Karadağ

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Dieser Artikel behandelt den Berg in der türkischen Provinz Karaman. Zu anderen Bergen und Orten siehe Kara Dağ; zum Fußballspieler siehe Alican Karadağ.
Karadağ
Landsat-Aufnahme des Karadağ

Landsat-Aufnahme des Karadağ

Höhe 2288 m
Lage Karaman, Türkei
Gebirge Taurusgebirge
Koordinaten 37° 23′ 58″ N, 33° 8′ 49″ O37.39958333333333.1468055555562288Koordinaten: 37° 23′ 58″ N, 33° 8′ 49″ O
Karadağ (Türkei)
Karadağ
Typ Erloschener Schildvulkan
Gestein Andesit, Dazit[1]

Der Karadağ (deutsch Schwarzer Berg) ist ein Bergmassiv in der türkischen Provinz Karaman, etwa 25 km nördlich der Provinzhauptstadt Karaman. Er ist ein erloschener Schildvulkan und durchmisst etwa 15 km in Nordsüd- wie in Westostrichtung. Sein Krater hat einen Durchmesser von etwa 2000 m. Seine drei Hauptgipfel sind der Mihalıç Tepesi, der Baştepe und der Kızıldağ. Der Mihalıç Tepesi im Süden ist mit 2288 m[2] die höchste Erhebung.

Auf der Nordseite liegt bei den Dörfern Madenşehri, Üçkuyu und Değle die Region Binbirkilise (deutsch 1001 Kirchen) mit zahlreichen byzantinischen Kirchenruinen. Auf dem Gipfel des Mihalıç Tepesi liegen unterhalb einer byzantinischen Kirchenruine zwei hethitische Inschriften in luwischen Hieroglyphen, die Gertrude Bell entdeckt hat. Auf dem etwa 5 km nordöstlich davon gelegenen Kızıldağ finden sich Mauern, eine Treppe, am Westhang ein Thron sowie weitere Inschriften, alles wahrscheinlich erstellt unter Großkönig Hartapu im achten Jahrhundert v. Chr.,[3] nach anderen Quellen bereits gegen Ende des hethitischen Großreichs im 12. Jahrhundert v. Chr.[4]

Auf dem Mihalıç Tepesi befindet sich außerdem eine Sendestation des türkischen Fernsehsenders TRT[5].

Die in der Türkei häufig zu beobachtende Rillenerosion ist an den Hängen des Karadağ wahrscheinlich in byzantinischer Zeit durch Ackerterrassen überbaut worden und hat nach der Auflassung der Städte von Binbirkilise ein zweites Mal stattgefunden.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karaman - Karadağ
  2. Türkeikarte der Geographischen Fakultät der Universität Ankara
  3. W. Orthmann: Karadağ in Erich Ebeling, Bruno Meissner, Dietz Otto Edzard: Reallexikon der Assyriologie und Vorderasiatischen Archäologie, Walter de Gruyter, 1980 S. 402 ISBN 9783110071924 bei GoogleBooks
  4.  Charles Allen Burney: Historical Dictionary of the Hittites. Scarecrow Press, 2004, ISBN 081084936-4, S. 145 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Wolfgang Dorn: Türkei - Zentralanatolien: zwischen Phrygien, Ankara und Kappadokien. DuMont Reiseverlag, 2006, S. 267f, ISBN 978-3770166169 (bei GoogleBooks)
  6. Wolf-Dieter Hütteroth/Volker Höhfeld: Türkei. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2002, S. 50f. ISBN 3534137124