Karan Armstrong

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Karan Armstrong (* 14. Dezember 1941 in Havre, Montana) ist eine US-amerikanische Sopranistin.

Leben[Bearbeiten]

Zunächst als Pianistin ausgebildet, schloss Karan Armstrong 1963 das Concordia College (Moorhead) in den USA mit einem Bachelor of Music ab. Anschließend studierte sie bei der legendären Opernsängerin Lotte Lehmann, die neben Armstrong nur noch eine weitere Meisterschülerin, Grace Bumbry, angenommen hatte.

Ihr professionelles Operndebüt gab sie 1965 in San Francisco als Musetta in Puccinis La Bohème. Nachdem Armstrong einen Gesangswettbewerb der Metropolitan Opera gewonnen hatte, debütierte sie 1967 in einer Nebenrolle in Strauss' Frau ohne Schatten an dem New Yorker Haus. Neben weiteren Rollen an der „Met“ war sie von 1969 bis 1977 sehr häufig an der New York City Opera engagiert (u.a. als Violetta in Verdis La traviata), weswegen sie in dieser Zeit auch ihren Wohnsitz in New York City nahm.

In Europa debütierte Armstrong 1974 als Micaëla in Bizets Carmen, an der Opéra du Rhin in Strasbourg. Im darauf folgenden Jahr machte sie europaweit mit ihrer ersten Salome von (Strauss) am selben Haus auf sich aufmerksam. An diesen Erfolg schlossen sich sogleich zahlreiche Engagements in ganz Europa an, so Tosca in Venedig, und eine durchschlagend erfolgreiche Elsa (Lohengrin/Wagner) bei den Bayreuther Festspielen 1979 in der Regie ihres nachmaligen Ehemannes Götz Friedrich. Diese Bayreuth-Produktion wurde später sowohl auf Tonträger aufgenommen als auch verfilmt.

In den 80er und 90er Jahren des 20. Jahrhunderts sang sie dann in Berlin sehr häufig an der Deutschen Oper Berlin, wo ihr Ehemann Generalintendant war, sowie an der Komischen Oper; an der Wiener Staatsoper, der Pariser Oper, dem Royal Opera House, wo ihre Lulu von (Berg) besonders erfolgreich war, sodann in Los Angeles und am Bolschoi-Theater in Moskau.

In den späten Jahren ihrer Bühnenkarriere wurde Armstrong manchmal als die „Primadonna der Moderne“ betitelt, weil sie zahlreiche Opern-Uraufführungen mitgestaltet hat. So brachte sie mit heraus Gottfried von Einems Jesu Hochzeit (als Tödin), Giuseppe Sinopolis Lou Salomé, Luciano Berios Un re in ascolto, York Höllers Maître et Marguerite and Siegfried MatthusDesdemona und ihre Schwestern.

Armstrongs Schwerpunkte lagen in der Rollengestaltung in den Werken Fidelio, Tannhäuser (als Venus), Lohengrin, Die Walküre (als Sieglinde), Parsifal, Les contes d’Hoffmann (als Giulietta), Pelléas et Mélisande, Katja Kabanova, Die Sache Makropulos, Salome, Der Rosenkavalier, Erwartung, Lulu, Wozzeck, Die tote Stadt, La voix humaine, Mathis der Maler (als Ursula), Susannah, und Dialogues des Carmélites (als Mutter Marie der Inkarnation).

1985 wurde Karan Armstrong zur Baden-Württembergischen Kammersängerin in Stuttgart, 1994 dann zur Kammersängerin des Landes Berlin ernannt. Sie war bis zu dessen Tod mit Götz Friedrich verheiratet. Aus der Ehe ging ein Sohn hervor.

Bei der Ruhrtriennale 2014 spielte sie in der Produktion Sänger ohne Schatten.[1][2]

Diskographie[Bearbeiten]

  • Wagner: Lohengrin (Peter Hofmann; Woldemar Nelsson, 1982), live, CBS
  • Menotti: Lieder (Francesch, 1983), Etcetera
  • Berio: Un re in ascolto (Theo Adam; Lorin Maazel, 1984), live, col legno
  • Henze: Die Bassariden (Kenneth Riegel; Albrecht, 1986), Koch Schwann
  • Landowski: Montségur (G. Quilico; Plasson, 1987), live, Cybelia
  • Zemlinsky: Lyrische Symphonie (Kusnjer; Gregor, 1987–1988), Supraphon

Videografie[Bearbeiten]

  • Verdi: Falstaff (Bacquier, Stilwell; Georg Solti, Götz Friedrich, 1979)
  • Wagner: Lohengrin (Hofmann; Nelsson, Friedrich, 1982) live
  • „Richard-Wagner-Abend“ (Wesendoncklieder und Isoldes Liebestod) (Adam; Masur, 1988) (live)

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Craft: An Improbable Life, Vanderbilt University Press, 2002, ISBN 0826513816
  • David Hamilton, Simon and Schuster (Ed.): The Metropolitan Opera Encyclopedia, 1987. ISBN 0-671-61732-X
  • Ruth Renée Reif: Karan Armstrong: Das Mädchen aus dem goldenen Westen, Langen Müller, 1996. ISBN 3-7844-2563-1

Belege[Bearbeiten]

  1. Ruhrtriennale: Szenischer Essay über Schein und Sein, Boris Nikitins "Sänger ohne Schatten", Rezension von Ulrike Gondorf im Deutschlandradio Kultur vom 22. August 2014, abgerufen 23. August 2014
  2. Sänger ohne Schatten - Boris Nikitin spürt mit seinem für die Ruhrtriennale entstandenen Projekt der Macht der menschlichen Stimme nach, Nachtkritik.de vom 22. August 2014, abgerufen 23. August 2014