Kapitolinische Wölfin (Timișoara)

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Kapitolinische Wölfin in Timișoara, 2003
Die Statue in ihrer Gesamtheit, im Hintergrund die Kathedrale der Heiligen drei Hierarchen, 2002
Die Kapitolinische Wölfin mit Blick auf die Oper, 2006

Die Kapitolinische Wölfin (rumänisch Lupoaica Capitolină) ist eine denkmalgeschützte[1] lebensgroße Bronzefigur der Kapitolinischen Wölfin auf der Piața Victoriei im I. Bezirk Cetate der westrumänischen Stadt Timișoara. Wie das Original säugt sie die legendären Gründer Roms, Romulus und Remus. Die Statue ist eines der Wahrzeichen der Stadt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Kapitolinische Wölfin ist eine exakte Nachbildung der Lupa Capitolina in Rom und ein Geschenk dieser Stadt aus dem Jahr 1926 an Timișoara als Zeichen der gemeinsamen romanischen Wurzeln des italienischen und des rumänischen Volkes. Das Denkmal befindet sich in der Mitte der Grünanlage zwischen dem Opernhaus und der Kathedrale der Heiligen drei Hierarchen und ist auf einer 4,96 Meter hohen Säule angebracht.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 23. April 1926 fand die feierliche Enthüllung des Denkmals statt, sie erfolgte in Anwesenheit des Bürgermeisters Samuil Șagovici, des rumänischen Kultusministers Vasile Goldiș, des Arbeitsministers Grigore Trancu-Iași sowie einer Delegation der italienischen Regierung. Übergeben wurde die Statue vom damaligen italienischen Konsul in Timișoara, Codecca.

Nach dem Wiener Schiedsspruch von 1940, als Nordsiebenbürgen Ungarn zugesprochen wurde, fand im Zentrum von Timișoara eine Protestdemonstration statt. Da Italien unter dem Diktator Benito Mussolini die ungarischen Territorialansprüche befürwortete, zog die Statue den Unwillen der Demonstranten auf sich und wurde vorübergehend aus dem Stadtzentrum entfernt.

Derartige Statuen stehen auch in zahlreichen weiteren rumänischen Städten, darunter in die Hauptstadt Bukarest seit 1906, Cluj-Napoca seit 1921 und Târgu Mureș seit 1924. Diese drei sind, wie diejenige in Timișoara, ebenfalls ein Geschenk der Stadt Rom. Nachbildungen stehen in den Städten Satu Mare, Galați, Constanța, Brașov, Alba Iulia, Dej, Năsăud und Sighișoara. Eine weitere Nachbildung befand sich ab 1921 in der moldawischen Hauptstadt Chișinău, diese wurde 1941 im Zuge der Machtübernahme durch die Sowjetunion zerstört.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Else von Schuster: Temeswar – Timișoara. Ein Rundgang durch Temeswar – O plimbare prin Timișoara. ADZ, București 1999, ISBN 973-99655-4-7, S. 117., in deutscher und rumänischer Sprache

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kapitolinische Wölfin (Timișoara) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • timisoaraazi.ro, Top 10 - locuri de vizitat in Timișoara, in rumänischer Sprache
  • infopensiuni.ro, Monumente Timișoara, in rumänischer Sprache
  • primariatm.ro, Monumentele actuale și pierdute, in rumänischer Sprache

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. gtztm.ro (PDF; 240 kB), Denkmalliste Lista Monumentelor Istorice 2004 des Județ Timiș, Eintrag 302 TM-III-m-B-06314, in rumänischer Sprache
  2. citynews.ro, Sapte locatii pentru Lupa Capitolina

45.75279921.22523894Koordinaten: 45° 45′ 10″ N, 21° 13′ 31″ O