Kampfgeschwader 26

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Kampfgeschwader 26
Wappenschild Kampfgeschwader 257.jpg
Geschwaderabzeichen
Aktiv 1. Mai 1939 bis 8. Mai 1945
Land Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
Streitkräfte Wehrmacht
Teilstreitkraft Luftwaffe
Truppengattung Kampfgeschwader
Grobgliederung Stab und 4 Gruppen
Stationierungsort Stab Lüneburg
I. Gruppe Lübeck-Blankensee
II. Gruppe Lüneburg
III. Gruppe Jesau
IV. (Ergänzungs-) Gruppe Lübeck-Blankensee
Spitzname Löwen-Geschwader
Flugzeugtyp Heinkel He 111, Junkers Ju 88, Junkers Ju 188
Zweiter Weltkrieg Polenfeldzug
Norwegenfeldzug
Westfeldzug
Luftschlacht um England
Balkanfeldzug
Deutsch-Sowjetischer Krieg
Nordmeergeleitzüge
Alliierte Invasion in Italien
Alliierte Invasion in Frankreich
Kommandeur
Erster Kommodore Generalmajor

Hans Sieburg

Letzter Kommodore Oberstleutnant

Georg Teske

Das Kampfgeschwader 26 war ein Verband der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Aufgrund seines Wappens wurde es auch Löwen-Geschwader genannt.

Aufstellung[Bearbeiten]

Das Kampfgeschwader 26 entstand am 1. Mai 1939 aus dem am 1. April 1938 in Lüneburg aufgestellten Kampfgeschwader 257. Aus dem Geschwaderstab und der II./KG 257 entstanden am 1. Mai 1939 in Lüneburg der Stab und die II./KG 26. Zeitgleich bildete sich die I. Gruppe aus der I./KG 257 in Lübeck-Blankensee. Anfang 1940 entstand in Jesau die III./KG 26 und im August 1940 die IV. (Ergänzungs-) Gruppe in Lübeck-Blankensee. Das Geschwader war anfangs mit der Heinkel He 111 ausgestattet. Im April 1942 rüstete die II. Gruppe als erste auf die Junkers Ju 88 um. Bis März 1944 war auch die I./KG 26, als letzte Gruppe des Geschwaders, mit diesem Flugzeugmuster ausgestattet. Im August 1944 erhielt die III./KG 26 die Junkers Ju 188. Die Geschwaderkennung war 1H.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Stab und die II./Kampfgeschwader 26 nahmen im Rahmen der 1. Fliegerdivision der Luftflotte 1 im Nordabschnitt der Front am Angriff auf Polen teil.[2]

Zeitgleich war die I. Gruppe der 4. Fliegerdivision der Luftflotte 2 im Westen unterstellt.[2] Danach wurde das gesamte Geschwader dem X. Fliegerkorps zugeteilt, um in der Nordsee und im Ärmelkanal den britischen Schiffsverkehr anzugreifen.[3]

Während des Westfeldzuges und der Luftschlacht um England blieb es unter dem Kommando des X. Fliegerkorps und griff von südnorwegischen Basen in die Kämpfe ein.[4] In den Jahren 1940/1941 lag ein Teil auch zeitweise im dänischen Aalborg.

Heinkel He 111 des Kampfgeschwaders 26

Die II. Gruppe verlegte im Dezember 1940 nach Sizilien und griff von dort aus die britische Kronkolonie Malta und Ziele in Ägypten (Suezkanal, Rotes Meer) an.[3] Anschließend verlegte sie nach Griechenland und nahm am Balkanfeldzug und insbesondere an der Eroberung Kretas teil.[3] Anfang Oktober gelang es ihr im Roten Meer südlich von Suez die Frachter Thistlegorm (4898 BRT) und Rosalie Moller (3963 BRT) zu versenken und die Salamaua (6676 BRT) zu beschädigen.[5] Die II. Gruppe blieb bis 1944 im Mittelmeerraum stationiert und wurde im Mai 1942 auf Lufttorpedoeinsatz umgeschult.

Mit Beginn des Deutsch-Sowjetischen Krieges kämpfte die III./KG 26 im Osten. Später, ab Dezember 1941 verlegte auch die I./KG 26 an die Ostfront.[6] Aber bereits im Februar 1942 zogen die beiden Gruppen von der Ostfront ab, wurden voll aufgefüllt und nach Grosseto verlegt. Dort erfolgte die Ausbildung zum Lufttorpedogeschwader. Die I./KG 26 griff dann ab Juli 1942 von Bardufoss in Nordnorwegen alliierte Nordmeergeleitzüge an. Ab September 1942 griff auch die III./KG 26 von Banak aus in diese Kämpfe mit ein.[6]

