Kamow Ka-52

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kamow Ka-52 Alligator
Ka-52 061.jpg
Vorserienversion der Kamow Ka-52 „Alligator“ auf der MAKS
Typ: Kampfhubschrauber
Entwurfsland: RusslandRussland Russland
Hersteller: Kamow
Erstflug: 25. Juli 1997
Indienststellung: in der Flugerprobung
Produktionszeit: seit 2008 in Serienproduktion
Stückzahl: ca. 16 bis 20 (Stand: Ende 2011)

Der Kamow Ka-52 Alligator (Nato-Code: „Hokum-B“) ist ein zweisitziger russischer Kampfhubschrauber. Er wurde aus dem einsitzigen Kamow Ka-50 entwickelt. Die beiden Besatzungsmitglieder sitzen nebeneinander, was zu einer Verbreiterung des Rumpfbugs führte. Das Cockpit ist gepanzert und verfügt über zwei Swesda K-37-800-Schleudersitze. Die beiden Schleudersitze sind Teil eines automatischen Rettungssystems, welches die beiden Piloten in einer Notsituation innerhalb von Sekundenbruchteilen nach dem Absprengen der Rotorblätter mit dem Katapultsitz ausschießt. Die modernen Multi-Function-Displays im Cockpit und die Anordnung der Bedienelemente lassen die Steuerung des Hubschraubers durch beide Piloten zu. Die Antriebskomponenten und das Rumpfheck wurden von der Ka-50 übernommen. An den Enden der Stummelflügel wurden zwei weitere Aufhängepunkte zugefügt. Die sechs internen Kerosin-Treibstofftanks aus Gummi-Fibermaterial sind mittels Gummibeschichtungen und Polyurethan-Schaumstofffüllungen explosionssicher ausgekleidet[1]. Alle Antriebsräume sowie die neben den Treibstofftanks sind mit automatischen Feuerlöschsystemen ausgerüstet.

Während der erste Prototyp bereits 1997 seinen Erstflug hatte, lief die Serienproduktion erst am 29. Oktober 2008 an. Danach wurden die verschiedenen Prototypen mit anderen Systemen ausgerüstet. Die Produktion erfolgt im Flugzeugbaubetrieb Progress in der Stadt Arsenjew, Region Primorje.[2]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Einsatzspektrum

Im Kampfeinsatz sollte der Ka-52 Gruppen von Kampfhubschraubern (Mi-24/35 deren Sensor „Raduga-F“ max. 5000 m Aufklärungsreichweite aufweist[3]) führen und die Zielzuweisung übernehmen. Hierzu ist er mit dem neuen Datenlink-System „Breeze“[4] ausgerüstet, welches Video- Bild und Radardaten in Echtzeit zu den Kampfhubschraubern der Gruppe übermitteln kann. Der Hubschrauber wird primär für Kampfeinsätze wie beispielsweise gegen feindliche Hubschrauber und FlaRak-Systeme und sekundär auch für Trainingsaufgaben im Bezug auf die Schulung von Ka-50-Piloten benutzt werden. Um auf einen Flugsimulator verzichten zu können, kann ein Flug über PC-Einspeisung auf den Instrumenten und Anzeigen am Boden simuliert werden. Mit der Beschaffung von vier französischen Hubschrauberträgern der Mistral-Klasse beabsichtigt die russische Marine auch die Entwicklung einer seegestützten Version des Ka-52, der Ka-52K. Diese soll bereits ab 2014 in die Serienproduktion gehen.[5]

[Bearbeiten] Technische Daten

Vorserienversion der Ka-52 um 2000

Anlassturbine Iwtschenko AI-9W

Kenngröße Daten
Hersteller Kamow
Rotordurchmesser je 14,5 m
Länge 15 m (16 m inkl. Drehrotor)
Höhe 4,95 m
Leergewicht 7.700 kg
Startgewicht norm. 10.400 kg, max. 11.900 kg
Höchstgeschwindigkeit 310 km/h
80 km/h seitwärts
90 km/h rückwärts
Dienstgipfelhöhe 5.500 m
Steigrate 8 m/s (13,2 m/s vertikal)
Reichweite 450 km (max. 1.200 km)
Besatzung 2
Triebwerk(e) 2 × Klimow WK-2500
Leistung je 2.700 PS

