Kaltenberger Ritterturnier
Das Kaltenberger Ritterturnier, von Luitpold Prinz von Bayern 1979 ins Leben gerufen, hat sich auf Schloss Kaltenberg zum größten Ritterturnier der Gegenwart entwickelt. Schloss Kaltenberg im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech steht gut zehn Kilometer nordwestlich des Ammersees, der sich knapp 35 km westlich von München erstreckt. Das Schloss wurde im Jahre 1292 erbaut.
Vor und nach dem Ritterturnier in der Arena, die knapp 10.000 Besucher fasst, wird auf vielen Open Air Bühnen rund um das Schlossgelände ein umfangreiches Rahmenprogramm dargeboten mit Musikern, Tänzern, Jongleuren, Geschichtenerzählern, Hexen, Hofnarren u.v.m.
Auf dem mittelalterlichen Markt findet man über 100 lebende Werkstätten, die mittelalterliche Handwerkskünste präsentieren. Schwammklöppler, Plattner, Unschlitt-Bossierer, Böttcher, Seifensieder, Zünfte, die schon lange Zeit in Vergessenheit geraten sind, tummeln sich auf dem Gelände. Das Kaltenberger Ritterturnier ist für Jung und Alt geeignet: Sowohl Familien mit Kindern als auch kulturell interessierte Freunde von historischer Darstellung in Kunst und Handwerk sind jährlich anzutreffen.
Das Turnier[Bearbeiten]
Das Turnier findet an drei Juli-Wochenenden statt.
Das Ritterturnier wird in Zusammenarbeit mit einer professionellen Stunttruppe (bis 2004 Cascadeurs Associés, ab 2005 Cavalcade) aufgeführt. Die französische Stuntcrew der „Cavalcade“ unter der Leitung von Mario Luraschi kommen mit Ihren speziell geschulten Stuntpferden im internationalen Filmgeschäft weltweit als Darsteller in großen Filmproduktionen zum Einsatz.
Die Arenashow ist in eine jährlich wechselnde Rahmenhandlung eingebettet, in der meist der Kampf „Gut gegen Böse“ thematisiert wird. Ein kurzes Vorprogramm stimmt auf das Turnier ein, u.a. werden alle mitwirkenden Künstlergruppen auf dem Gelände in einem feierlichen Einzug vorgestellt. Luitpold Prinz von Bayern eröffnet das Turnier mit einem persönlichen Grußwort an die Besucher.
Die Historie[Bearbeiten]
1976 übernahm Prinz Luitpold die Königlich Bayerische Bierbrauerei in Kaltenberg. Mit der englischen Whitbread-Brauerei erhielt er einen großen Partner für den Export. Bei seinem Aufenthalt in London stieß Prinz Luitpold auf ein besonderes Spektakel im Burggraben des Towers, bei dem mittelalterliche Kämpfe inszeniert wurden. Max Diamond, britischer Stuntman und Star der Vorstellung, erhielt danach eine Anfrage, ob anlässlich der 800-Jahr-Feier im Hause Wittelsbach 1979 ein Ritterturnier möglich sei. Erst ein Jahr später, am 15. Juni 1980, wurde auf dem Turnierplatz das erste Kaltenberger Ritterturnier eröffnet, man zählte insg. 16 englische Ritter.
Im zweiten Jahr des Kaltenberger Ritterturniers kam der Marktplatz als Erweiterung hinzu. Dazu konnten die Neuburger Stadtwache und der Fanfarenzug gewonnen werden. Sieben stattliche Männer, Mitglieder des Vereins „Münchner Maibaumräuber”, waren zum Turnier gestoßen. Sie erschienen in glänzenden Rüstungen aus dem Kostümverleih und traten mit bajuwarischen Selbstvertrauen gegen die englischen „Knights” an.
Das dritte Veranstaltungsjahr brachte den Durchbruch: Eine Sonderveranstaltung „Young President Association” hatte für einen ganzen Tag das Ritterturnier gebucht, der Erlös ermöglichte den Aufbau einer Tribüne und ein erweitertes Gauklerprogramm. Kurze Zeit später stieß Prinz Luitpold mit dem französischen Stuntteam „Chevaliers de Tournoi” zusammen. Die tempogeladenen Reiterstunts waren Auslöser für weitere Überlegungen zum Ausbau des Turnieres.
Aufgrund des unbeständigen Wetters und des hohen Verletzungsrisikos wurde seit 1985 die Infrastruktur verbessert, von der Gemeinde wurde eine befestige Wettkampfanlage genehmigt. Und so wurde der Wiesenhang abgegraben: die Arena entstand, 70 Meter lang, 30 Meter breit, mit fast 10.000 Sitzplätzen und 3.000 Stehplätzen. Die Zahl der Veranstaltungstage wurde von sechs auf neun erhöht, 1988 stand die erste Abendveranstaltung auf dem Programm.
Weblinks[Bearbeiten]
- Offizielle Homepage Kaltenberger Ritterturnier
- Offizielle Homepage Schloss Kaltenberg