Im November 1942, nach der Landung der US-Amerikaner an der nordafrikanischen Küste, griffen die I. und III. Gruppe von Grosseto aus Schiffsverkehr vor der nordafrikanischen Küste an. Im Januar 1943 versammelten sich alle drei Gruppen des Geschwaders im Süden von Sardinien. Von hier aus wurden Angriffe in der Dämmerung und Nacht auf alliierte Schiffe im westlichen Mittelmeer durchgeführt. Dabei versenkten sie am 20. und 21. Januar vor der algerischen Küste den britischen Frachter Hampton Lodge (3645 BRT) und den US-amerikanischen Frachter Walt Whitman (7176 BRT).[7] Ab Mai wechselten die I. und III. Gruppe ihre Ausgangsbasen, als sie nach Salon-en-Provence und Montpellier in Südfrankreich gingen. Die Angriffsziele indes blieben die gleichen. Allerdings lag jetzt die Meerenge von Gibraltar in Reichweite des Geschwaders.[6]

Nach Beginn der alliierten Invasion in der Normandie griff das Geschwader zur Nachtzeit Schiffe mit Torpedos an. Als dann auch in Südfrankreich die alliierte Landung erfolgte, verlegte das Geschwader über München-Riem, Lübeck-Blankensee nach Bardufoss und später nach Trondheim.[8]

Im Jahre 1945 führte das Geschwader von dänischen Flugplätzen aus Versorgungs- und Verwundetenflüge durch.[8]

Kommandeure[Bearbeiten]

Geschwaderkommodore[Bearbeiten]

Dienstgrad Name Zeit
Generalmajor Heinz Sieburg 1. Mai 1939 bis September 1939
Oberst Robert Fuchs 29. September bis 15. Oktober 1940
Oberst Alexander Holle 15. Oktober 1940 bis Juni 1941
Oberst Martin Harlinghausen 6. Januar 1942 bis November 1942
Oberst Karl Stockmann Dezember 1942 bis Februar 1943
Oberstleutnant Werner Klümper Februar 1943 bis November 1944
Oberstleutnant Wilhelm Stemmler November 1944 bis Januar 1945
Oberstleutnant Georg Teske Februar 1945 bis Mai 1945

Gruppenkommandeure[Bearbeiten]

I. Gruppe[Bearbeiten]

  • Major Walter Loebel, Mai 1939
  • Oberstleutnant Hans Alefeld, 13. September 1939
  • Oberstleutnant Hermann Busch, 20. April 1940
  • Hauptmann Bert Eicke (i.V.), März 1942
  • Major Werner Klümper, Juli 1942
  • Hauptmann Herbert Vater, Januar 1943
  • Hauptmann Klaus Toball (i.V.), Juli 1943
  • Hauptmann Helmut von Rabenau, August 1943
  • Hauptmann Jochen Müller, 12. November 1943
  • Major Willi Sölter, Juli 1944

II. Gruppe[Bearbeiten]

  • Oberstleutnant von Bushe, 1. Mai 1939
  • Oberstleutnant Hans Hefele, Oktober 1939
  • Major Martin Vetter, 6. April 1940
  • Major Eckhard Christian, 21. August 1940
  • Major Helmut Bertram, 1. Januar 1941
  • Hauptmann Robert Kowalewski, 18. Januar 1941
  • Major W. Beyling, 15. Mai 1941
  • Major Georg Teske, 12. Februar 1943
  • Major Otto Werner, 11. August 1944
  • Major Rudolf Schmidt, 3. Dezember 1944

III. Gruppe[Bearbeiten]

  • Major Viktor von Lossberg, 1. November 1939
  • Major Günther Wolfien, 1. Juni 1940
  • Major Viktor von Lossberg, Februar 1941
  • Major K. Lersche, 1. September 1941
  • Major S. Böhme, Oktober 1941
  • Hauptmann Ernst Thomsen, Februar 1942
  • Hauptmann Möller, 22. Juli 1942
  • Major G. Hielscher, September 1942
  • Major Horst Kayser, November 1942
  • Hauptmann Klaus Nocken, 20. Dezember 1942
  • Major Ernst Thomsen, Februar 1944
  • Major Wolf Harseim, Oktober 1944

IV. Gruppe[Bearbeiten]

  • Major Franz Ziemann, 22. März 1941
  • Major Fritz Gehring, 7. Oktober 1941
  • Major Klaus Nocken, 18. Februar 1944

Bekannte Geschwaderangehörige[Bearbeiten]

  • Martin Harlinghausen (1902–1986), war von 1957 bis 1961 als Generalleutnant Befehlshaber der Luftwaffengruppe Nord

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kampfgeschwader 26 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfgang Dierich, S. 110–111
  2. a b Bernhard R. Kroener: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, Band 5/1, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1988, ISBN 3-421-06232-3, S. 718–719.
  3. a b c Wolfgang Dierich, S. 111
  4. Ulf Balke: Der Luftkrieg in Europa 1939–1941. Bechtermünz Verlag, ISBN 3-86047-591-6, S. 408–413.
  5. Jürgen Rohwer, Gerhard Hümmelchen: Chronik des Seekrieges 1939–1945, Oktober 1941, abgerufen am 12. Juli 2013
  6. a b c Wolfgang Dierich, S. 112
  7. Jürgen Rohwer, Gerhard Hümmelchen: Chronik des Seekrieges 1939–1945, Januar 1943, abgerufen am 14. Juli 2013
  8. a b Wolfgang Dierich, S. 113