Kapitolinische Venus

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Die Kapitolinische Venus in Rom

Die Kapitolinische Venus ist eine antike, leicht überlebensgroße Marmorstatue einer unbekleideten, idealschönen jungen Frau. Die Statue wurde im 17. Jahrhundert in Rom gefunden und wird seit 1752 in den Kapitolinischen Museen in Rom ausgestellt. Sie gilt als eine der zahlreichen, bereits in der Antike entstandenen Nachbildungen der berühmten Aphrodite von Knidos, die ihr Schöpfer Praxiteles für den Tempel der Göttin auf der Insel Kos angefertigt hatte. Obwohl ursprünglich selbst eine Nachbildung, diente die Kapitolinische Venus seit der Frühen Neuzeit ebenfalls als Vorlage zahlreicher Kopien und Neuschöpfungen.

Fundgeschichte[Bearbeiten]

Die Statue der Kapitolinischen Venus wurde während der Regierungszeit des Papstes Clemens X. (1667-1670) in den Gärten der Familie Stazi in der Nähe der Basilika San Vitale zwischen den Hügeln Quirinal und Viminal in Rom gefunden. Im Jahre 1752 kaufte sie Papst Benedikt XIV. von der Familie Stazi und stiftete sie den Kapitolinischen Museen.

Die Statue steht heute in einer speziellen Nische („Gabinetto della Venere“) im Erdgeschoss des zu den Museen gehörenden Palazzo Nuovo auf dem Kapitolshügel. Sie hat die Inventarnummer „inv. MC0409“.

Motiv[Bearbeiten]

Die Statue der Kapitolinischen Venus entstand während der römischen Kaiserzeit, wohl zur Zeit der Adoptivkaiser (96-192 n. Chr.) als Nachbildung einer hellenistischen Umformung der in der Antike berühmten Aphrodite des Praxiteles. Praxiteles fertigte sein Werk im Auftrag der Bürger der Insel Kos an. Diese Statue gilt als die erste lebensgroße Darstellung einer vollkommen unbekleideten Frau in der klassischen Zeit, was einerseits die damalige Welt schockierte, andererseits durch die Qualität der künstlerischen Ausführung Bewunderung auslöste. Die Bürger von Kos als Auftraggeber lehnten die Statue ab. Einige Bewunderer erwarben daraufhin die Statue und transportierten sie in die Stadt Knidos, wo sie in einem speziell eingerichteten Tempel aufgestellt wurde. Hier konnte sie von allen Seiten betrachtet werden und lockte viele Besucher aus allen Regionen des Mittelmeerraums an. Diese Popularität führte dazu, dass hellenistische Künstler von der Statue viele Nachbildungen anfertigten und den Typus in verschiedenen Variationen weiterentwickelten.

Während die Statue des Praxiteles sich ihres Beobachters nicht bewusst ist und sich um ihre Nacktheit unbekümmert präsentiert, begründeten die hellenistischen Umformungen das Motiv der „Venus pudica“, der schamhaften Venus, die nackt dargestellt ist, aber mit ihren Händen einen unzureichenden Versuch unternimmt, ihre Blößen zu bedecken.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]