Kanton Basel-Stadt

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Kanton Basel-Stadt
Wappen
Wappen
Kanton der Schweizerischen Eidgenossenschaft
Kürzel/Kontrollschild: BS
Amtssprache: Deutsch
Hauptort: Basel
Beitritt zum Bund: 1501
Fläche: 37 km²
Website: www.bs.ch
Bevölkerung
Einwohner: 196'141[1] (30. Juni 2014)
Dichte: 5301 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 34,4 %[2] (August 2013)
Arbeitslosenquote: 3,7 %[3] (November 2013)
Lage des Kantons in der Schweiz
Lage des Kantons in der Schweiz
Karte des Kantons
Karte des Kantons
Gemeinden des Kantons
Gemeinden des Kantons

47.5577.593Koordinaten: 48° N, 8° O; CH1903: 611620 / 267377 Basel-Stadt (Kürzel BS; französisch Bâle-Ville, italienisch Basilea Città, rätoromanisch Basilea-Citad) ist ein deutschsprachiger Kanton im Nordwesten der Schweiz. Der Hauptort ist Basel.

Der Kanton ist der flächenmässig kleinste und zugleich am dichtesten besiedelte Schweizer Kanton und besteht aus der Stadt Basel sowie den Gemeinden Riehen und Bettingen.

Geographie[Bearbeiten]

Der Halbkanton Basel-Stadt liegt im Nordwesten der Schweiz. Der Fläche nach ist er der kleinste Kanton, von der Einwohnerzahl her belegt er Platz 15 von 26. Die Gemeinde Basel liegt am sogenannten Rheinknie, wo der Birsig in den Rhein mündet und dieser seine Fliessrichtung von Westen in Richtung Norden ändert. Das Rheinknie bildet das südliche Ende der Oberrheinischen Tiefebene.

Hinzu kommen die beiden Landgemeinden Riehen und Bettingen nördlich des Rheins. Riehen erstreckt sich entlang des Wiesentals und zählt rund 21'000 Einwohner. Bettingen ist unterteilt in die Ortschaften Bettingen Dorf und St. Chrischona, hat rund 1200 Einwohner und liegt auf einer Anhöhe, deren markantester Punkt der Fernsehturm St. Chrischona ist.

Politische Gliederung[Bearbeiten]

Gemeinden des Kantons Basel-Stadt

Seit 1908 ist die Gemeinde Kleinhüningen in die Stadt Basel eingemeindet.

Nachfolgend aufgelistet sind alle drei Gemeinden per 30. Juni 2014:[1]

Politische Gemeinde Einwohner
Basel 173'960
Riehen 20'970
Bettingen 1211

Bezirke[Bearbeiten]

Ehemalige Bezirke des Kantons Basel-Stadt

Nach der Trennung von Basel-Landschaft bestand der Stadtkanton aus zwei Bezirken, dem Stadtbezirk mit der Gemeinde Basel und dem Landbezirk mit den Gemeinden Kleinhüningen, Riehen und Bettingen. Mit der kantonalen Verfassung von 1889 wurde die Ebene der Bezirke aufgehoben.

Das Bundesamt für Statistik führt den gesamten Kanton jedoch als einen Bezirk unter der BFS-Nr.: 1200.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Bevölkerung des Kantons Basel-Stadt ist sehr heterogen und reflektiert die Geschichte des Kantons als wichtiger Handels- und Industriestandort. Im Kanton Basel-Stadt lebten per 30. Juni 2014 196'141 Einwohner.[1] Die Bevölkerungsentwicklung ist seit den 1980er-Jahren rückläufig.[4] Die Abwanderung in angrenzende Gemeinden anderer Kantone und der strukturelle Verlust von Arbeitsplätzen mit dem Wandel in der industriellen Produktion zählen zu den wichtigen Gründen hierfür.

Einwohner[Bearbeiten]

Staatsbürgerschaft[5] 1990
(%)
2000
(%)
2010
(%)
SchweizSchweiz Schweiz 77,52 72,44 67,36
DeutschlandDeutschland Deutschland 2,60 3,27 7,58
ItalienItalien Italien 6,42 5,44 4,18
TurkeiTürkei Türkei 3,27 4,38 3,56
Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien 2,79 3,13
SerbienSerbien Serbien
MontenegroMontenegro Montenegro
1,17
SpanienSpanien Spanien 2,78 2,16 2,81
PortugalPortugal Portugal 0,42 0,79 1,35
MazedonienMazedonien Mazedonien 1,12 1,17
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 0,35 0,48 0,96
FrankreichFrankreich Frankreich 0,59 0,54 0,76
IndienIndien Indien 0,12 0,17 0,65
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 0,25 0,31 0,63
OsterreichÖsterreich Österreich 0,45 0,45 0,58
KroatienKroatien Kroatien 0,81 0,54
Sri LankaSri Lanka Sri Lanka 0,30 0,63 0,49
Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina 0,68 0,41
NiederlandeNiederlande Niederlande 0,18 0,21 0,32

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten]

Per 31. Dezember 2012 lauteten die Zahlen zu den Religionen wie folgt:[6]

Religion Anzahl
Einwohner
Anteil
in Prozent
protestantisch 34'162 17,7
römisch-katholisch 29'464 15,3
christkatholisch 1273 0,7
ostkirchliche Religionsgemeinschaft 4'414 2,3
jüdisch 1155 0,6
muslimisch 17'888 9,3
andere 8423 4,4
keine Zugehörigkeit (konfessionslos) 86'406 44,7
keine Angabe 9911 5,1
Kanton Basel-Stadt (Gesamt) 193'096 100

Damit ist die früher dominante protestantische Bevölkerung von 85'000 im Jahre 1980 auf 35'000 per Ende 2010 zurückgegangen. Die Zahlen sind allerdings verschieden zu interpretieren. Bei den Protestanten, den Katholiken, bei den Juden und bei den Christkatholiken wird die institutionelle Zugehörigkeit zur Religionsgemeinschaft gezählt (öffentlich-rechtlich anerkannte Gemeinschaften), bei den Muslimen, den «Anderen» und den Ostkirchenanhängern (wie Serbisch-Orthodoxen oder Griechisch-Orthodoxen) die Glaubenszugehörigkeit (Stand Ende 2010).[7]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Kanton Basel-Stadt in seinen heutigen Grenzen entstand 1833, als sich vom damaligen Kanton Basel der heutige Kanton Basel-Landschaft im Rahmen der Basler Kantonstrennung (siehe dort) abspaltete. Basel-Stadt hatte lange Zeit einen Wiedervereinigungsartikel in der Verfassung, erst mit der Totalrevision 2006 wurde er fallengelassen. Die Verfassung von Basel-Landschaft gebietet Eigenständigkeit. Letztmals wurde im Jahre 1969 über eine Wiedervereinigung abgestimmt, die Stimmberechtigten votierten in Basel-Stadt klar dafür, in Basel-Landschaft dagegen. Obwohl aus räumlicher Sicht sinnvoll, war die Wiedervereinigung politisch chancenlos. Pragmatischer Ausweg aus diesem Dilemma sind gemeinsame Verwaltungseinheiten und Institutionen und der freiwillige Abgleich von Gesetzen und Verordnungen.

Die Geschichte von Basel-Stadt ist grösstenteils mit der Geschichte der den Stadtkanton dominierenden Stadt Basel identisch, siehe dort.

Verfassung[Bearbeiten]

Die Stimmberechtigten des Kantons Basel-Stadt haben die aktuelle Kantonsverfassung[8] am 30. Oktober 2005 angenommen. Diese trat am 13. Juli 2006 in Kraft und löste die Verfassung vom 2. Dezember 1889 ab.[9]

Direktdemokratische Volksrechte[Bearbeiten]

3000 Stimmberechtigte können eine ausformulierten (formulierte) oder allgemein gehaltene (unformulierte) Volksinitiative einreichen, die eine Änderung der Verfassung oder eine Änderung, den Erlass oder die Aufhebung eines Gesetzes oder eines referendumsfähigen Grossratsbeschlusses betrifft.

