Kaliumhydrid

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Kristallstruktur
Struktur von Kaliumhydrid
__ K+     __ H
Allgemeines
Name Kaliumhydrid
Verhältnisformel KH
CAS-Nummer 7693-26-7
Kurzbeschreibung

grauer Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 40,11 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

420 °C (Zersetzung, 1 atm. H2-Druck)[2]

Löslichkeit

heftige Zersetzung in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
02 – Leicht-/Hochentzündlich 05 – Ätzend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 260​‐​314
P: 223​‐​231+232​‐​280​‐​305+351+338​‐​370+378​‐​422Vorlage:P-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][1]
Leichtentzündlich Ätzend
Leicht-
entzündlich
Ätzend
(F) (C)

35 %ige Suspension in Paraffinöl

R- und S-Sätze R: 14/15​‐​34
S: 7/8​‐​26​‐​36/37/39​‐​43​‐​45
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Kaliumhydrid ist eine anorganische chemische Verbindung des Kaliums aus der der Hydride.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Kaliumhydrid bildet sich langsam aus den Elementen Kalium und Wasserstoff ab 260 °C, mit hinreichender Geschwindigkeit ab 350 °C. Dagegen bildet sich Natriumhydrid bereits ab 80 °C, mit hinreichender Geschwindigkeit ab 250 °C.

\mathrm{2 \ K + H_2 \longrightarrow 2 \ KH}

Verwendung[Bearbeiten]

Da Kaliumhydrid eine sehr starke Base ist, kann es zum Deprotonieren von organischen Molekülen verwendet werden. Obwohl es reaktiver als Natriumhydrid ist, wird es aufgrund der umständlichen Handhabe seltener im Labor verwendet.

Sicherheitshinweise[Bearbeiten]

Kaliumhydrid reagiert mit Wasser unter Bildung von Wasserstoffgas:

KH + H_2 O \longrightarrow KOH + H_2

Die Reaktion kann dabei so viel Wärme entwickeln, dass sich das Wasserstoffgas entzündet. Kaliumhydrid wird daher von den Herstellern als Dispersion in Mineralöl vertrieben. Einer Studie zufolge ist eine Homogenisierung mit Paraffin möglich.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Datenblatt Kaliumhydrid bei Merck, abgerufen am 19. Januar 2011.
  2. Arnold F. Holleman, Nils Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie, 102. Auflage, de Gruyter, Berlin 2007, S. 1279, ISBN 978-3-11-017770-1.
  3. a b Datenblatt Potassium hydride (purum, dispersion (in mineral oil (~35%))) bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 6. April 2011 (PDF).
  4. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. Potassium Hydride in Paraffin: A Useful Base for Organic Synthesis Douglass F. Taber and Christopher G. Nelson J. Org. Chem.; 2006; 71(23) pp 8973 - 8974; (Note) doi:10.1021/jo061420v