Karakumkanal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Vorlage:Infobox Fluss/GKZ_fehlt

Karakumkanal
Lage
Karakumkanal (Turkmenistan)
Atamyrat
Atamyrat
Murgab
Murgab
Aşgabat
Aşgabat
Bereket
Bereket
Türkmenbaşy
Türkmenbaşy
Kizyl-Atrek
Kizyl-Atrek
Karte von Turkmenistan
Länge 1445 km
Erbaut 1954–1967[1] bis Gökdepe,
Stausee 38° 15′ 16″ N, 57° 49′ 9″ O38.25436111111157.819138888889
Ausgebaut 1970er – 1988[2]
Beginn Fluss Amudarja vor Atamyrat 37° 35′ 0″ N, 65° 43′ 0″ O37.58333333333365.716666666667
Ende vor Kizyl-Atrek (Stadt) 37° 41′ 43″ N, 54° 48′ 11″ O37.69527777777854.803055555556[2]
am Kaspischen Meer
Häfen Aşgabat
Abzweigungen, Kreuzungen Murgab 37° 41′ 25″ N, 61° 59′ 4″ O37.69022222222261.9845
Hari Rud 37° 2′ 21″ N, 60° 47′ 4″ O37.03916666666760.784583333333
Talfahrt Richtung Westen
Abflussmenge: etwa 12[3] bis 13[4] km³ jährlich
Karakumkanal

Der Karakumkanal (heute nach dem „Ehrennamen“ des ehemaligen turkmenischen Präsidenten Saparmyrat Nyýazow Türkmenbaşy-Kanal und früher Turkmenischer Hauptkanal genannt, turkmenisch Garagum kanaly, russisch Каракумский канал) ist ein Kanal in Turkmenistan.

Der 1.445 km lange Kanal verläuft zwischen dem Fluss Amudarja (bei Atamyrat) und dem Kaspischen Meer durch die Wüste Karakum und am Nordrand des Gebirgszugs Kopet-Dag an der Grenze zum Iran.

Mit dem Bau wurde 1954[1] durch die Sowjetunion begonnen, um damit den steigenden Wasserbedarf durch den in der Umgebung forcierten Anbau von Baumwolle und Reis zu decken. Der Kanal, der auf nahezu seiner Hälfte von kleineren Booten befahren werden kann, war der größte der Sowjetunion. Der Karakumkanal ist Ursache für 40 Prozent des Wasserverlusts des Aralsees und damit maßgeblich für die zunehmende Austrocknung des Sees: Durch ihn werden dem Amudarja jährlich etwa 12 bis 13 km³ Wasser entzogen, das entspricht einem durchschnittlichen Abfluss von 400 m³/s. Als Folge erreicht der Fluss den See nur noch zeitweilig, so dass dieser durch die resultierende Austrocknung stark schrumpft.

Weil der Kanal bis Bereket (früherer Name Gazanjyk, 39° 15′ N, 55° 31′ O39.24166666666755.516666666667) offen verläuft und zudem über kein betoniertes Bett verfügt, verdunstet oder versickert etwa die Hälfte der in ihm hindurchgeleiteten Wassermenge. Die andere Hälfte des Wassers wird hauptsächlich zur landwirtschaftlichen Nutzung entzogen. Ab Bereket führt ein Zweig Richtung Süd-West nach Kizyl-Atrek (auch Gyzyletrek genannt). Ein weiterer Zweig führt nach Nebit-Dag (Balkanabat).[2]

Die wichtigste Stadt am Karakumkanal ist Aşgabat, die Hauptstadt von Turkmenistan. Der Kanal wird in verschiedenen Abschnitten von der Transkaspischen Eisenbahn begleitet. Bei den nahe beieinander liegenden Städten Murgab und Mary kreuzt er den Fluss Murgab.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Encyclopædia Britannica: Karakum-Canal
  2. a b c slovari.yandex.ru Große Sowjetische Enzyklopädie
  3. Amu Darya. In: Microsoft Encarta online
  4. Qaraqum Canal in der englischsprachigen Wikipedia