Kapp-Putsch

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Putschende Soldaten mit Transparent „Halt! Wer weitergeht wird erschossen“ am Wilhelmplatz vor dem abgeriegelten Regierungsviertel
Kapp-Putschisten am Potsdamer Platz in Berlin
Freikorps Roßbach während des Kapp-Putsches in Wismar

Der Kapp-Putsch, auch Kapp-Lüttwitz-Putsch, selten Lüttwitz-Kapp-Putsch[1] vom 13. März 1920 war ein nach fünf Tagen gescheiterter Putschversuch gegen die Weimarer Republik, der von Wolfgang Kapp und Walther von Lüttwitz mit Unterstützung von Erich Ludendorff angeführt wurde. Er brachte das republikanische Deutsche Reich an den Rand eines Bürgerkrieges und zwang die Reichsregierung zur Flucht aus Berlin. Die meisten Putschisten waren aktive Reichswehrangehörige oder ehemalige Angehörige der alten Armee und Marine, insbesondere der Marine-Brigade Ehrhardt, sowie Mitglieder der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP).

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Der Putschversuch richtete sich gegen die von SPD, Zentrum und DDP getragene Regierung unter Gustav Bauer (SPD). Allerdings bestand zwischen den Beteiligten keine Einigkeit über die Zielsetzungen, was vor allem auch an dem überstürzten Beginn und den ungenügenden Vorbereitungen lag. So gab es besonders zwischen den Hauptverantwortlichen Kapp und Lüttwitz erhebliche Unterschiede.

Die Regierung Bauer versuchte zwar, die Erfüllung der Bestimmungen des Versailler Vertrages abzuschwächen, gleichwohl musste sie ihm im Wesentlichen entsprechen. Am 10. Januar 1920 trat er in Kraft. Große Teile des Offizierskorps der Reichswehr und die Angehörigen der nationalistisch orientierten Freikorps wollten die Reduzierung der Reichswehr – und damit ihre Entlassung – nicht hinnehmen.

Der Kommandierende General des Reichswehr-Gruppenkommandos 1 in Berlin, Walther Freiherr von Lüttwitz, stellte sich an die Spitze der militärischen Opposition gegen die Regierung. Die politische Führung sollte der preußische Generallandschaftsdirektor Wolfgang Kapp übernehmen, der im Kriege Gründungsmitglied der Deutschen Vaterlandspartei gewesen war.

Plakat der Reichsregierung gegen den Kapp-Putsch 1920

Die Reichsregierung selbst bemühte sich, den Abbau der bewaffneten Kräfte hinauszuzögern, da sie sich auf die Truppen angewiesen sah, um der heftigen sozialen Unruhen im Reich Herr zu werden. So endeten etwa im Januar 1920 vor dem Reichstag Auseinandersetzungen um das Betriebsrätegesetz gewaltsam. Zudem war die Frage der Grenzen des Reiches im Osten noch nicht geklärt; polnische Nationalisten versuchten in Aufständen in Oberschlesien vor den anstehenden Volksabstimmungen Tatsachen zugunsten Polens zu schaffen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Gründe für den Putsch waren die Republikfeindlichkeit sowie die Frustration vieler früherer Soldaten, die nun in etwa 120 Freikorps organisiert waren. Außerdem drohte gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrages ihre Entwaffnung und Entlassung aus den militärischen Verbänden, da die zu diesem Zeitpunkt etwa 250.000 Mann umfassende Reichswehr auf 100.000 verringert werden sollte.

Weiterhin kämpften insbesondere die sogenannten Baltikum-Freikorps (aus denen sich die Marine-Brigade Ehrhardt zu einem Teil zusammensetzte) auch nach dem Krieg gegen die vorrückende Rote Armee Sowjetrusslands. Dies wurde von den Alliierten noch geduldet. Nach der Eroberung der lettischen Hauptstadt Riga im Mai 1919 galt der Auftrag als erfolgreich erfüllt. Der folgende Abzugsbefehl wurde seitens der Freikorps ignoriert. Erst als die Reichsbehörden den Nachschub unterbrachen, gaben die Freikorps auf. Die mutmaßlich von ihrer Regierung enttäuschten Soldaten trafen sich mit der 1919 gegründeten Nationalen Vereinigung, einer Nachfolgeorganisation der Deutschen Vaterlandspartei aus dem Ersten Weltkrieg, in der Wolfgang Kapp und Hauptmann Waldemar Pabst den Ton angaben. Sie diente vor allem der Koordination der bereits bestehenden nationalistischen Oppositionsgruppen.

