Kamps (Unternehmen)

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Kamps GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1982
Sitz Schwalmtal, Deutschland
Leitung Jaap Schalken (Vorsitzender d. Geschäftsführung),Thomas Prangemeier
Mitarbeiter 561 (Ø 2011)[1]
Umsatz 197 Mio. Euro (Bruttoumsatzerlöse 2011)[1]
Branche Nahrungsmittel
Website kamps.de

Die Kamps GmbH ist Deutschlands umsatzstärkste Bäckereikette. Sie vertreibt Backwaren aus eigener Herstellung an über 500 Standorten: 440 Kamps Bäckereifilialen in Nordrhein-Westfalen und den angrenzenden Regionen, sowie über 60 Kamps-Backstuben in ganz Deutschland. Über 95 Prozent der Bäckereifilialen und Backstuben werden durch Franchise-Partner betrieben.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprung und Wachstum[Bearbeiten]

Der Ursprung liegt in einer 1982 eröffneten Kamps Bäckerei in Düsseldorf. 1992 wurde Kamps an die Borden Inc, USA, verkauft, welche 1994 wiederum durch die Investoren Kohlberg Kravis Roberts & Co. aufgekauft wurde. 1996 erfolgte ein Management-Buy-out des inzwischen auf 350 Bäckereifilialen in Deutschland angewachsenen Betriebs unter anderem durch Heiner Kamps. Das Unternehmen firmierte zuerst unter BBG Bäckerei Beteiligungsgesellschaft mbH und wurde 1997 in eine Aktiengesellschaft mit dem Namen Kamps AG umgewandelt.

Durch die Übernahme vieler einzelner Bäckereien sowie mehrerer großer Filialbäckereien wuchs diese Zahl der Bäckereien schnell an und wurde binnen fünf Jahren auf über 1000 gesteigert. Hinzu kamen die Übernahmen von Filialbäckereien im Ausland, vor allem in Frankreich und den Niederlanden, wo die Kamps AG 1999 die Bakker Bart Food Group mit der größten niederländischen Bäckereikette, Bakker Bart von dem niederländischen Geschäftsmann Marcel Boekhoorn übernahm.

Neben dem klassischen Bäckereigeschäft stieg Kamps zudem in die Herstellung von Backwaren für den Lebensmittel-Einzelhandel und die Gastronomie ein, indem sie die „Wendeln Brot GmbH“ mit Sitz in Garrel mit den Traditionsmarken Golden Toast (gegr. 1963) und Lieken Urkorn (gegr. 1925) erwarb. Seit Oktober 2002 firmiert die „Wendeln Brot GmbH“ unter dem Namen „Kamps Brot- und Backwaren GmbH“ und stellt zudem eine große Zahl von vom Lebensmittel-Einzelhandel als Eigenmarken vertriebener Backwaren her. Außerdem werden Hamburgerbrötchen (Buns) für diverse Fastfoodketten, vornehmlich McDonald’s und Burger King produziert. 2003 wurde ein 49-%-Anteil an der französischen Großbäckerei Harry’s erworben (nicht zu verwechseln mit der Schenefelder Großbäckerei Harry-Brot).

Verkauf an Barilla und Umstrukturierung[Bearbeiten]

2002 bekam die ehemalige Kamps AG aufgrund ihres schnellen Wachstums finanzielle Probleme. Deshalb konnte die italienische Barilla-Gruppe die Mehrheit der Aktien kaufen, wobei es ihr sogar gelang, den Firmengründer Heiner Kamps zum Ausstieg aus dem Konzern zu zwingen. 2004 übernahm die Barilla-Gruppe auch alle Anteile der Minderheitsaktionäre. Bereits 2005 hatte sich der Umsatz des Unternehmens seit der Übernahme im Jahre 2002 von anfänglichen 1,8 Mrd. Euro auf 1,21 Mrd. Euro verringert; 2002 kam der Konzern in die Verlustzone. Die Zahl der Mitarbeiter sank im gleichen Zeitraum von knapp 14.000 auf 7.800. Eine rückläufige Entwicklung zeichnete sich allerdings bereits vor der Barilla-Übernahme ab. Ab 2006 wurden keine Zahlen zur Kamps-Gruppe mehr veröffentlicht.

Im März 2008 kündigte Barilla an, das ursprüngliche Kerngeschäft von Kamps wieder verkaufen zu wollen; die Industriebäckereien für verpackte Backwaren sollte aber behalten werden.[3] Im März 2008 wurde die gesamte Kamps Gruppe in Lieken AG umbenannt; auch die einzelnen Geschäftsbereiche bekamen teilweise neue Namen. Heute firmiert nur noch die Bäckereikette unter dem Namen Kamps (als Kamps GmbH, zu dieser Zeit eine 100-%-Tochter der Lieken AG).

Verkauf an ECM[Bearbeiten]

Im August 2010 wurden die fünf Handwerksbäckereien und 900 Filialen von Kamps (Umsatz 2009: ca. 300 Mio. Euro) an den Finanzinvestor ECM Equity Capital Management mit Sitz in Frankfurt am Main veräußert.[4] Die Marken Lieken Urkorn und Golden Toast verbleiben bei der Barilla-Gruppe und werden unter der Lieken AG weitergeführt.

Mit der neuen Eigentumsstruktur konzentriert sich das Unternehmen auf zwei Ziele: Die Stärkung des klassischen Bäckereifilialkonzepts in den Kamps-Kernregionen (Nordrhein-Westfalen und angrenzende Gebiete) einerseits und die Umsetzung des Kamps-Backstuben-Konzeptes im ganzen Bundesgebiet andererseits. Im September 2010 veräußert Kamps seine Produktionsstätten in Freiberg am Neckar inklusive rund 130 Verkaufsfilialen an die Stuttgarter Bäckerei Lang, die diese unter dem revitalisierten Namen Stefansbäck führt. Zeitgleich auch die Produktionsstätte in Hamburg-Lokstedt inklusive rund 100 Verkaufsfiliale an die Nur hier GmbH, eine Tochter der Möllner Bäckerei von Allwörden. Im Juni 2011 wurde auch ein großer Teil der Berliner Filialen an eine Tochtergesellschaft der De Mäkelbörger Backwaren GmbH, die Landbäckerei Der Havelländer, verkauft. Kamps betreibt in Berlin nun 13 Kamps-Backstuben in gehobenen Lagen. Im Bundesgebiet gibt es 2012 rund 60 Kamps-Backstuben. Die Backwaren der Kamps-Backstuben werden aus von den zentralen Produktionsstätten zugelieferten Teiglingen vor Ort abgebacken und kommen ofenwarm in den Verkauf.[5] Dazu werden Snacks wie Brotschnitten, Obstbecher, Salate, Frühstücke und Suppen angeboten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Konzernjahresabschluss 2011 der Kamps Management GmbH (Konsolidierende Obergesellschaft der Gruppe); eingesehen bei www.unternehmensregister.de am 1. Oktober 2013
  2. Website des Unternehmens; eingesehen am 1. Oktober 2013
  3. Bericht auf tagesschau.de vom 4. März 2008 (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung
  4. Reuters:Barilla verkauft Bäckereikette Kamps an Finanzinvestor
  5. Taz vom 4. Oktober 2011: Roher Teig soll ein Erlebnis sein. Abgerufen am 9. Oktober 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kamps – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien