Kap Bon

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Kap Bon
Gewässer 1 Golf von Tunis
Gewässer 2 Golf von Hammamet

Geographische Lage

37° 4′ 21,6″ N, 11° 3′ 19,7″ O37.07265555555611.055480555556Koordinaten: 37° 4′ 21,6″ N, 11° 3′ 19,7″ O
Kap Bon (Tunesien)
Kap Bon
Länge 71 km
Breite 38 km
Fläche 2000 km²

Kap Bon (arabisch ‏كاب بون‎) ist eine tunesische Halbinsel. Ihre arabische Bezeichnung Ras Adar (bedeutet wörtlich so viel wie Kopf des Hauses) hat sich gegen die aus dem romanischen Sprachraum stammende Namensform (Bono oder Bona) nicht durchsetzen können. Die Ursache dafür wird in Einflüssen aus der früheren Sarazenenherrschaft neben den historischen Handelsbeziehungen mit genuesischen Seefahrern gesehen.[1]

Das der Halbinsel den Namen gebende Kap Bon liegt im äußersten Norden der Halbinsel. Von dort sind es etwa 140 km bis nach Sizilien. Südlich davon, an der Ostküste, befinden sich Kerkouane und Kelibia. Entlang der Südküste kommt man über Nabeul nach Hammamet (Golf von Hammamet), zwei bei Touristen sehr beliebte Orte. Von dort gelangt man über Grombalia nach Soliman (Golf von Tunis). Nördlich befinden sich die Zembra-Inseln.

Die Halbinsel Kap Bon entspricht in ihren Grenzen dem Gouvernement Nabeul.

Das Gebiet wird landwirtschaftlich intensiv (Zitrusfrüchte, Oliven, Weinbau, Getreide) genutzt. Ein großer Teil dieser landwirtschaftlichen Kulturen mit ihren Bewässerungsmethoden geht auf die Einwanderung von muslimischen (Moriscos) und jüdischen Flüchtlingen aus Andalusien zurück, die seit dem Ende des 16. Jahrhunderts zunächst langsam auswanderten und ab 1609 durch den spanischen König Philipp III. dort massiv vertrieben wurden. Die gesamte Region ist in besonderer Weise durch andalusische und teilweise auch durch osmanische Kultureinflüsse geprägt. Das betrifft sowohl die landwirtschaftlichen Strukturen als auch die meisten kleinstädtischen Siedlungen mit ihrer historischen Architektur.[2]

Bekannt ist Kap Bon vor allem durch die Seeschlacht bei Kap Bon (255 v. Chr.) und seine Bedeutung im Vandalenfeldzug von 468.

Literatur[Bearbeiten]

  • Horst Mensching: Tunesien (Wissenschaftliche Länderkunden, Band 1.), Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) 1974

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mensching: Tunesien S. 130 (nach Dissertation von H. Achenbach (1963), Die Halbinsel Kap Bon - Strukturanalyse einer mediterranen Kulturlandschaft in Tunesien)
  2. Mensching: Tunesien S. 57, 134