Kannawurf

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Kannawurf, für das Adelsgeschlecht siehe Kannewurf.
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Kannawurf führt kein Wappen
Kannawurf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kannawurf hervorgehoben
51.26666666666711.133055555556138Koordinaten: 51° 16′ N, 11° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Sömmerda
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Kindelbrück
Höhe: 138 m ü. NHN
Fläche: 15,43 km²
Einwohner: 805 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 52 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06578
Vorwahl: 036375
Kfz-Kennzeichen: SÖM
Gemeindeschlüssel: 16 0 68 028
Adresse der Verbandsverwaltung: Puschkinplatz 1
99638 Kindelbrück
Bürgermeister: Hans Meyer (WG Heimat)
Lage der Gemeinde Kannawurf im Landkreis Sömmerda
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Über dieses Bild
Dorfkirche
Westansicht des Schlosses
Nordansicht des Schlosses

Kannawurf ist eine Gemeinde im Landkreis Sömmerda in Thüringen. Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Kindelbrück an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Kindelbrück hat.

Geografie[Bearbeiten]

Kannawurf liegt zwischen Hainleite und Wipper nahe der Thüringer Pforte.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals wurde das gleichnamige Ministerialengeschlecht von Kannewurf 1221 genannt, das hier seinen Stammsitz bis 1350 hatte.

An der Stelle des bis heute erhaltenen Schlosses stand ursprünglich eine Wasserburg. Mit der Burg haben damals die Herren die von Erfurt über Weißensee und Sangerhausen nach Magdeburg führende Straße beschützt und kontrolliert. Bei Kindelbrück überquerte die Straße die Wipper. Der 1221 erwähnte Albert von Kannawurf könnte der Erbauer der Burg sein.

1564 baute Georg II. Vitzthum von Eckstedt das jetzt noch erhaltene Renaissanceschloss Kannawurf.[2] Inschriften an Türen und Fenstern datieren in die Zeit zwischen 1563 und 1565. Die heute noch erhaltene Turmglocke aus dem Jahr 1586 wird durch das Familienwappen geziert. Der Nordflügel beherbergte die Repräsentationsräume, darunter einen großen Saal, der Südflügel war Wirtschafts- und Wohnfunktionen vorbehalten, u. a. befand sich hier die Schlossküche. Verließ, Glockenturm, eine hölzerne Galerie aus dem 16. Jh. und imposante Kellergewölbe runden das Ensemble ab. In einer Umbauphase im 18. Jh. unter der Ägide der Familie von Bose wurden Veränderungen in der Raumaufteilung und der Dachlandschaft vorgenommen. Das Schloss wird heute noch von einem großen Wirtschaftshof umfasst, dessen großzügige Gebäude nach 1860 entstanden sind. 1914 wurde das Gut Staatsdomäne, zur Zeit der SBZ und DDR war es ein Volkseigenes Gut. Der Schlossgarten musste Ställen und neuen Wirtschaftsgebäuden weichen. Das Schloss verfiel zusehends, in den 1980er Jahren stürzte der Nordflügel ein. Der endgültige Verfall schien besiegelt. Nach der Wende Anfang der 1990er Jahre erfolgte die Notsicherung der eingestürzten Bauteile und Dächer aus Bundes- und Landesmitteln, gefolgt von Sanierungsmaßnahmen.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten zahlreiche Frauen und Männer aus Polen und der Ukraine Zwangsarbeit leisten: auf dem Rittergut und auf der Staatsdomäne.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Kannawurf setzt sich aus 12 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

  • WG Feuerwehr Verein Kannawurf 3 Sitze
  • WG TSV 5 Sitze

(Stand: Kommunalwahl 2009)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Hans Meyer wurde am 6. Juni 2010 gewählt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Kannawurf[Bearbeiten]

Das Renaissanceschloss Kannawurf wurde 1564 von Georg II. Vitzthum von Eckstädt erbaut.

Das nach 1990 gerettete, davor im Verfall befindliche Schloss ist seit dem Sommer 2007 im Besitz des thüringischen Denkmalpflegezentrums und des Künstlerhauses Thüringen e.V. Ziele dieser beiden Vereine sind die Erhaltung und kulturelle Nutzung des Schlosses. Seit Mai 2008 finden im restaurierten Schloss Kannawurf wieder regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt.

Kirche[Bearbeiten]

St. Peter und Paul (Kannawurf)

Museum[Bearbeiten]

  • Heimatmuseum

Kulturdenkmale[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 152.
  3. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen. Erfurt 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 270.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kannawurf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien