Kalinkowo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Siedlung
Kalinkowo/Irglacken
Калинково
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Gwardeisk
Gegründet vor 1350
Frühere Namen Irgelauken (vor 1350),
Ergelawken (nach 1483),
Ircklaucken (um 1540),
Irgelacken (nach 1785),
Irglacken (bis 1946)
Bevölkerung 249 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahl (+7) 40159
Postleitzahl 238220
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 206 804 005
Geographische Lage
Koordinaten 54° 41′ N, 21° 0′ O54.68888888888920.991666666667Koordinaten: 54° 41′ 20″ N, 20° 59′ 30″ O
Kalinkowo (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Kalinkowo (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad‎

Kalinkowo (russisch Калинково, deutsch Irglacken, litauisch Irgalaukiai) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Prußen)) und gehört zur Slawinskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Slawinsk (Goldbach)) im Rajon Gwardeisk (Kreis Tapiau).

Geographische Lage[Bearbeiten]

Kalinkowo liegt elf Kilometer nordwestlich der Stadt Gwardeisk (Tapiau) an einer Nebenstraße, die von der Rajonshauptstadt über Borskoje (Schiewenau) und Swenjewoje (Popehnen) nach hier führt. Durch Kalinkowo verläuft eine andere Nebestraße, die Kruglowka (Neuendorf) mit Jablonowka (Bartenhof) und Malinowka (Biothen und Podewitten) verbindet. Bis 1945 war das damalige Irglacken Bahnstation an der Bahnstrecke Tapiau-Possindern (- Königsberg) der Wehlau-Friedländer Kreisbahnen , die heute nicht mehr betrieben wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gründung des bis 1946 Irglacken[2] genannten Ortes erfolgte vor 1350. Das Gutsdorf mit ein paar weiteren gehöften wurde 1874 in den damals neu errichteten Amtsbezirk Bonslack[3] (russisch: Gorki, nicht mehr existent) eingegliedert, der bis 1945 bestand und zum Kreis Wehlau im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Im Jahre 1910 zählte der Ort 123 Einwohner[4].

Am 2. Januar 1916 wurde der Gutsbezirk Irglacken in eine Landgemeinde umgewandelt. Die Einwohnerzahlen beliefen sich 1933 auf 233 und 1939 auf 209[5].

In Kriegsfolge kam Irglacken 1945 mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion und erhielt 1946 die russische Bezeichnung „Kalinkowo“. Im Jahre 1947 wurde der Ort dem neu geschaffenen Rajon Gwardeisk (Kreis Tapiau) zugeordnet und in den Borski selski sowjet (Dorfsowjet Borskoje (Schiewenau)) eingegliedert. Aufgrund einer umfassenden Struktur- und Verwaltungsreform[6] ist Kalinkowo heute mit seinen 249 Einwohnern (Stand: 14. Oktober 2010[1]) eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) deklarierte Ortschaft innerhalb der Slawinskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Slawinsk (Goldbach)).

Kirche[Bearbeiten]

Die Bevölkerung Irglackens war vor 1945 weitestgehend evangelischer Konfession. Das Dorf war in das Kirchspiel der Kirche Kremitten (russisch: Losowoje) eingepfarrt, die zum Kirchenkreis Wehlau (Snamensk) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union gehörte. Heute liegt Kalinkowo im Einzugsbereich der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Gwardeisk (Tapiau), einer Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) in der Propstei Kaliningrad[7] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005):Irglacken
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Bonslack
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Wehlau
  5. Michael Rademacher, Deutsch-österreichisches Ortsbuch, Landkreis Wehlau
  6. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 502 vom 24. Februar 2005, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  7. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad

Weblinks[Bearbeiten]