[Bearbeiten] Bewaffnung

fest installierte Bewaffnung an Steuerbordseite


Bewaffnung bis zu 2.000 kg an sechs externen Aufhängestationen BD3-UV unter den beiden Stummelflügeln

Luft-Luft-Lenkwaffen

Luft-Boden-Raketen

geplant für Ka-52K

ungelenkte Luft-Boden-Raketen

  • 4 × B-8V20A1-Raketen-Rohrstartbehälter für je 20 ungelenkte Luft-Boden-Raketen S-8 im Kaliber 80 mm
  • 4 × B-13L5-Raketen-Rohrstartbehälter für je fünf ungelenkte Luft-Boden-Raketen S-13 im Kaliber 122 mm
  • 4 × ungelenkte Luft-Boden-Raketen S-24 im Kaliber 240 mm

Freifall-Bomben

Externe Behälter

[Bearbeiten] Selbstverteidigungssysteme

Die KA-52 verfügt über ein vollintegriertes und automatisches Selbstverteidigungssytem „Witebsk“ von FGUP. Dieses setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

Zusätzlich können die Triebwerksauslässe mit Luftmischern versehen werden, welche die Wärmeabstrahlung mit Frischluft stark abkühlen.

[Bearbeiten] Zielsuchsysteme

In einem schwenkbaren Zylinder unterhalb der Bugnase ist direkt vor dem Bugfahrwerk ein Gyrostabilised Optical Electronic System (GOES oder hydrostabilisiertes elektro-optisches System) installiert. Das JSC (früher (PA UOMZ) GOES-451 bzw. das GOES-520-System beinhaltet das Samschit-BM-System und verfügt über verschiedene TV-, RLV- und WBG-Kameras, Laserzielbeleuchtung und -entfernungsmesser. Im Bug befindet sich ein Phazotron-NIIR Myech-U-Milimeterwellenradargerät mit der Bezeichnung FH01 Arbalet-52. Bei den Prototypen war das ältere Systeme in drei sphärischen Drehtürmen (einer über dem Cockpit und zwei unter der Nase) installiert. In einem rechteckigen Behälter an der äußeren Aufhängestation kann zudem das Multifunktions-Radar „FH01 Arbalet“ mitgeführt werden, das Luft-, Boden- und Seeziele auf bis zu 15 km Entfernung orten und Lenkwaffen ins Ziel führen kann.

[Bearbeiten] Varianten

  • Ka-52 „Alligator“ (Hokum-B) – Vorserienmaschinen
  • Ka-52 „Alligator“ (Hokum-B) – Serienmaschinen mit veränderter elektronischer Ausstattung
  • Ka-52K „Alligator“ – navalisierte Variante für den Einsatz auf Hubschrauberträgern mit einem gewichtsreduzierten, jedoch leistungsstarken Phazotron-Zhuk-AE-Radargerät im Bug und Schiffsabwehr-Lenkwaffen

[Bearbeiten] Benutzerstaaten

Bei Kamow sollen nach dem Stand der Bestellungen von 2011 insgesamt 160 Ka-52-Serienhubschrauber gefertigt werden[9].

36 × Ka-52 im Zulauf von 140 bestellten Exemplaren


0 × Ka-52K von 24 bestellten Exemplaren für ihre Hubschrauberträger

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. A. Masenpow: Ka-50. Verlag Polygon Awiazionnaja Serwija, Moskau 1996.
  2. RIA Nowosti: Serienproduktion von Kampfhubschraubern Ka-52 Alligator aufgenommen, 29. Oktober 2008
  3. http://www.nva-flieger.de/_tl/index.php/technik/bew/palr-falanga.html#raduga
  4. http://vpk.name/news/62003_rossiiskie_vertoletyi_ka52_poluchat_noveishuyu_sistemu_svyazi_v_2012_godu.html
  5. http://www.key.aero/view_news.asp?ID=3940&thisSection=military
  6. Modern Battlefield Warplanes, David Donald, AIRtime Publishing Inc 1994
  7. A. B. Schipokorad: Wooruschenie Sowjetskoj Awiazii 1941–1991. Sostawlenje i Redakzija Serwis, 2004.
  8. Air Forces Monthly, Key Publishing 2012, AFM Nr. 288
  9. http://www.key.aero/view_news.asp?ID=3940&thisSection=military
Meine Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen