr. wurde das Heiligtum durch die Perser zerstört; nur der nördliche Tempel wurde danach wieder aufgebaut.

Die Stätte steht unter der Aufsicht der 14. Ephorie für Prähistorische und Klassische Altertümer.

Archäologische Forschungen[Bearbeiten]

Kalapodi wurde zwischen 1972 und 1982 unter der Leitung von Rainer Felsch ausgegraben. Seit 2004 werden die Forschungen als Projekt des Deutschen Archäologischen Instituts Athen in Kooperation mit der ETH Zürich unter der Leitung von Wolf-Dietrich Niemeier fortgeführt. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem südlichen Tempel und seinen Vorgängerbauten, die nach neuesten Erkenntnissen mindestens bis in das 14. Jahrhundert v. Chr., wenn nicht sogar in die mittelhelladische Zeit zurückreichen. Weihgeschenke von der prähistorischen bis in die römische Zeit geben außerdem Aufschluss über die Entwicklung des Kultes. Die Ergebnisse dieser Grabungen deuten darauf hin, dass das Heiligtum von Kalapodi das lange gesuchte Orakel von Abai ist.

Während der Kampagne im Sommer 2009 wurden die Arbeiten in einem von der Gerda Henkel Stiftung geförderten Filmprojekt namens L.I.S.A.video aufgezeichnet. Die Aufnahmen wurden in zehn Folgen auf L.I.S.A., dem Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung, veröffentlicht.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ergebnisse der Volkszählung 2011 beim Nationalen Statistischen Dienst Griechenlands (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Excel-Dokument, 2,6 MB)