Ablauf[Bearbeiten]

Extrablatt der Vossischen Zeitung mit ersten Nachrichten über den Putsch

Am 29. Februar 1920 löste Reichswehrminister Gustav Noske auf Anweisung der Siegermächte die 5.000 Mann starke Marine-Brigade Ehrhardt sowie die Marine-Brigade von Loewenfeld auf. Diese Einheiten bildeten die Elite der bewaffneten Verbände und waren als Rückhalt im Falle einer Eskalation des polnisch-sowjetischen Krieges auf Reichsgebiet vorgesehen.

Lüttwitz nahm Anfang März Kontakt zu führenden Politikern der rechtskonservativen DNVP und der nationalliberalen DVP (Oskar Hergt und Rudolf Heinze) auf und setzte sie von seinen Forderungen (Neuwahlen zum Reichstag und Direktwahl des Reichspräsidenten), die weitgehend mit denen der beiden Parteien übereinstimmten, in Kenntnis und wies auf die Möglichkeit eines Putsches hin. Diese erklärten sich bereit, auf eine Lösung in der noch als Parlament fungierenden Weimarer Nationalversammlung hinzuwirken, und forderten Lüttwitz auf, seine Putschpläne vorerst zurückzustellen. Der von beiden Fraktionen am 9. März eingebrachte Entschließungsantrag fand jedoch keine Mehrheit. Die schon länger kursierenden Putschgerüchte waren von Reichswehrminister Gustav Noske ignoriert worden.

Am 10. März sprach General von Lüttwitz bei Reichspräsident Ebert vor und forderte ultimativ die Rücknahme des Auflösungsbefehls. Gleichzeitig trug er verschiedene politische Forderungen wie die sofortige Auflösung der Nationalversammlung, Neuwahlen zum Reichstag und die Ernennung von sogenannten Fachministern vor. Ebert wies im Beisein von Noske diese Forderungen ab und legte dem General den Rücktritt nahe. Der Chef des Heerespersonalamtes General Ritter und Edler von Braun wurde angewiesen, Lüttwitz unter Beförderung zum Generaloberst zum Ausscheiden aus dem Dienst zu bewegen.[2] Da der freiwillige Rücktritt ausblieb, wurde Lüttwitz am 11. März durch Noske wegen Insubordination gegenüber den zivilen Reichsbehörden zur Disposition gestellt.

Korvettenkapitän Hermann Ehrhardt (links, im Auto sitzend) beim Einmarsch der Marinebrigade am 13. März in Berlin
Angehörige der Marinebrigade am 13. März in Berlin, Flugblätter verteilend; deutlich sichtbar die Hakenkreuze auf den Helmen der Soldaten
Marine-Brigade Ehrhardt in Berlin

In der Nacht vom 12. auf den 13. März setzte sich die in Döberitz liegende Brigade Ehrhardt nach Berlin in Marsch. Viele Soldaten trugen als Ausdruck ihrer völkischen Gesinnung ein weiß gemaltes Hakenkreuz am Helm. Das Vorgehen erfolgte zögerlich, so dass die Regierung Gelegenheit erhielt, nach Dresden zu flüchten. Nachdem der dortige Wehrkreisbefehlshaber Georg Maercker sich unentschlossen zeigte, ob er sich auf die Seite der Regierung oder der Putschisten stellen sollte, war die Regierung genötigt, am nächsten Tag nach Stuttgart weiterzureisen. In Berlin blieben nur wenige Regierungspolitiker zurück, darunter Justizminister und Vizekanzler Eugen Schiffer (DDP) und der Zentrumsvorsitzende Karl Trimborn, die später die Verhandlungen mit den Putschisten führten.

Die meuternden Truppen proklamierten Kapp zum Reichskanzler. Mit beteiligt am Putsch waren der ehemalige Berliner Polizeipräsident Traugott von Jagow, Oberst Max Bauer, Major Waldemar Pabst und der Pfarrer und DNVP-Politiker Gottfried Traub.

