Kalenderentwürfe

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Kalenderentwürfe sind Kalender, die aus politischen, religiösen, astrologischen, astronomischen, literarischen oder wirtschaftlichen Gründen oder lediglich als Gedankenspiel entworfen wurden und nur für kurze Zeit offiziell genutzt wurden oder lediglich vorgeschlagen wurden, um den allgemein üblichen (meist gregorianischen) Kalender zu verbessern, zu ergänzen oder abzulösen.

Kritik am Gregorianischen Kalender[Bearbeiten]

Der gregorianische Kalender dient als Grundlage der internationalen Norm ISO 8601 und wird weltweit eingesetzt, z.T. allerdings parallel zu traditionellen lokalen Systemen. Bis auf die Schaltregel entspricht er dem älteren Julianischen Kalender. Trotzdem gibt es einige historisch oder systematisch bedingte Schwächen in Bezug auf verschiedene Anwendungsgebiete, die entsprechend kritisiert werden.

  • Die Monate sind mit 28 oder 29, 30 und 31 Tagen ungleichmäßig lang.
  • Die kurzen und langen Monate sind unregelmäßig über das Jahr verteilt, sodass auch die Quartale ungleich lang sind.
  • Weder Jahre, Halbjahre, Quartale noch Monate korrespondieren mit dem siebentägigen Wochenzyklus, sodass es 14 verschiedene Jahreskalender gibt (je 7 Varianten des Gemeinjahres und des Schaltjahres). Daher liegen jährliche Festtage etc. im Folgejahr entweder auf einem anderen Wochentag oder auf einem anderen Datum.
  • Die Nummerierung der Jahre, d.h. die Festlegung der Epoche, ist christlich bestimmt und damit nicht konfessionell neutral.
  • Die Schaltjahre sind nicht regelmäßig über den 400-Jahres-Zyklus verteilt.
  • Das durchschnittliche Jahr ist mit 365,2425 Tagen etwas länger als das astronomische Jahr, wobei es verschiedene Möglichkeiten gibt, es zu bestimmen.
  • Die Monate stimmen nicht mit den Mondphasen überein.
  • Namen für Wochentage und Monate basieren in vielen Sprachen auf veralteten Konzepten, für das Deutsche bspw.:
    • Januar, März, Mai und Juni gehen auf römische Gottheiten zurück.
    • Juli und August sind nach römischen Kaisern benannt.
    • September, Oktober, November und Dezember basieren auf den lateinischen Ordinalzahlen 7 bis 10 statt 9 bis 12, da die Monatszählung früher mit dem März begann.
    • Dienstag, Donnerstag und Freitag haben ihre Namen von germanischen Gottheiten.
    • Mittwoch liegt zwar in der Mitte der fünftägigen Arbeitswoche und der am Sonntag beginnenden christlichen Woche, aber nicht der am Montag beginnenden zivilen 7-Tage-Woche.

Anforderungen an einen weltweit geltenden kulturneutralen Kalender[Bearbeiten]

Von verschiedenen Seiten werden unterschiedliche Anforderungen an einen neuen Kalender gestellt, die sich teilweise widersprechen. Einige sind radikal-schematisch oder rein ästhetischer Natur, andere sind eher konservativ, um die Akzeptanz oder Kompatibilität mit dem bisherigen oder mit religiösen Festkalendern zu sichern.

