Kaliumiodat

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Strukturformel
Kaliumion  Iodation
Allgemeines
Name Kaliumiodat
Andere Namen
  • Kaliumjodat
  • iodsaures Kalium
Summenformel KIO3
CAS-Nummer 7758-05-6
Kurzbeschreibung

weißer, kristalliner Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 214,00 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,98 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

560 °C (Zersetzung) [1]

Löslichkeit

mäßig in Wasser (92 g·l−1 bei 25 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
03 – Brandfördernd 07 – Achtung

Gefahr

H- und P-Sätze H: 272​‐​315​‐​319​‐​335
P: 220​‐​261​‐​305+351+338 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][4]
Brandfördernd Reizend
Brand-
fördernd
Reizend
(O) (Xi)
R- und S-Sätze R: 8​‐​36/37/38
S: 17​‐​26​‐​37
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

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Kaliumiodat ist das Kalium-Salz der Iodsäure. Der weiße, kristalline Feststoff ist brandfördernd und kann als Oxidationsmittel eingesetzt werden.

Herstellung[Bearbeiten]

Iodate können aus Iod und heißer Alkalilauge gewonnen werden. So entsteht Kaliumiodat aus Iod und heißer Kalilauge:

\mathrm{6\,KOH + 3\,I_2 \longrightarrow 5\,KI + KIO_3 + 3\,H_2O}

Diese Reaktion ist analog der Herstellung von Chloraten aus Chlor und heißer Lauge.

Eigenschaften und Verwendung[Bearbeiten]

Kaliumiodat bildet farblose Kristalle, die in Wasser nur mäßig löslich sind. Die Löslichkeit erhöht sich mit steigender Temperatur.[5]

Löslichkeit von Kaliumiodat in Wasser[5]
Temperatur in °C 0 10 20 30 40 60 80 100
Konzentration in g/100 g H2O 4,60 6,27 8.08 10,3 12,6 18,3 24,80 32,3

Iodate sind ausgesprochene Oxidationsmittel. Wenn ihre Lösungen angesäuert werden, liegen sie im Gleichgewicht mit ihrer Säure vor; die Lösung wirkt dann stark oxidierend, wobei das Oxidationspotential +1,196 V beträgt. Mit Iodid reagieren Iodate in saurer Lösung zum Iod, es findet also eine Komproportionierung statt:

\mathrm{5\,I^- + IO_3^- + 6\,H_3O^+ \longrightarrow 3\,I_2 + 9\,H_2O}

Diese Reaktion ist eine Teilreaktion der Landolt-Reaktion, bei der ein Farbumschlag erst nach einer bestimmten Zeit erfolgt und bei der bevorzugt Kaliumiodat eingesetzt wird.

Die wichtigsten Anwendungen von Kaliumiodat liegen in der analytischen Chemie, wo es auch als Urtiter verwendet wird.

Iodiertes Speisesalz enthält ca. 20 ppm Kalium- oder Natriumiodat (0,020 mg /g). Kaliumiodid lässt sich hierzu nicht verwenden, da es zu leicht oxidiert werden kann. Medizinische Jodmangel-Tabletten enthalten etwa den empfohlenen Tagesbedarf, rund 0,1 mg /Stück. Spezielle Strahlenschutz-Jodtabletten sind dagegen mit rund 100 mg /Stück um den Faktor 1000 höher dosiert.

Sicherheitshinweise[Bearbeiten]

Iodate sind als starke Oxidationsmittel von Reduktionsmitteln wie Schwefel, Metallpulvern oder organischen Substanzen fernzuhalten. Im Tierversuch mit Kaninchen zeigte Kaliumiodat starke Reizwirkungen auf die Augen und die Haut.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Datenblatt Kaliumiodat bei Merck, abgerufen am 15. August 2010.
  2. a b Datenblatt Potassium iodate bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 5. Mai 2011 (PDF).
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. a b Datenblatt Kaliumiodat bei AlfaAesar, abgerufen am 15. August 2010 (JavaScript erforderlich).
  5. a b Dean, J.A.: Lange's Handbook of Chemistry, 15. Ed. 1999, McGraw-Hill, Inc. New York, ISBN 0-07-016384-7.