Kalter Hund

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Kalter Hund ist eine Süßspeise. Andere Bezeichnungen sind etwa Lukullus, Kalte Pracht, Kekstorte, Kalte Torte, Kalte Schnauze, Schwarzer Peter, Schwarzer Hund, Kalter Igel, Wandsbeker Speck oder Kellerkuchen.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Süßspeise besteht aus in Kakao-Kokosfett-Creme aufgeschichteten Butterkeksen und wird hergestellt, indem in einer Kastenform nacheinander die Keks-Schichten ausgelegt und anschließend jeweils mit Kakaocreme bestrichen werden.

Die Geschichte dieses „Kuchens ohne Backen“ lässt sich bis ins frühe 20. Jahrhundert zurückverfolgen; die Firma Bahlsen gab in den 1920er Jahren ein Rezept für einen „Schokoladenkuchen aus Leibniz-Keks“ heraus. Heute wird der Kuchen aber vor allem mit der Küche der deutschen Wirtschaftswunderzeit assoziiert.

In Italien ist eine ähnliche Speise unter dem Namen Salame di cioccolato (Schokosalami) oder Salame turco (Türkensalami) bekannt. In Dänemark nennt man ihn Kiksekage (Kekskuchen), in Norwegen Delfiakake (Delfiakuchen) nach einer Markenbezeichnung von Kokosfett. In Großbritannien gibt es den chocolate biscuit cake, der meist eine runde Form hat und aus zerbröckelten Tea Biscuits hergestellt wird.

Bezeichnungen[Bearbeiten]

Der Name Kalter Hund leitet sich einerseits von den Grubenhunten im Bergbau ab, deren Kastenform an eine Backform erinnert, und andererseits von dem Abkühlen im Kühlschrank; die Variante Kalte Schnauze verweist darauf, dass die Oberfläche an die feuchte Schnauze eines Hundes erinnert.[1] Kalter Igel ist eine Variante, bei der die Oberfläche durch hineingesteckte Mandelblättchen (oder -stifte) verziert wird. Demgegenüber sind Kekstorte und Kalte Torte eher Euphemismen für diesen vergleichsweise einfachen Kuchen.

Die Bezeichnung Kellerkuchen entstand, da bis in die 1960er Jahre der Kuchen über Nacht zum Abkühlen in den Keller gestellt wurde.

Synonym wird auch der Begriff Schwarzer Keksbass verwendet. Dieser wird aufgrund des kompakten schwarzen Aussehens dieses Kuchens vornehmlich in ländlichen Gegenden verwendet.

Lukullus ist wohl von dem römischen Feinschmecker Lucius Licinius Lucullus abgeleitet.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „n-24 Wissen“, 6. Mai 2006, 23:09–23:33 Uhr