Zwingend der Volksabstimmung unterstehen alle Verfassungsänderungen, alle formulierten Volksinitiativen sowie alle unformulierten Volksinitiativen, denen der Grosse Rat nicht zustimmt (obligatorisches Referendum).

2000 Stimmberechtigte können eine Volksabstimmung über einen Beschluss des Grossen Rates verlangen, der den Erlass, die Änderung oder die Aufhebung eines Gesetzes oder aber eine Ausgabe in gewisser, vom Gesetz festgelegter Höhe betrifft (fakultatives Referendum).

Legislative[Bearbeiten]

Das Parlament des Kantons nennt sich Grosser Rat. Es umfasst 100 Mitglieder,[10] die jeweils nach dem Proporzwahlverfahren für eine Amtsperiode von vier Jahren gewählt werden. Die rechts stehende Grafik zeigt die Sitzverteilung des Grossen Rates im Juli 2012. Im Jahr 2013 kam es zu einer Änderung bei der Sitzverteilung.[11]

Die Fraktionsverteilungen im Grossen Rat ab 1996 vertreten:

Partei 1996 2000 2004 2008 2012 Sitzverteilung 2012
Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP) 39 39 46 32 33 Sitzverteilung des Grossen Rats 2012
Schweizerische Volkspartei (SVP) 3 14 15 14 15
Grünes Bündnis 20 12 16 13 13
FDP.Die Liberalen 17 18 18 11 12
Liberal-Demokratische Partei (LDP) 14 16 12 9 10
Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) 13 14 11 8 8
Grünliberale Partei (glp) 0 0 0 5 5
Volks-Aktion gegen zu viele Ausländer
und Asylanten in unserer Heimat
(VA)
0 0 0 0 2
Evangelische Volkspartei (EVP) 6 6 6 4 1
Aktives Bettingen (AB) 0 0 0 1 1
Demokratisch-Soziale Partei (DSP) 10 6 6 3 0
Schweizer Demokraten (SD) 8 5 0 0 0

Exekutive[Bearbeiten]

Der Regierungsrat wird nach dem Majorzwahlverfahren auf jeweils vier Jahre gewählt und besteht – seit 1. August 2014 – aus folgenden sieben Mitgliedern:[12]

Regierungsrat Partei Departement
Guy Morin, Regierungspräsident GB Präsidialdepartement (PD)
Eva Herzog, Regierungsvizepräsidentin SP Finanzdepartement (FD)
Christoph Brutschin SP Wirtschafts- und Sozialdepartement (WSD)
Baschi Dürr FDP Justiz- und Sicherheitsdepartement (JSD)
Lukas Engelberger CVP Gesundheitsdepartement (GD)
Christoph Eymann LDP Erziehungsdepartement (ED)
Hans-Peter Wessels SP Bau- und Verkehrsdepartement (BVD)

Anders als in den meisten andern Kantonen, die ein rotierendes System kennen, wird der Regierungspräsident vom Volk und für die ganze vierjährige Legislaturperionde gewählt.

Judikative[Bearbeiten]

Oberste Gerichtsinstanz in Basel-Stadt ist das Appellationsgericht. Es ist zugleich kantonales Verwaltungsgericht und kantonales Verfassungsgericht und übt die Aufsicht über die erstinstanzlichen Gerichte aus.

Dem Appellationsgericht untergeordnet sind das Zivilgericht, das Strafgericht, das Jugendstrafgericht und das Sozialversicherungsgericht.

Gemeinden[Bearbeiten]

Schweizweit eine Besonderheit ist, dass fast alle Geschäfte der Gemeinde Basel vom Kanton Basel-Stadt geführt werden. Damit sind Parlament, Regierung und Verwaltung des Kantons auch direkt für die Stadtgemeinde zuständig. Riehen und Bettingen verfügen dagegen über selbständige Gemeindeorgane. Ausserhalb der kantonalen Verwaltung liegen einige soziale Institutionen wie das Bürgerspital Basel oder das bürgerliche Waisenhaus, die traditionell durch die Bürgergemeinde der Stadt Basel verwaltet werden.