In einer Besprechung zwischen Noske, dem Chef der Heeresleitung Walther Reinhardt und dem Chef des Truppenamtes Hans von Seeckt sprach sich nur Reinhardt für den Einsatz regierungstreuer Truppen gegen die Putschisten aus, während Seeckt dies ablehnte. Häufig wird Seeckts Antwort mit den Worten „Truppe schießt nicht auf Truppe“ bzw. „Reichswehr schießt nicht auf Reichswehr“ zitiert. Auch wenn dafür Belege fehlen,[3] äußerte er sich sinngemäß so, da er befürchtete, dass dies die Zerstörung der von ihm aufgebauten Reichswehr bedeuten würde.[4] Seeckt meldete sich zu Beginn des Putsches krank und beteiligte sich von zu Hause insgeheim an dessen Liquidierung. Die Truppen des Gruppenkommandos 1 in den östlichen und nördlichen Teilen des Reiches folgten anfangs weitgehend den Befehlen ihres unmittelbaren Vorgesetzten Lüttwitz, während die des Gruppenkommandos 2 in Westdeutschland sich abwartend verhielten. Ähnlich gespalten war die Reichswehrführung in Berlin.

Demonstration in Berlin gegen den Kapp-Putsch

Am Vormittag des 13. März wurde ein Aufruf des Pressechefs der Reichskanzlei, Ulrich Rauscher, zum Generalstreik im Namen des Reichspräsidenten und der SPD-Minister und -Fraktion verbreitet; dem schlossen sich am Nachmittag der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund (ADGB) und die Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltengewerkschaften (AfA) an. Die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) sprach sich zwar gegen den Putsch aus, forderte jedoch die Proletarier zunächst auf, mit der Teilnahme an Aktionen noch zu warten.

Extrablatt-Schlagzeile des Berliner Lokal-Anzeiger vom Mittag des 13. März

Die Mitglieder der DNVP solidarisierten sich mit den Putschisten und unterstützten zum Teil aktiv den Umsturzversuch. Auch Teile der DVP sympathisierten mit den Putschisten. Die Parteiführung unter Gustav Stresemann fasste den Beschluss, den Putsch nicht zu verurteilen, gleichwohl stellte sie in ihrer Erklärung vom 13. März die Forderung nach einer baldigen Überleitung zu geordneten Verhältnissen auf.

Am 14. März korrigierte die KPD ihre Haltung vom Vortag und rief zur Beteiligung am Generalstreik auf. Dies lag zum Teil auch daran, dass sich einzelne Bezirke der Partei bereits am Streik beteiligten.

In Thüringen, Sachsen und im Ruhrgebiet (siehe Ruhraufstand) versuchten linksgerichtete Gruppen wie die USPD den Generalstreik in eine zweite Revolution überzuleiten. Dazu wurden spontan bewaffnete Formationen gebildet, die etwa im Ruhrgebiet (Rote Ruhrarmee) zwischen 50.000 und 120.000 Mann umfassten.

Es gelang den Kapp-Putschisten in den folgenden Tagen nicht, sich an der Macht zu halten. Sie fanden nicht ausreichend Unterstützung und stießen in der Berliner Ministerialverwaltung auf Widerstand. So unterstützte der Deutsche Beamtenbund ab dem 15. März den Streik. Zudem fehlte es den Aufständischen an Einigkeit über ihre eigentlichen Ziele. Die überstürzte Natur des Putsches wird auch daran deutlich, dass die Putschisten keine Ministerlisten vorbereitet hatten. Einen großen Anteil am Misslingen des Putsches hatte der Generalstreik – der größte in der deutschen Geschichte. Dieser führte zur völligen Lahmlegung der öffentlichen Versorgung in Berlin und führte den Putschisten schnell die Aussichtslosigkeit ihres Unterfangens vor Augen.

Am 17. März schließlich floh Kapp nach Schweden. Von Lüttwitz übernahm nun als Militärdiktator die Regierung und wollte als solcher gegen die Aufstände vorgehen. Jedoch kam es bereits am selben Tag zu Verhandlungen im Berliner Justizministerium, bei denen die Parteienvertreter Lüttwitz die weitgehende Erfüllung seiner Forderungen als Gegenleistung für die unblutige Beendigung des Putsches anboten. Zudem stellten sie ihren Einsatz für eine Amnestie in Aussicht. Sie handelten dabei ohne Rückendeckung der Stuttgarter Regierung, die Verhandlungen stets abgelehnt hatte. Da Lüttwitz auch den Rückhalt in der Reichswehr weitgehend verloren hatte, willigte er in die Bedingungen ein und trat zurück. Die Vereinbarung wurde am gleichen Tag in einer Pressemitteilung verbreitet. Der Putschversuch war nach fünf Tagen beendet. Lüttwitz verließ, begleitet von Erich Ludendorff, den die Putschisten mehrfach zur Beratung eingeladen hatten, die Reichskanzlei.

