Kaper

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Dieser Artikel behandelt den Kapernstrauch und seine Knospe; Informationen zum Seekrieg führenden Kaper finden sich unter Kaperbrief; zum Komponisten: Bronisław Kaper
Echter Kapernstrauch
Geöffnete und verwelkte Kapernblüte, unten links eine Knospe

Geöffnete und verwelkte Kapernblüte, unten links eine Knospe

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kaperngewächse (Capparaceae)
Gattung: Kapernsträucher (Capparis)
Art: Echter Kapernstrauch
Wissenschaftlicher Name
Capparis spinosa
L.
Eine reife, aufgeplatzte Kapernfrucht

Kapern (von französisch: câpre[s] aus dem Altgriechischen: κάππαρι, plural: κάππαρις kappari[s], zu neugriechisch: κάππαρη, plural: κάππαρες kappare[s]) sind die eingelegten Blütenknospen des Echten Kapernstrauchs (Capparis spinosa) – auch Dorniger Kapernstrauch genannt – aus der Familie der Kaperngewächse (Capparaceae), der in Südeuropa und praktisch im ganzen Mittelmeergebiet heimisch ist. Sie werden seit der Antike als pikante Kochzutat verwendet, galten aber auch als Heilmittel und Aphrodisiakum.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Nutzung

Kapernsträucher gedeihen in trockener Umgebung. Die erbsengroßen Blütenknospen wachsen an Stielen aus den Blattachsen der Zweige. Ihre zarten, weiß-violetten Blüten öffnen sich nur einmal für kurze Zeit von morgens bis mittags.

Die geschlossenen Knospen werden im Frühjahr von Hand geerntet und sind roh ungenießbar. Sie werden zunächst einen Tag gewelkt und anschließend in Salzlake und Essig eingelegt. Dabei entstehen Caprinsäure und Senfölglycoside, die den Kapern ihren würzig-pikanten Geschmack verleihen.

Kapern sollten geschlossen, oliv- bis bläulichgrün und möglichst klein sein. Kleine Kapern sollen feiner schmecken als die größeren, sind wegen des geringeren Ernteertrages aber auch teurer. Sehr gute Kapern sollen aus Südfrankreich kommen, dort werden sie nach Größe in „Nonpareilles“ (4–7 Millimeter, die kleinsten und besten, im Geschmack ohne Gleichen, franz.: „nonpareille“), „Surfines“ (7–8 Millimeter), „Capucines“ (8–9 Millimeter), „Capotes“ (9–10 Millimeter), „Fines“ (12–13 Millimeter), „Mifines“, und „Hors calibres“ („Communes“, 13–15 Millimeter) eingeteilt. Auch die Äolischen Inseln sind für ihre guten Kapern bekannt. Das gilt besonders für Salina, wo im Juni ein „Kapernfest“ stattfindet.

Kapernblättersalat in der Altstadt von Rhodos

Meist als Beilage oder Tapas werden vor allem in Spanien auch die etwa zwei Zentimeter großen Kapernfrüchte – auch Kapernäpfel oder Kapernbeeren genannt – serviert. Sie werden wie die Knospen in Essig oder Öl eingelegt. Bei ihnen gelten ebenfalls die kleineren Exemplare („Finos“) als die bessere Qualität.

Auf den griechischen Inseln Santorin und Rhodos sind die ebenfalls in Essig und Salz eingelegten Kapernblätter, also die Blätter des Kapernstrauches, eine kulinarische Spezialität.

Als „Kapernersatz“ werden in Deutschland manchmal in Essig eingelegte Blütenknospen verschiedener Pflanzen verwendet: Sumpfdotterblume, Kapuzinerkresse, Scharbockskraut (Feigenwurz).

[Bearbeiten] Gerichte

Kapern werden warmen Gerichten meist erst zum Schluss zugegeben, da sich manche Inhaltsstoffe bei Wärme rasch verflüchtigen. Eingesalzene Kapern, wie sie in der italienischen und spanischen Küche ihres unverfälschten Aromas wegen bevorzugt werden, müssen zuvor gewässert werden. Wegen ihres sehr speziellen Geschmacks sollten andere Gewürze nur sparsam zur Verwendung kommen.

Die bekanntesten Gerichte mit Kapern sind der italienische Vitello tonnato, Spaghetti alla puttanesca, die Königsberger Klopse und das Steak Tatar.

[Bearbeiten] Geschichte

Ein früher Nachweis von Kapern stammt aus dem jordanischen Tell es-Sa'idiyeh, wo in einem frühbronzezeitlichen Wohnhaus auf dem unteren Hügel, das einem Brand zum Opfer gefallen war, in einer Schale verkohlte Kapernknospen gefunden wurden.[1] Die kurze Öffnungszeit der Kapernblüte ist der Grund, warum im Alten Testament der Bibel König Salomon die Kaper als ein Bild für die Vergänglichkeit der Welt verwendet (Kohelet Prediger 12,5).

[Bearbeiten] Bilder

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Kapernstrauch – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Caroline R. Cartwright, Grapes or raisins? An early Bronze Age larder under the microscope. Antiquity 296, 2003, 345-348
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