Kangavar

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Kangavar

BW

Kangavar (Iran)
Kangavar
Kangavar
Basisdaten
Staat: IranIran Iran
Provinz: Kermanschah
Koordinaten: 34° 30′ N, 47° 58′ O34.50152777777847.961751470Koordinaten: 34° 30′ N, 47° 58′ O
Höhe: 1470 m
Einwohner: 48.276[1] (2012)
Zeitzone: UTC+3:30
Überreste des Anahita-Tempels

Kangavar (persisch ‏کنگاور‎; Kangāvar; in der Antike Congobar) bezeichnet sowohl eine Stadt als einen Kreis in der Provinz Kermanschah im Iran. Kangavar ist die größte Ortschaft im ausgesprochen fruchtbaren Kangavartal. Die Stadt liegt auf dem von Hamadan nach Kermānschāh.

Das historische Monument von Kangavar[Bearbeiten]

Kangavar ist auch der Ort eines historischen Monuments dessen gesamtes Areal ca. 4,6 ha einnimmt. Die Reste befinden sich auf und um eine 224 x 209 m große, aus massiven Schieferblöcken gebaute Plattform, deren Fläche bis zu 32 m über dem darunterliegenden unebenen Erdboden liegt. An zwei Seiten befanden sich jeweils zwei Treppen, über die man auf die Plattform gelangte, und von der aus man bis heute das ganze Kangavartal einsehen kann. An drei Kanten der Plattform standen einst eine Reihe von 3,5 m hohe ionischen Säulen. An den noch vorhandenen Säulen befindet sich kein Hinweis einer Dachkonstruktion. In der Mitte der Plattform stand einst ein 93 m mal 9,30 m großer Bau, der wahrscheinlich aus Holz bestand und von dem nur noch der Grundriss (in Form von Pfostenlöchern) erkennbar ist.

Bis in die frühen 1980er Jahre wurde allgemein geglaubt, dass die Anlage eine war die in den Berichten von Isidoros von Charax als 'Tempel von Artemis' Erwähnung fand (Mansiones Parthicae 6). 1840 wurde der Bau von zwei Franzosen (Eugène Flandin und Pascal Coste) besucht, die einige Skizzen anfertigten, und die Ruinen mit der Erwähnung von Isidoros in Verbindung brachten, und anhand dieser auf das 1./2. Jh. n. Chr. datierten. Da Artemis auch der griechische Name von der zoroastrischen Anahita war, wurde entsprechend die Erwähnung in Isidoros als 'Tempel von Anahita' gedeutet.

Systematische Ausgrabungen finden erst seit 1968 statt, und bereits in den vorläufigen Berichten von 1972 wurde klargestellt, dass die Anlage mangels bestimmter struktureller und architektonischer Merkmale nicht als Sakralbau identifiziert werden könne (zum Beispiel das Fehlen eines Wasserbeckens, was für einen Anahitatempels zwingend erforderlich wäre). In einem Abschlussbericht von 1981 wurde die Identifizierung als Tempel als äußerst fraglich eingestuft, und man kam zu dem Schluss, dass die von Isodoros erwähnte Anlage irgendwo anders liegen müsse. Einer positiven Identifizierung des Zweckes der Anlage war anhand der (Mängel an) archäologischen Fundstücken ebenfalls nicht machbar. Obwohl eine Datierung des Baues in die parthische Zeit ebenfalls in Frage gestellt wurde (und stattdessen in die sassanidische Zeit (3-7. Jh.) vor versetzt), bleibt die Datierung der gesamten Anlage ebenfalls ungeklärt, denn Münzen und Tonscherben aus parthischer Zeit (wie auch aus sassanidischer und islamischer Zeit) wurden ebenfalls gefunden. An einem Ende der Plattform wurden Siedlungsreste aus islamischer Zeit gefunden, so dass angenommen werden kann, dass zumindest in dieser Zeit und an dieser Stelle das Mauerwerk für Wohngebäuden benutzt wurden. Den französischen Zeichnungen zufolge müssen diese noch im 19. Jh. als solches benutzt worden sein.

Offiziell gilt die Anlage als "historisches Monument von Kangavar," und im Vorschlag das Areal im UNESCO-Weltkulturerbe aufzunehmen, werden die Ruinen nur noch "als Temple von Anahita berühmtes Monument" umschrieben. Die Tourismusindustrie preist die Ruinen weiterhin als "Tempel von Anahita" bzw. "-Artemis."

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.de[3]

Quellen[Bearbeiten]