Der Kanton Basel-Stadt ist einer der wenigen Kantone in der Schweiz, in dem für Einbürgerungen die Bürgergemeinden zuständig sind. Die Legislative der Bürgergemeinde Basel ist der Bürgergemeinderat, dessen Mitglieder die Bürgergemeinderäte sind, sein Präsident ist der Bürgergemeinderatspräsident. Die Exekutive heisst Bürgerrat, seine Mitglieder sind die Bürgerräte, sein Präsident ist der Bürgerratspräsident.

Religionsgemeinschaften[Bearbeiten]

Durch die Verfassung öffentlich-rechtlich anerkannt sind die evangelisch-reformierte, die römisch-katholische und die christkatholische Kirche sowie die israelitische Gemeinde. Sie ordnen ihre inneren Verhältnisse selbständig und geben sich eine Verfassung, die vom Regierungsrat genehmigt werden muss.

Politik[Bearbeiten]

Parteiensystem[Bearbeiten]

Basel-Stadt verfügt heute über ein heterogenes Mehrparteiensystem mit fragmentierten Flügeln auf beiden Seiten des politischen Spektrums. Neben den im Basler Grossen Rat, dem Kantonsparlament, vertretenen Parteien Grünes Bündnis, SP, CVP, EVP, FDP, LDP und SVP sind noch weitere Parteien wie auch einzelne parteiunabhängige Politiker aktiv. Der Kanton Basel-Stadt ist der einzige Deutschschweizer Kanton, in dem die Liberale Partei der Schweiz (LPS, in Basel die Liberaldemokratische Partei, LDP) eine bedeutende Rolle spielt, diese gilt dort als Partei des «Daigs», der traditionellen Basler Elite.

Lange Zeit war Basel eine sozialdemokratische Hochburg. In den 1930er-Jahren stellten Sozialdemokraten und Kommunisten zusammen sogar die Mehrheit, diese Zeit ging als «rotes Basel» in die Geschichte ein. In der Zeit des Kalten Kriegs dominierten jedoch auch in Basel die bürgerlichen Kräfte. In der Gegenwart kann weder das rot-grüne noch das bürgerliche Lager eine absolute Mehrheit beanspruchen. In der Grossratswahl 2012 erreichten beide Lager gleich viele Sitze, wobei der Einzug der rechtspopulistischen «Volks-Aktion gegen zu viele Ausländer und Asylanten in unserer Heimat» ins Kantonsparlament Aufsehen erregte.

Bei den Nationalratswahlen 2003 erreichte die Linke in Basel-Stadt (als einziger Schweizer Kanton) die absolute Mehrheit der Stimmen, ebenso anlässlich der Nationalratswahlen vom November 2007.

Integrationspolitik[Bearbeiten]

Viel Beachtung in der Politik findet das Basler Integrationsmodell von Thomas Kessler.

Vertreter von Basel-Stadt in der Bundesversammlung[Bearbeiten]

Basel-Stadt entsendet fünf Vertreter in den Nationalrat:[13]

Basel-Stadt entsendet als Halbkanton einen Vertreter in den Ständerat:[14]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im Kanton Basel-Stadt sind die Chemische Industrie, die Pharmazeutische Industrie und der Handel von nationaler Bedeutung. Als Finanzplatz hat Basel noch eine gewisse Bedeutung hinter Zürich. Das Wirtschaftsleben konzentriert sich auf die Gemeinde Basel (Details siehe dort).

Tourismus[Bearbeiten]

Touristisch ist Basel sehr gut erschlossen: Unterkünfte jeder Preisklasse, von Jugendherbergen bis zu historisch bedeutsamen Luxushotels wie dem Hotel Les Trois Rois, bieten zahlreiche Unterkunftsmöglichkeiten, und Basel Tourismus, die halbstaatliche Organisation zur Förderung von Tourismus in Basel, unterhält nicht nur Informationsstellen, sondern bietet auch ein breites Angebot an Ausflügen und anderen Dienstleistungen an.

Basel birgt eine Fülle von Sehenswürdigkeiten, darunter die Altstadt, das Basler Münster, den Fernsehturm St. Chrischona sowie zahlreiche neuere Bauwerke von bedeutenden Architekten. Weiter ziehen der Zoo Basel, der grösste zoologische Garten der Schweiz, das Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz und die zahlreichen Museen oder Anlässe wie die Basler Fasnacht viele Besucher an.