Folgen[Bearbeiten]

Siehe auch: Ruhraufstand

Weil die Regierung die Brigade Ehrhardt nach der Flucht Kapps gegen die weiter streikenden Arbeiter zu Hilfe rief, konnte sie noch eine Zeit lang weiter bestehen. Die ebenfalls eingesetzte schwer bewaffnete Sicherheitspolizei (Sipo) setzte Bomben aus Flugzeugen und schwere Maschinengewehre zur Aufstandsbekämpfung ein.

Die den Generalstreik unterstützenden Gewerkschaften einigten sich am 18. März auf ein gemeinsames Neun-Punkte-Programm mit weitgehenden Forderungen, darunter Sozialisierung von Betrieben und Enteignung von Großagrariern, zudem eine Regierungsumbildung. Andernfalls wollten sie den Streik fortsetzen. Am 26. März trat das Kabinett Bauer zurück, und eine neue Regierung unter Hermann Müller (SPD) wurde gebildet (Kabinett Müller I). Eine Beteiligung der Gewerkschaften an der Regierung kam nicht zustande, so hatte der ADGB-Vorsitzende Carl Legien das ihm von Ebert angebotene Amt des Reichskanzlers abgelehnt. Der neue Reichskanzler Müller ernannte Hans von Seeckt zum neuen Chef der Heeresleitung, nachdem General Reinhardt aus Solidarität mit Reichswehrminister Noske zurückgetreten war.

In Ostpreußen hatten sich alle höheren Verwaltungsbeamten mit Ausnahme des Königsberger Oberbürgermeisters Hans Lohmeyer dem Unternehmen von Kapp angeschlossen. Nach dessen Scheitern entließ die Staatsregierung den Oberpräsidenten, drei Regierungspräsidenten und die meisten Landräte. Nicht entlassen wurden OB Lohmeyer, der Regierungspräsident v. Oppen (Allenstein) und die Landräte v. Gottberg (Bartenstein), Frhr. zu Innhausen und Knyphausen (Rastenburg), Neumann (Pr. Eylau) und Frhr. v. Mirbach (Neidenburg).

In der Reichstagswahl vom 6. Juni 1920 verlor die Weimarer Koalition aus SPD, Zentrum und DDP ihre absolute Mehrheit, und mit dem Kabinett Fehrenbach wurde eine bürgerliche Minderheitsregierung gebildet. Als Gewinner gingen aus der Wahl sowohl die USPD als auch die DNVP und DVP hervor. Die am 2. August 1920 verabschiedete Amnestie stellte alle Putschteilnehmer mit Ausnahme der „Urheber“ und „Führer“ straffrei, sofern sie nicht aus „Rohheit“ oder „Eigennutz“ gehandelt hatten. Gleiche Bestimmungen galten für die linken Aufständischen. In der Reichswehr wurden nach Militärgerichtsverfahren 48 Offiziere ihres Amtes enthoben, die meisten Verfahren wurden eingestellt oder endeten mit einem Freispruch.

Viele führende Beteiligte des Putsches setzten sich in die – infolge der dortigen Regierungsübernahme Gustav von Kahrs am 16. März gebildete – konservative „Ordnungszelle“ Bayern ab, wo sie sich in rechtsgerichteten Organisationen und Wehrverbänden engagierten. Der frühere Chef der Brigade Ehrhardt gründete in München als Quasi-Nachfolgeorganisation die Organisation Consul, die in der Folgezeit für zahlreiche Fememorde an republikanischen Politikern verantwortlich war.

Am 21. Dezember 1921 verurteilte das Reichsgericht Traugott von Jagow zur Mindeststrafe von fünf Jahren Festungshaft (die mildeste und ehrenhafteste Form der Freiheitsentziehung bei Vergehen und Verbrechen). In diesem Urteil hieß es einerseits sinngemäß, dass § 81 Abs. I Nr. 2 StGB (Hochverrat) die jeweils gültige Verfassung des Deutschen Reichs und damit auch die neue Weimarer Verfassung schützen solle. Auf der anderen Seite hieß es: „Bei der Strafzumessung sind dem Angeklagten [gemeint ist Traugott von Jagow], der unter dem Bann selbstloser Vaterlandsliebe und eines verführerischen Augenblicks dem Rufe von Kapp gefolgt ist, mildernde Umstände zugebilligt worden.“

Das Verfahren gegen zwei Mitangeklagte wurde am gleichen Tag eingestellt. Diese drei Verfahren waren die einzigen Strafverfahren gegen die Putschisten. Zwar stellte sich Kapp nach seiner Flucht im April 1922 todkrank dem Reichsgericht, jedoch verstarb er vor seinem Prozess am 12. Juni 1922 in Untersuchungshaft.