Astronomischer Bezug
Die meisten Kalender-Entwürfe orientieren sich mehr oder weniger stark an den Umlaufzeiten der Erde um die Sonne (Jahr) und des Mondes um die Erde (Monat und Woche) sowie an der Zeit für die Erddrehung um die eigene Achse (Tag). Jeder Entwurf muss berücksichtigen, dass hier keine ganzzahligen Verhältnisse bestehen und in absehbarer Zeit auch nicht zu erwarten sind. Eine dauerhafte Übereinstimmung der Zeitpunkte von Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen mit Monats- bzw. Quartalsgrenzen sind infolge der nicht-harmonischen Gegebenheiten der Himmelsmechanik in einem arithmetischen Kalender nicht möglich. Dies wird zum Beispiel daran deutlich, dass der Nordsommer um einige Tage länger ist als der Nordwinter.
Harmonie, Ästhetik
Die meisten Entwürfe haben unter anderem das Ziel, die Zahl von Tagen pro Woche, von Tagen und Wochen pro Monat oder Quartal, sowie der Tage, Wochen und Monate pro Jahr entweder gleich oder in einer einfachen Abfolge zu halten.
Datum-Wochentag-Korrelation
In einem perpetuellen Kalender liegt jedes Tag-Monat-Datum alljährlich auf demselben Wochentag. Dafür ist es notwendig, entweder eine Schaltwoche zu interkalieren oder einzelne Tage außerhalb des Wochenzyklus einzuführen. Letzteres wird insbesondere von Vertretern abrahamitischer Religionen abgelehnt, für die die ungebrochene Folge vollständiger Wochen eine große Bedeutung hat. In der Antike sind bei größeren Zahlendiskrepanzen Schaltmonate, oft unregelmäßig nach Bedarf und von ungleichmäßiger Länge, interkaliert worden.
Wochen und Monate
Einige Religionen bestehen auf das Fortbestehen des Siebentagesrhythmus, obwohl aus praktischen Gründen auch 5, 6, 8 oder 10 Tage pro Woche vorgeschlagen wurden. Über den bevorzugten ersten und letzten Tag der Woche gibt es verschiedene Ansichten. Ebenso gibt es Widerstand gegen eine Änderung der Zahl von 12 Monaten (vgl. Sternzeichen) auf 10 oder 13.
Schaltregel
Es gibt sowohl Verfechter rein arithmetischer Schaltregeln, da auch sogenannte „astronomische Konstanten“ bei sehr langen Zeiträumen eben nicht mehr konstant sind, als auch Verfechter astronomischer, auf Beobachtung angewiesener Regeln, insbesondere bei Kalendern, welche die Mondphasen berücksichtigen.
Kompatibilität
Um den Übergang zu einem neuen Kalendersystem zu erleichtern, zielen einige Entwürfe auf eine möglichst große Kompatibilität mit dem gregorianischen Kalender ab. Dies gilt auch für manche Kalender mit Schaltwochen, die sich dazu an ISO 8601 orientieren.
Neutralität
Die historische Bindung des aktuellen Kalenders an bestimmte Religionen und Kulturen wird vielfach kritisiert. Diesbezügliche Änderungen werden allerdings meist mit anderen kombiniert.

Vergleich einiger Kalenderentwürfe[Bearbeiten]

Dem Gregorianischen Kalender werden die beiden vorübergehend bereits umgesetzten Reformkalender aus der Ersten Französischen Republik und der Sowjetunion sowie mehrere vorgeschlagene Kalenderentwürfe anhand einiger Kriterien gegenübergestellt.

Kalenderentwürfe (Angaben für Schaltjahre in runden Klammern)
Kalender Tage pro Tage ohne Woche Monate pro Jahr Wochen pro Monat perpetuell Schalt­objekt Jahre pro Zyklus Jahres­varianten
Jahr Monat Woche
Gregorianisch 365 (366) 28 (29), 30, 31 7 12 nicht fest nein Tag 400 14
Schaltwoche 364 (371) [28, 35] 7 [12, 13] [4, 5] ja Woche 400 2
Französisch 365 (366) 30 10 5 (6) 12 3 nein Tag astronomisch 2
Sowjetisch ’29 365 (366) 30 5 5 (6) 12 6 ja Tag 400 2
Sowjetisch ’31 365 (366) 30 6 5 (6) 12 5 ja Tag 400 2
Welt 365 (366) 30, 31 7 1 (2) 12 nicht fest ja Tag  ? 2
Cotsworth/
Eastman
365 (366) 28 7 1 (2) 13 4 jein Tag  ? 2
Comte 365 (366) 28 7 1 (2) 13 4 ja Tag  ? 2

Der Wochenkalender nach ISO 8601 enthält selbst keine Monate, sondern korrespondiert mit dem Gregorianischen Kalender, aber es gibt verschiedene Vorschläge, die 52 Wochen (plus Schaltwoche) neu in 12 oder 13 Monate einzuteilen. Darauf beziehen sich die Angaben in eckigen Klammern.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]