Auch unter Kunstliebhabern ist Basel seit Jahrzehnten ein Begriff: Neben weltbekannten Sammlungen der Fondation Beyeler, des Tinguely-Museums, oder des Basler Kunstmuseums lockten die zahlreichen Sonderausstellungen der Museen und natürlich die Art Basel, eine der weltweit wichtigsten Kunstmessen, jedes Jahr Zehntausende Besucher nach Basel.

Verkehr[Bearbeiten]

Strassenverkehr[Bearbeiten]

Basel ist Drehkreuz des Strassenverkehrs Nord-Süd von Frankreich und Deutschland durch die Schweiz. Die Autobahn A3 von Frankreich gelangt über die Nordtangente zur Stadtautobahn A2, der sogenannten Osttangente, welche den Verkehr von Deutschland durch die Stadt Richtung Süden leitet. Ausserhalb der Stadt trennen sich darauf die beiden Zweige wieder. Die A2 führt weiter zum Gotthard bzw. nach Bern und die A3 nach Zürich.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Der binationale Flughafen Basel Mulhouse Freiburg (EuroAirport) liegt vollständig auf französischem Territorium, ist jedoch in einen französischen und einen schweizerischen Sektor aufgeteilt. Der letztere ist mit einer zolltechnisch exterritorialen Strasse, einer sogenannten Zollfreistrasse, mit der Schweiz verbunden, die unter dem Namen «Flughafenstrasse» in Basel beginnt.

Bahnverkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Basel SBB

Der Kanton Basel-Stadt besitzt drei internationale Bahnhöfe. Der Schweizer Bahnhof Basel SBB und der französische Bahnhof Basel SNCF befinden sich beide in einem Gebäude, südlich des Stadtzentrums auf Grossbasler Seite. Wer vom Schweizer Bahnhof zum französischen möchte, muss eine Zollgrenze passieren. Der von der Deutschen Bahn betriebene Badische Bahnhof befindet sich auf Kleinbasler Seite und ist ebenfalls zolltechnisch von der Schweiz getrennt. Dieser Bahnhof wird vor allem von Reisenden aus Deutschland benutzt, die zwischen Hochrheinstrecke, Wiesentallinie (Regio-S-Bahn Basel–LörrachZell im Wiesental) und Oberrhein-Region umsteigen und dabei Schweizer Gebiet passieren müssen.

Des Weiteren existieren vier Lokalbahnhöfe. St. Jakob befindet sich an der Bözberglinie bzw. Hauensteinlinie nach Muttenz; bislang jedoch halten Züge hier nur bei Grossereignissen im St. Jakob-Park. Die Station Dreispitz an der Juralinie (im Mai 2006 eröffnet) soll den Bahnhof SBB von Pendlerströmen vor allem Richtung Birsigtal entlasten.

Einen ähnlichen Status wie den des Badischen Bahnhofs haben die Stationen St. Johann an der SNCF-Strecke nach Mülhausen und Riehen an der deutschen Wiesentallinie. Beide Stationen liegen zwar auf Schweizer Territorium, sind aber zolltechnisch französisches bzw. deutsches Hoheitsgebiet.

Schifffahrt[Bearbeiten]

Auch über den Fluss Rhein ist Basel an den Rest der Schweiz und der Nachbarländer angeschlossen. So befährt die Schifffahrtsgesellschaft Basel den Rhein hinauf nach Rheinfelden. Basel ist zugleich der Heimathafen diverser Reedereien, welche von hier aus Kreuzfahrten auf dem Rhein sowie zum Main und zur Mosel anbieten.

Daneben ist Basel der Heimathafen der Schweizerischen Hochseeschifffahrt.

Ein wichtiger Stützpfeiler der Schweizer Wirtschaft ist die Basler Rheinschifffahrt mit ihren Rheinhäfen Kleinhüningen, St. Johann und Birsfelden.

