Kammeis

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Kammeis, Shiga Kogen, Japan

Kammeis nennt man in der Geomorphologie kleine, gebündelte Eisnadeln, die aus dem Boden „wachsen“.

An schneefreien, aber feuchten Hängen „wächst“ das gefrorene Wasser im Boden beim Auffrieren in Form von Eisnadeln senkrecht zur Abkühlungsfläche aus dem Boden nach oben. Diese Eisnadeln können bis zu 30 cm lang werden. Sie entstehen auf vegetationslosen bzw. -armen, feinkörnigen und nicht vollkommen durchgefrorenen Böden in periglazial geprägten Gebieten.

Gleichzeitig wird auch Bodenmaterial mit angehoben; dieses wird nach Tauen des Eises etwas hangabwärts wieder abgelagert, weshalb das Relief dabei verändert werden kann, also Denudation (flächenhafte Abtragung) erfolgt. Man spricht dann von Kammeissolifluktion (Bewegung von Bodenteilchen am Hang, die durch Kammeisbildung ausgelöst wird).

Eine ähnliche Erscheinung ist das Haareis auf Totholz.

Literatur[Bearbeiten]

  • W. R. Franz: Auswirkungen von Wind, Kammeis und anderen abiotischen Faktoren auf verschiedene Pflanzengesellschaften im Kärntner Natur- und Landschaftsschutzgebiet „Nockberge“. In: Sauteria 1, S. 65–88. Salzburg 1986.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kammeis – Sammlung von Bildern