Kamp (Fluss)

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Kamp
Kamplauf

Kamplauf

DatenVorlage:Infobox Fluss/GKZ_fehlt
Lage Niederösterreich (Österreich)
Flusssystem Donau
Abfluss über Donau → Schwarzes MeerVorlage:Infobox Fluss/QUELLE_fehlt
Quellhöhe 920 mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung Donau48.38333333333315.8180Koordinaten: 48° 23′ 0″ N, 15° 48′ 0″ O
48° 23′ 0″ N, 15° 48′ 0″ O48.38333333333315.8180
Mündungshöhe 180 mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 740 m
Länge 153 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 1752,7 km²[1]
Abfluss am Pegel Stiefern[2]
AEo: 1493 km²
MNQ 1983–2007
MQ 1983–2007
Mq 1983–2007
MHQ 1983–2007
HHQ (08.08.2002)
3,19 m³/s
8,9 m³/s
6 l/s km²
81,3 m³/s
800 m³/s
Linke Nebenflüsse Taffa
Rechte Nebenflüsse Kleiner Kamp, Purzelkamp
Durchflossene Stauseen Ottensteiner Stausee, Dobrastausee, Thurnberger Stausee
Kamp unterhalb von Roiten

Kamp unterhalb von Roiten

Kamp bei Stiefern am Kamp

Kamp bei Stiefern am Kamp

Der Kamp ist ein Fluss in Niederösterreich mit einer Länge von 153 Kilometern. Der Kamp entspringt südöstlich von Karlstift in Oberösterreich in 920 Meter Seehöhe und mündet bei einer Seehöhe von 180 Meter östlich von Krems in die Donau. Mit einer Einzugsgebietsgröße von 1.753 km² ist er das größte Fließgewässer im Waldviertel.[3] Das natürliche Abflussregime ist durch hohe Abflüsse im Frühjahr (März, April) und geringe Abflüsse im Spätherbst (Oktober, November) gekennzeichnet. Jedoch ist diese Abflusscharakteristik flussab durch die Errichtung von Staustufen verändert.

Der Name Kamp ist keltischen Ursprungs, geht auf das zutreffende Adjektiv kamb ("krumm") zurück und gehört zu den ältesten Namen der Region. Nicht nur der Hauptfluss trägt den Namen Kamp, sondern auch einige seiner Zuflüsse tragen Kamp im Namen. So existieren folgende Flüsse im Flusssystem des Kamps:

  • Der Große Kamp entspringt an der niederösterreichisch-oberösterreichischen Grenze im Weinsberger Wald und bildet auf seinen ersten Kilometern annähernd die Grenze zwischen den beiden Bundesländern.
  • Der Kleine Kamp (auch Ritterkamp[4]) entspringt im südlichen niederösterreichischen Gebiet des Weinsberger Waldes und mündet bei Rappottenstein in den Großen Kamp.
  • Bei Zwettl mündet der Purzelkamp in den Kamp.

Ebenfalls bei Zwettl mündet die gleichnamige Zwettl in den Kamp. Dieser durchfließt dann mäanderartig ein enges Tal, das wegen seiner landschaftlichen Schönheit ein beliebtes Ausflugsziel ist. Er mündete einst in der Nähe von Krems in die Donau. Im Zuge des Baues des Donaukraftwerkes Altenwörth wurde die Mündung des Kamps gemeinsam mit der Mündung der Krems nach Altenwörth, Gemeinde Kirchberg am Wagram, verlegt, wo auch ein weiterer Mündungsarm, der Mühlkamp, in die Donau mündet.

Im Oberlauf wurden in den Jahren 1949 bis 1957 durch die heutige EVN drei Stauseen (Ottensteiner Stausee, Dobrastausee, Thurnberger Stausee) errichtet. Während der NS-Zeit wurde von der deutschen Wehrmacht der Truppenübungsplatz Allentsteig errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Truppenübungsplatz wesentlich verkleinert. Das Gebiet war aber durch die Zwangsumsiedlungen weitgehend unbewohnt. Dadurch war es verhältnismäßig einfach, diese Stauseen zu errichten. Heute liegt nur mehr ein kleiner Teil des Ottensteiner Stausees unterhalb von Stift Zwettl im Gebiet des Truppenübungsplatzes.

In die Schlagzeilen ist der Stausee während des Jahrhunderthochwassers des Jahres 2002 gekommen, als man der EVN vorwarf, die Schleusen zu spät geöffnet und damit ein Mitverschulden an der Hochwasserkatastrophe zu haben. Im Nachhinein konnte aber kein schuldhaftes Verhalten nachgewiesen werden.

Im Zuge dieses Hochwassers hat der Fluss zahlreiche Orte überschwemmt und sich zum Teil ein neues Bett gesucht. Als Schutz gegen neuerliche Hochwasser soll er wieder mehr Freiraum bekommen. Um die genauen Unterlagen für etwaige Rückhaltebecken und Auen zu bekommen, läuft auf der Universität für Bodenkultur Wien ein einzigartiges Forschungsprojekt, in dem Teile des Flusses maßstäblich nachgebaut werden.

Vor allem der Ottensteiner Stausee mit der Burg Ottenstein, aber auch das Kamptal selbst sind beliebte Erholungsgebiete. Im Unterlauf des Kamps liegt der Naturpark Kamptal und das Weinbaugebiet Kamptal. Letzteres umfasst alle Gemeinden des Gerichtsbezirkes Langenlois. Neben der Weinstadt Langenlois zählen dazu bekannte Weinbauorte wie Schönberg am Kamp, Zöbing, Gobelsburg oder Kammern. Hauptrebsorten des Gebietes sind der Grüne Veltliner und der Riesling. Letzterer findet seinen optimalen Anbau in den berühmten Lagen Heiligenstein und Seeberg.

Literatur [Bearbeiten]

  •  TU Wien (Hrsg.): Extreme Abflussereignisse: Dokumentation - Bedeutung - Bestimmungsmethoden. In: Wiener Mitteilungen. Bd. 206, Wien 2007, Historische Überflutungen am Kamp (Heinz Wiesbauer), S. 43–58 (PDF).

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Kamp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Gerald Dick, Peter Sackl: Die Fischfauna des Kamp (Waldviertel, Niederösterreich) im Hinblick auf fischbiologische Zonierung und Wassergüte (PDF; 2,6 MB). Wiss. Mitt. Niederösterr. Landesmuseum, 6, Wien 1989, S. 148
  2. Amt der NÖ Landesregierung: Pegeldaten Stiefern (HHQ) und Entwicklungskonzept Kamp-Flusstallandschaft (übrige Daten; PDF; 101 kB)
  3. S. Preis, S. Muhar, H. Habersack, C. Hauer, S. Hofbauer und M. Jungwirth (2006): Nachhaltige Entwicklung der Flusslandschaft Kamp: Darstellung eines Managementprozesses in Hinblick auf die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL). In: Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaft, 58, 11-12, S. 160, doi:10.1007/BF03164517.
  4. Fink, M.H., Moog, O. & Wimmer, R. (2000): Fließgewässer-Naturräume Österreichs. (PDF; 471 kB) Monographie des Umweltbundesamtes. Wien, Band 128. S. 87. ISBN 3-85457-558-0