Kaltenberger Ritterturnier
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Das Kaltenberger Ritterturnier ist das größte Ritterturnier der Welt. Von Luitpold Prinz von Bayern 1979 ins Leben gerufen, hat sich das mittelalterlich angehauchte Ritterturnier auf Schloss Kaltenberg zum größten Ritterturnier der Gegenwart entwickelt.
Das Programm des Turniers besteht aus einem mittelalterlichen Markt mit Handwerkern, Werkstätten und Wirtshäusern, mit verschiedenen Gruppen (Barbaren, Ritter, Spielmannszüge, usw.), Gauklern, mittelalterlichen Musikern (z. B. Corvus Corax) und einem professionellen Ritterturnier (die Arena fasst 10.000 Besucher).
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[Bearbeiten] Das Turnier
Das Turnier findet an 10 Tagen der ersten vier Juli-Wochenenden (Freitag bis Sonntag) statt. Dabei gibt es sowohl ein Tagesprogramm (sonntags) als auch ein Nachtprogramm (freitags). Die Samstage werden abwechselnd als Tagesprogramm oder Nachtprogramm durchgeführt. An einem 11. Tag findet eine Gauklernacht statt, an diesem Tag findet kein Turnier der Ritter statt, die Arena wird an diesem Tag durch Gauklerein dominiert.
Das Ritterturnier wird von einer professionellen Stunttruppe (bis 2004 Cascadeurs Associés, ab 2005 Cavalcade) durchgeführt und ist mit einem Rahmenprogramm kombiniert, welches von verschiedenen regionalen und überregionalen Gruppen (Hobby- und Profigruppen) komplettiert wird.
Die Bezeichnung „Ritterturnier“ ist allerdings irreführend. Es handelt sich tatsächlich um ein aufwändiges Showspektakel mit zahlreichen Fantasy-Elementen und Pferdestunts. Die Inszenierungen sind in eine jährlich wechselnde Rahmenhandlung eingebettet, in der meist der Kampf „Gut gegen Böse“ thematisiert wird (2007 durfte dabei das Publikum erstmals, durch das Heben von zuvor verteilten kleinen Fahnen oder Mehrheitsentscheidung durch Klatschen, selbst den Sieger wählen). Die mittelalterlichen Elemente wurden durch den Wechsel der Stuntgruppe seit 2005 weiter in den Hintergrund gedrängt. Teilweise dem Original angenäherte Panzerungen tragen nur die Statisten, allerdings sind hier alle Zeitepochen von der Frühgeschichte bis zur Renaissance in buntem Durcheinander zu sehen. Die Hauptattraktion des „Turniers“ sind seit 2005 die professionellen Pferdestunts der „Cavalcade“, einer für das internationale Filmgeschäft tätigen französischen Stuntgruppe (z. B. in Ritter aus Leidenschaft). Der beliebte „Hauptdarsteller“ der vergangenen Jahrzehnte, Jackie Venon, musste die Arbeit in Kaltenberg 2004 aus Altersgründen aufgeben.
[Bearbeiten] Kritik
In der Mittelalterszene hat das Turnier den Ruf, sehr auf Kommerz und auf den Show-Teil zentriert zu sein. Es ist in erster Linie ein Ritterturnier für Familien und Touristen und weniger ein Teil der Mittelalterszene. Das merkt man auch daran, dass Personen aus dieser Szene vermehrt Probleme haben, in eigener mittelalterlicher Rüstung/Kleidung Einlass zu erhalten. Es gelten praktisch Regeln wie auf einem großen Konzert (keine Hunde, Schwerter, Pfeile,…). Wobei zwar keine Waffen mit aufs Gelände genommen, auf dem Gelände selbst aber sehr wohl Waffen verkauft werden dürfen. All dies und auch die recht hoch angesetzten Eintrittspreise machen das Kaltenberger Ritterturnier für „echte“ Mittelalter-Szenegänger und Anhänger nur bedingt interessant.
[Bearbeiten] Sonstiges
Während des Kaltenberger Ritterturnieres wurde 2008 – passend zum Ort – auch die Deutschlandpremiere des zweiten „Narnia“-Films „Prinz Kaspian von Narnia“ gefeiert.
[Bearbeiten] Veranstaltungsort
Schloss Kaltenberg wurde im Jahre 1292 erbaut und befindet sich heute im Eigentum von Luitpold Prinz von Bayern, Urenkel des letzten bayerischen Königs Ludwig III.
Schloss Kaltenberg im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech steht gut zehn Kilometer nordwestlich des Ammersees, der sich knapp 35 km westlich von München erstreckt.
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Homepage Kaltenberger Ritterturnier
- Offizielle Homepage Schloss Kaltenberg
- Stuntgruppe Cascadeurs Associés
- Foto Jackie Venon, Regisseur und Star des Turniers in der Rolle des Schwarzen Ritters 1979 - 2004
- Stuntgruppe Cavalcade
- Stuntgruppe Canis Cornutus
- Stuntgruppe Eisenteufel