Gedenken[Bearbeiten]

Für die bei den Kämpfen an zahlreichen Orten in Deutschen Reich ums Leben gekommenen Aufständischen, Soldaten, Polizisten und Zivilisten wurden bereits in den ersten Jahren danach Gedenkorte und Denkmale eingerichtet. Eine umfangreiche Auswahl:

  • Denkmal der Märzgefallenen“ von Walter Gropius, errichtet am 1. Mai 1922 auf dem Historischen Friedhof in Weimar für eine Arbeiterin und acht Arbeiter.
  • Gedenktafel im Steinbruch des Galgenberges in Halle (Saale) für die Toten der dort erfolgten Kämpfe.
  • Friedhof Hannover-Stöcken Abteilung 64 A: 1-8 und 13 (Gräber für 14 Opfer des Kapp-Putsches).
  • Gedenktafel am ehemaligen Standort des Rathauses Schöneberg am Berliner Kaiser-Wilhelm-Platz für die Opfer des Putsches
  • Gedenkstein für die Opfer des Kapp-Putsches in Berlin-Köpenick
  • Gedenkstein für Alexander Futran auf dem Futran-Platz in der Köpenicker Altstadt in Berlin
  • Gedenkstein für die Opfer des Köpenicker Blutsonntages am 21. März 1920 auf dem Futran-Platz in Köpenick in Berlin
  • Inschrift am Rathausportal in Suhl (Im grünen Wald die rote Stadt, die ein zerschossen' Rathaus hatt')
  • Gedenkstein zur Niederschlagung des Kapp-Putsches (Einstellung der Kampfhandlungen) in Zickra (Ortsteil von Berga/Elster)
  • Gedenkstein für die Opfer des Kapp-Putsches vor dem (damals als Kaserne genutzten) Schloss Gottorf (Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum), Schleswig
  • Gedenktafel für die Opfer im Harburger Blutsonntag an der Schule Woellmerstraße in Hamburg-Heimfeld, der damaligen Stadt Harburg (Elbe) (siehe auch: Rudolf Berthold (Fliegerhauptmann))
  • Gedenktafel, die an die bewaffneten Kämpfe in Riesa erinnert (Dr.-Külz-Straße)
  • Gedenkstätte, die an die Tötung von fünf unbewaffneten Bürgern in Eisenach erinnert (Frankfurter Straße)
  • Grabstätte der Schöneberger Opfer des Kapp-Putsches auf dem Friedhof Eythstraße in Berlin-Schöneberg (Gräber für drei Opfer ohne Angehörige)

Ehrengräber und Gedenktafeln im Ruhrgebiet / Rheinisch-Westfälischen Industriegebiet:

  • Ehrengrab, Friedhof Wiescherstraße in Herne
  • Gedenkstein für die Opfer in Bochum-Laer (ehemaliger Friedhof, jetzt Park Dannenbaumstraße)
  • Gedenkstein für die Opfer auf dem Friedhof in Bochum-Werne
  • Gedenktafeln aus den 1930er und 1980er am Wasserturm Steeler Straße in Essen
  • Gedenktafel auf dem Südwestfriedhof Essen
  • Ehrengrab und Gedenkstein für die Opfer in Haltern (im Waldgebiet Haard, südlich von Haltern)
  • Ehrengrab auf den Gelsenkirchener Südfriedhof
  • Ehrengrab auf den Westfriedhof in Oberhausen
  • Ehrengrab auf den Friedhof Bottrop-Kirchhellen
  • Mahnmal für die ermordeten Arbeiter der Roten Ruhrarmee in Dortmund auf dem Nordfriedhof
  • Ehrengrab auf dem Friedhof in Dinslaken (Flurstraße)
  • Gedenkstein auf einen Massengrab in der Haard, Hünxe-Bruckhausen
  • Ehrengrab auf dem Friedhof Duisburg-Walsum
  • Ehrengrab mit Statue auf dem Rembergfriedhof in Hagen
  • Gedenktafel am Bahnhof der Stadt Wetter (Ruhr) für die dort erfolgten Kämpfe.[5]
  • nachträglich eingerichtetes "Grab" für die in Wetter getöteten Arbeiterkämpfer sowie einer Bürgerin auf dem Areal der bestatteten Freikorps-Kämpfer auf dem Friedhof Wetter
  • Ehrengrab in Witten-Bommern
  • Gedenktafel in Hamm-Pelkum am Ort von Erschießungen
  • Ehrengrab auf dem Friedhof Hamm-Pelkum
  • Ehrengrab auf dem Friedhof Hamm-Wiescherhöfen
  • Ehrengrab mit Statue auf dem Friedhof Bergkamen
  • Gedenksteine für zwei Massengräber in der Haard bei Olfen-Eversum
  • Gedenksteine und -tafel auf dem Ehrenfriedhof an der Königshöhe in Wuppertal-Elberfeld

Ehrung von Freikorpsangehörigen:

  • Ehrenmal in Essen für in den Kämpfen getötete Freikorps- und Reichswehrangehörigen sowie Polizisten, in der Zeit der Nationalsozialisten eingeweiht
  • Ehrenmal und -grab für gefallene Polizisten, Südwest-Friedhof, Essen
  • Ehrengrab für die Gefallenen des Freikorps Loewenfeld, Friedhof Bottrop-Kirchellen
  • Benennung der Loewenfeldstraße, Bottrop-Kirchhellen

Filmische Rezeption[Bearbeiten]

Der Bayerische Rundfunk rekonstruierte im Jahr 2011 die Ereignisse rund um den Kapp-Putsch für das Dokudrama Die Konterrevolution - Der Kapp-Lüttwitz-Putsch. Unter der Regie von Bernd Fischerauer spielten u.a. Hans Michael Rehberg (General v. Lüttwitz), Jürgen Tarrach (Friedrich Ebert) und Michael Rotschopf (Waldemar Pabst). Die Erstausstrahlung fand am 20. Mai 2011 im Programm BR-alpha statt.[6][7]

Literatur[Bearbeiten]

  • James Cavallie: Ludendorff und Kapp in Schweden. Aus dem Leben zweier Verlierer. Lang, Frankfurt [u. a.] 1995, ISBN 3-631-47678-7 (umfassende Abhandlung zu den Ereignissen in Berlin, den Hintergründen den Hauptverschwörern, sowie den Ereignissen nach dem Putsch).
  • Johannes Erger: Der Kapp-Lüttwitz-Putsch. Ein Beitrag zur deutschen Innenpolitik 1919/1920. Droste, Düsseldorf 1967 (Nach wie vor das Standardwerk zum Thema, allerdings fehlen hier die Widerstandsaktionen, linken Aufstände usw. fast völlig).
  • Sebastian Haffner: Der Verrat. Verlag 1900 Berlin, Berlin 1993, ISBN 3-930278-00-6.
  • Erwin Könnemann, Gerhard Schulze (Hrsg.): Der Kapp-Lüttwitz-Ludendorff-Putsch. Dokumente. Olzog, München 2002, ISBN 3-7892-9355-5 (umfassende Quellensammlung).
  • Heiner Möllers: "Reichswehr schießt nicht auf Reichswehr!" Legenden um den Kapp-Lüttwitz-Putsch vom März 1920, in: Militärgeschichte. Zeitschrift für die Historische Bildung, hrsg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Potsdam, 11 (2001), S. 53-61.
  • Hans J. Reichardt: Kapp-Putsch und Generalstreik März 1920 in Berlin, Nicolaische Verlagsbuchhandlung Beuermann, Berlin 1990, ISBN 3-87584-306-1.
  • Hagen Schulze: Freikorps und Republik. 1918-1920. Boldt, Boppard am Rhein 1969.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kapp-Putsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lüttwitz-Kapp-Putsch beim Deutschen Historischen Museum
  2. Harold J. Gordon Jr.: Die Reichswehr und die Weimarer Republik, Verlag für Wehrwesen Bernard & Graefe, Frankfurt am Main 1959, S. 113
  3. Heinrich August Winkler Weimar 1918-1933, Beck 1993, S. 121.
  4. Gordon Craig Deutsche Geschichte 1866-1945, S. 376.
  5. Thea A. Struchtemeier: „Von Wetter ging das Wetter aus!“ - Reminiszenz an die Entstehungsgeschichte der Arbeiterinnen- und Arbeitergedenktafel zur Erinnerung an die Niederschlagung des Kapp-Putsches im März 1920, in: 1999, Zeitschrift für die Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts, Jg. 6, Januar 1991, Heft 1, S. 161 ff.
  6. BR-alpha: Die Konterrevolution - Der Kapp-Lüttwitz-Putsch
  7. der ganze Film auf youtube.com (Flash-Video, 90 Minuten)