Karbatsche
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Eine Karbatsche ist eine aus ledernen Riemen oder Hanfseilen geflochtene Peitsche mit einem kurzen Holzstiel.
Der Name kommt entweder aus dem polnischen karbacz = lederne Hetzpeitsche oder stammt von der türkischen Bezeichnung kırbaç ab. Karbatschen werden heute überwiegend durch Seilereien im oberschwäbischen Raum vertrieben. Die Herstellung hat sich seit Jahrhunderten kaum verändert.[1]
Die Karbatsche diente ursprünglich dem Viehtrieb. Heute ist sie vor allem in der Fasnacht am Bodensee und in Oberschwaben (Fasnet) zu finden, wie beispielsweise in Weingarten (Württemberg) bei der Plätzlerzunft, in Pfullendorf bei der Schnellergilde, in Markdorf, Überlingen oder in Stockach[2]
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[Bearbeiten] Schnellen
Das sogenannte Schnellen gilt als eine Kunst. Dabei schwingt der sogenannte „Schneller“ die Karbatsche über dem Kopf in eine Richtung, dann dreht er seinen Körper mit in die Richtung des Schwungs, um dann, wenn die Karbatsche sich schon fast hinter ihm befindet, sie mit ganzem Körpereinsatz in die entgegengesetzte Richtung zu ziehen. Dieses „Zurückziehen“ wird in der anderen Richtung wiederholt und der Bewegungsablauf beginnt von neuem. Der am äußeren Ende eingeflochtene Nylonbändchen durchbricht hierbei jedes Mal die Schallmauer und knallt mit dem typischen Peitschenknall.[3]
Die Karbatsche beschreibt durch diesen Bewegungsablauf in etwa eine Acht über dem Kopf des Schnellers. Die eigentliche Kunst beim schnellen besteht darin, durch eine ausgefeilte Technik die Karbatsche mit wenig Kraft zu bewegen und einen möglichst lauten Knall herbeizuführen. Geübte Schneller können 5 Minuten und länger mit ihrer Karbatsche schnellen, bevor sie die Kraft verlässt.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Narrenspiegel: Ausführliche Beschreibung der traditionellen Herstellung mit Hanf
- ↑ Beschreibung des Überlinger Häs (mit der Karbatsche) als PDF verfügbar unter Narrenzunft Überlingen: Hänsele
- ↑ Wikibooks: Die Physik des Peitschenknalls
[Bearbeiten] Siehe auch
- Goaßlschnalzen (bayrischer Brauch)

