Kallenhardt
51.45172838.4238849410Koordinaten: 51° 27′ 6″ N, 8° 25′ 26″ O
| Kallenhardt
Stadt Rüthen
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| Höhe: | 410 m |
| Einwohner: | 1690 (31. Dez. 2011) |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1975 |
| Postleitzahl: | 59602 |
| Vorwahl: | 02902 |
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Kallenhardt |
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Kallenhardt ist ein Stadtteil von Rüthen im Kreis Soest (Nordrhein-Westfalen). Zum 31. Dezember 2011 hatte die Ortschaft 1690 Einwohner [1].
Inhaltsverzeichnis |
Geografische Lage[Bearbeiten]
Kallenhardt befindet sich im Sauerland, südlich der Stadt Rüthen im Arnsberger Wald und liegt auf 284–528,9 m über NN.
Geschichte[Bearbeiten]
Eine Vorgängersiedlung mit Kirche wurde 1072 in der Stiftungsurkunde des Klosters Grafschaft als kurkölnischer Haupthof Ostervelde erwähnt. Die planmäßige Stadtgründung erfolgte vor 1297 auf einer Bergkuppe zur Absicherung gegen Arnsberg durch den Kölner Erzbischof. Der Ort mit der Kirche St. Clemens und einem Rathaus war durch eine Stadtmauer und drei Tortürme bewehrt.[2] Seit dem Mittelalter gehörte Kallenhardt zum kurkölnischen Herzogtum Westfalen und kam 1802 an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt. Ab 1808 wurde die Stadtmauer abgetragen. 1811 erfolgte die Gründung des Schultheißbezirks Kallenhardt. Dieser kam 1815 an das Königreich Preußen und an den Kreis Brilon. 1820 wechselte der Ort in den Kreis Lippstadt. Am 1. Januar 1975 wurde Kallenhardt in die Stadt Rüthen eingegliedert[3] und gehört nach der Zusammenlegung der ehemaligen Kreise Lippstadt und Soest heute zum Kreis Soest.
Von 1573 bis 1619 wurden zahlreiche Einwohner in dem kleinen Ort Kallenhardt Opfer von Hexenprozessen. Insgesamt beläuft sich die Zahl möglicherweise auf mehr als 40 Personen. Am 31. März 2011 beschloss die Stadtvertretung Rüthen eine sozialethische Rehabilitation der im Bereich der heutigen Stadt Rüthen während des 16. und 17. Jahrhunderts im Rahmen der Hexenverfolgungen unschuldig verurteilten und hingerichteten Personen.
Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]
- 1861: 1.038 Einwohner
- 1939: 997 Einwohner
- 1950: 1.376 Einwohner
- 1961: 1.362 Einwohner
- 1970: 1.541 Einwohner
- 1975: 1.482 Einwohner
- 2007: 1.950 Einwohner
- 2008: 1.975 Einwohner
Politik[Bearbeiten]
Ortsvorsteher ist Ditmar Kruse (SPD).
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Bauwerke[Bearbeiten]
Eine Besonderheit ist das Schloss Körtlinghausen. Das barocke Wasserschloss wurde 1714 errichtet. Sehenswert ist auch die katholische Kirche St. Clemens. Sie wurde 1722 im Barockstil errichtet. Das ehemalige Rathaus stammt aus dem Mittelalter (14./15 Jahrhundert). Außerdem gibt es eine Köhlerhütte und die Kulturhöhle „Hohler Stein“ zu besichtigen. Zahlreiche Wohn- und Wirtschaftsgebäude des 17. und 18. Jahrhunderts sind trotz etlicher Brände, insbesondere 1791, erhalten geblieben. Die Stadtmauer aus der Zeit um 1300 wurde nach den Stadtbränden 1791 und 1836 überarbeitet. An der nordöstlichen Unteren Straße wurde der halbrunde Lubleisturm rekonstruiert.[2] Sehenswert ist das denkmalgeschützte alte Rathaus, Kirchstraße 31.
Freizeit und Sport[Bearbeiten]
Als Wintersportort verfügt Kallenhardt über einen Skiberg mit einem Schlepplift, einer Rodelbahn und einer Skiloipe. Außerdem ist in Kallenhardt der Fußballverein TVK zu Hause, der derzeit in der Kreisliga C spielt.
Kallenhardt zeichnet sich durch ein reges Vereinsleben aus. 1829 wurde das Blas- und Tanzorchester, 1921 das Tambourcorps "Einigkeit" gegründet. Beide Vereine bereichern durch ihre Jugendarbeit und musikalischen Darbietungen das Dorfleben und sind weit über die Ortsgrenzen für ihre gute Musik bekannt.
Infrastruktur[Bearbeiten]
Ein Lebensmittelladen, eine Metzgerei, ein Bäcker, zwei Hotels, drei Gastwirtschaften und eine Brauerei[4].
Verkehr[Bearbeiten]
Eine Buslinie der WestfalenBus GmbH, die Linie R77 von Warstein nach Rüthen, verläuft durch Kallenhardt. Die Busse fahren werktags stündlich in beide Richtungen.
Bildung[Bearbeiten]
- Katholischer Kindergarten
- Grundschule (Kath. Teilstandort der Nikolaus-Grundschule Rüthen)
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
- Gorgen Bodeker, ein Schneider, geriet 1576 in einen Hexenprozess, seine Mutter 1586.
- Cort Synneman war Bürgermeister von Kallenhardt. Er wurde 1521 in einer Urkunde erwähnt, er fungierte als Bürge für den zum Tode verurteilten und dann begnadigten Heinrich Steyns. Das Verfahren fand vor dem Schöffengericht in Brilon statt. Hermann von Oeynhausen war Richter zu Brilon.[5]
Weblinks[Bearbeiten]
- Offizielle Website von Kallenhardt
- Urkundenregesten aus dem Stadtarchiv Rüthen mit Bestand zu Kallenhardt / Digitale Westfälische Urkunden-Datenbank (DWUD)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Stadt Rüthen: Ortschaften, abgerufen am 14. März 2012
- ↑ a b Ursula Quednau (Bearb.): Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Nordrhein-Westfalen, Band II: Westfalen. Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 2011, ISBN 978-3-422-03114-2, S. 944.
- ↑ Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
- ↑ http://www.rabencafe-landhaus.de/
- ↑ Alfred Bruns: Inventar des Stadtarchivs Brilon, Bestand A. hrsg. vom Landesamt für Archivpflege, Verlag Aschendorff, Münster 1970, S. 23.
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