Nahverkehr[Bearbeiten]

Der innerstädtische Verkehr sowie die Feinerschliessung der näheren Umgebung erfolgen mit einem ausgedehnten Tramnetz, ergänzt durch zahlreiche Buslinien der Basler Verkehrs-Betriebe, der Baselland Transport und der Autobus AG Liestal und einiger weiterer Unternehmen.

Bildung[Bearbeiten]

In den 1990er-Jahren wurde das gesamte öffentliche Schulsystem reformiert. Der zweijährige Kindergarten ist seit August 2005 obligatorisch. Die offizielle Schulzeit beginnt im Alter von sieben Jahren. In Abhängigkeit vom genauen Geburtsdatum kann die Einschulung um ein Jahr hinausgeschoben werden.

Ablauf der Schule
Bezeichnung Dauer Niveaus Bewertungsform Selektion
Primarschule vier Jahre keine keine alle
Orientierungsschule (OS) drei Jahre ab dem dritten Jahr: G- (Grund-) und E- (erweitertes) Niveau in den Hauptfächern Mathematik, Deutsch und Französisch Grundanforderungen teilweise, Grundanforderungen, mittlere Anforderungen, hohe Anforderungen erreicht alle
Gymnasium fünf Jahre keine Noten Übertrittsentscheid der OS oder Prüfung
Weiterbildungsschule (WBS) zwei Jahre A-Zug (Grundansprüche) und E-Zug (erweiterte Ansprüche) Noten alle, die nicht ins Gymnasium gehen

Das Schulmodell mit OS und WBS wird im Zuge der Schulharmonisierung abgeschafft. Danach gilt auch in Basel das Modell mit sechs Klassen Primar- und drei Klassen Sekundarschule oder Gymnasium. Die Umstellung begann 2013. Somit verlässt wird 2017 die WBS auslaufen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Bevölkerung nach Geschlecht, Heimat und Gemeinde (XLS, 73 kB). Statistisches Amt des Kantons Basel-Stadt. Abgerufen am 1. August 2014.
  2. Bestand der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung nach Wohnkanton und Ausländergruppe Ende August 2013 (PDF; 132 kB). Bundesamt für Migration (BFM). Medienmitteilung vom 22. Oktober 2013. Abgerufen am 26. Dezember 2013.
  3. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt – November 2013 (PDF; 618 kB). Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO). Pressedokumentation vom 9. Dezember 2013. Abgerufen am 26. Dezember 2013.
  4. Bevölkerungsstruktur und Bevölkerungsdynamik beider Basel (Version vom 28. September 2007 im Internet Archive), Statistisches Amt des Kantons Basel-Stadt, abgerufen am 7. August 2010
  5. Wohnbevölkerung des Kantons Basel-Stadt nach Staatsangehörigkeit seit 1990. Statistisches Amt des Kantons Basel-Stadt, 21. Februar 2014, abgerufen am 1. August 2014 (XLS; 470 kB).
  6. Wohnbevölkerung des Kantons Basel-Stadt nach Religion sowie nach Gemeinde und Wohnviertel am Jahresende 2012. Statistisches Amt des Kantons Basel-Stadt, 18. März 2013, abgerufen am 1. August 2014 (XLS; 81 kB).
  7. Statistisches Amt Basel-Stadt.
  8. Verfassung des Kantons Basel-Stadt. Vom 23.03.2005 (Stand 22.06.2014). Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt, abgerufen am 1. August 2014.
  9. Umsetzung der neuen Kantonsverfassung. Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt, 30. November 2005, abgerufen am 1. August 2014.
  10. Bis Februar 2008 sassen 130 Mitglieder im basel-städtischen Grossen Rat.
  11. Politisches Kräfteverhältnis. Grosser Rat Basel-Stadt, abgerufen am 1. August 2014.
  12. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt. Regierungsrat Basel-Stadt, abgerufen am 1. August 2014.
  13. Mitglieder des Nationalrates: Kanton Basel-Stadt. Bundesversammlung, abgerufen am 1. August 2014.
  14. Mitglieder des Ständerates: Kanton Basel-Stadt. Bundesversammlung, abgerufen am 1. August 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Kanton Basel-Stadt – Quellen und Volltexte
 Commons: Kanton Basel-Stadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien