Karakum

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Zentralasien mit der Seidenstraße. Die Karakum liegt östlich des Kaspischen Meers.

Die Karakum (auch Kara-Kum, russisch Каракумы; turkmenisch Garagum; usbekisch Qoraqum; wörtlich „Schwarzer Sand“) ist eine Wüste in Zentralasien. Zusammen mit der benachbarten Wüsten Kysylkum („Roter Sand“) und Aralkum nimmt sie den größten Teil des inneren Tieflands von Turan ein.

Die Karakum liegt westlich des Flusses Amudarja und gehört fast vollständig zum Staatsgebiet von Turkmenistan, lediglich an den nördlichen Randgebieten hat auch Usbekistan einen Anteil. Die Karakum nimmt etwa 90 % der Fläche Turkmenistans ein und hat eine Größe von über 400.000 km². Die extrem wasserarme Region wird im Süden vom etwa 1.445 km langen Karakum-Kanal durchquert, dem vielleicht aufwändigsten Bewässerungsprojekt bis heute. Mit dem Bau des Kanals wurde 1950 begonnen.

Die Karakum in Turkmenistan

Geschichte[Bearbeiten]

Die Karakum war einst Heimat einer frühzeitlichen Hochkultur, die bislang nur als Oasenkultur bekannt ist. Diese eigenständige Kultur entstand zeitgleich mit den bekannten Hochkulturen am Nil, in Mesopotamien und im Indus-Tal, im 4. Jahrtausend v. Chr. Um 1700 v. Chr. verschwand die Kultur auf bislang ungeklärte Weise, nachdem vermutlich eine Landflucht in Richtung Zweistromland einsetzte.

Lange nachdem die Oasenkultur verschwunden war, verlief die Seidenstraße durch die Karakum. Die Oasenstadt Merw war wichtige Zwischenstation dieser Handelsroute des Altertums und Mittelalters.

Im Jahr 2000 begann die turkmenische Regierung Im Tal Karashor nahe der Stadt Yaila mit der Anlage eines Sees in der Wüste.[1] Das erste Wasser floss nach der Vollendung des ersten Bauabschnitts am 15. Juli 2009 in die Anlage, die in Gegenwart von Regierungschef Gurbanguly Berdimuhamedow in Betrieb genommen wurde.[2] Die Zuflusskanäle sollen eine Länge von über 2500 Kilometern erreichen, der See soll 100 km lang und 19 km breit werden.[1] Der Flächeninhalt von 1900 Quadratkilometern entspricht zu fast drei Vierteln dem des Saarlands. Pro Jahr sollen 10 Milliarden Kubikmeter mineralisiertes Sickerwasser in das Reservoir fließen, das eine Gesamtkapazität von 132 Milliarden Kubikmeter besitzen wird. [3] Das Projekt soll im Jahr 2020Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren vollendet sein. [1]

Physische Geographie[Bearbeiten]

Das Tiefland von Turan erstreckt sich zwischen dem flachen Landrücken der Kasachischen Schwelle mit dem Aralsee im Norden, dem stark aufgegliederten Hochgebirge von Pamir und Hindukusch im Osten, dem mäßig hohen seismisch aktiven Faltengebirgsstrang des Kopet-Dagh im Süden und dem Kaspischen Meer im Westen.

Aufgrund der kontinentalen Lage ist die Karakum extrem trocken. Daher finden sich hier je nach Gestaltung des Untergrunds harte Lehmwüste, trockene Kalktafeln oder von groben Gesteinsschuttmänteln umgebene vereinzelte Restberge. Den größten Teil des Gebiets nimmt jedoch Sandwüste ein, der jedoch nicht schwarz ist, auch wenn der Name „Schwarzer Sand“ dieses andeutet. Sie besteht aus dem Material, das dem Flusstal des Amudarja und zerfallendem Sandstein entstammt. Es sind dabei gewellte Sanddecken anstatt hoher Dünen zu finden. Hier herrscht in der Regel Winderosion vor.

Klima[Bearbeiten]

Diese Region ist vom Kontinentalklima geprägt. Im Sommer bewegen sich die Temperaturen im Mittel zwischen 27 °C und 32 °C. Bei hohen Mittagstemperaturen und wolkenlosem Himmel wird der Sand bis auf 70 °C erhitzt. Nachmittags treten infolge der Hitze sehr häufig Stürme auf. Die Winter sind meist kalt (die Januartemperatur liegt im Mittel zwischen −6 °C und 5 °C) und werden durch die Dauer der Fröste und die geringe Schneedecke bestimmt, die meist nur wenige Wochen liegen bleibt.

Der Großteil der Niederschläge fällt im Frühjahr und Frühsommer, wobei der durchschnittliche Jahresniederschlag zwischen 100 mm und 150 mm beträgt.

Fauna und Flora[Bearbeiten]

Aus klimatischen Gründen findet sich in der Karakum allenfalls Steppenvegetation mit verschiedenen Grasarten, denn die hohen Sommertemperaturen und die kalten Winter erlauben auch bei den Frühjahrsregen keine dauernde höhere Vegetation.

Hier sind Karakal, Sandkatze, Brillenschlange, Gecko und der bis zu 1,5 m lange Wüstenwaran heimisch.

Bodenschätze[Bearbeiten]

In der Karakum finden sich bedeutende Erdöl- und Erdgasvorkommen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Karakum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Nazar Dovletli: Man-made lake appears in Karakum Desert, CentralAsiaOnline.com, 28. Juli 2009, Zugriff am 4. Februar 2011
  2. ocamagazine.com: Project to go down in history in Turkmenistan « OCA, 19. Juli 2010, Zugriff am 4. Februar 2011
  3. turkmenistan.ru: Water starts flowing into manmade Turkmen lake in Karakum desert, 9. Juli 2009, Zugriff am 4. Februar 2011