Karben

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Karben (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Karben
Karben
Deutschlandkarte, Position der Stadt Karben hervorgehoben
50.2322222222228.7680555555556110Koordinaten: 50° 14′ N, 8° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Wetteraukreis
Höhe: 110 m ü. NN
Fläche: 43,94 km²
Einwohner:

21.892 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 498 Einwohner je km²
Postleitzahl: 61184
Vorwahlen: 06039
06034 (Burg-Gräfenrode)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: FB
Gemeindeschlüssel: 06 4 40 012
Stadtgliederung: 7 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
61184 Karben
Webpräsenz: www.karben.de
Bürgermeister: Guido Rahn (CDU)
Lage der Stadt Karben im Wetteraukreis
Butzbach Münzenberg Rockenberg Ober-Mörlen Bad Nauheim Friedberg (Hessen) Rosbach v.d. Höhe Wöllstadt Karben Bad Vilbel Wölfersheim Reichelsheim (Wetterau) Niddatal Florstadt Echzell Reichelsheim (Wetterau) Nidda Hirzenhain Gedern Ranstadt Glauburg Altenstadt (Hessen) Limeshain Ortenberg (Hessen) Kefenrod Büdingen Lahn-Dill-Kreis Landkreis Gießen Vogelsbergkreis Hochtaunuskreis Frankfurt am Main Main-Kinzig-KreisKarte
Über dieses Bild

Karben ist eine Stadt im Wetteraukreis. Sie liegt etwa 15 Kilometer nordöstlich von Frankfurt am Main. Der Fluss Nidda verläuft durch die Ortsteile Okarben, Klein-Karben und Groß-Karben.

Inhaltsverzeichnis

Geographie [Bearbeiten]

Nachbargemeinden [Bearbeiten]

Karben grenzt im Norden an die Gemeinden Wöllstadt und Niddatal, im Osten an die Stadt Nidderau (Main-Kinzig-Kreis), im Südosten an die Gemeinde Schöneck (Main-Kinzig-Kreis), im Süden an die Gemeinde Niederdorfelden (Main-Kinzig-Kreis), die Stadt Bad Vilbel und die kreisfreie Stadt Frankfurt am Main, im Westen an die Städte Bad Homburg vor der Höhe (Hochtaunuskreis) und Friedrichsdorf sowie im Nordwesten an die Stadt Rosbach vor der Höhe.

Stadtgliederung [Bearbeiten]

Karben besteht aus den Stadtteilen Burg-Gräfenrode, Groß-Karben, Klein-Karben, Kloppenheim, Okarben, Petterweil und Rendel.

Geschichte [Bearbeiten]

Die Stadt Karben entstand am 1. Juli 1970 aus dem Zusammenschluss der Gemeinden Groß-Karben, Klein-Karben, Kloppenheim, Okarben und Rendel. Die Gemeinde Burg-Gräfenrode wurde am 31. Dezember 1971 eingemeindet und am 1. August 1972 erfolgte der weitere Zusammenschluss mit der Gemeinde Petterweil. Diese ausgedehnte Kommune wurde neben Dietzenbach und Neu-Anspach für einige Jahre zum musterhaften Entwicklungsschwerpunkt im ländlichen Raum vor den Toren Frankfurts erklärt. Die für Karben prognostizierten 30.000 - 40.000 Einwohner konnten jedoch bis heute nicht erreicht werden.

Der Stadtteil Okarben entstand auf der Stelle eines Römerkastells; der Ortsname „Carben“ ist aus dem 9. Jahrhundert belegt. Im Mittelalter sind zwei Adelsfamilien fassbar, die sich nach dem Ort benannten: Die Herren von Carben und die Dugel von Carben. Beide stellten mehrere Burgmannen und Burggrafen in der Reichsburg Friedberg.

Im Stadtteil Kloppenheim befand sich seit dem 13. Jahrhundert eine Deutschordenskommende, deren Mittelpunkt später das Deutschordensschloss Kloppenheim bildete. Die Liegenschaften dort werden heute im Volksmund als „Schloss“ bezeichnet, wie auch das Anwesen der Adelsfamilie Leonhardi im Stadtteil Groß-Karben. Im Stadtteil Burg-Gräfenrode steht die „Oberburg“.

Rendel ist mit einer ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 774 der älteste Stadtteil Karbens.

Am 7. Juli 1848 hielt der Leiter der demokratischen Linken der Frankfurter Nationalversammlung, Robert Blum, auf einem Feld vor Petterweil die letzte Rede vor seiner Hinrichtung. An dieses Ereignis erinnert noch heute ein Gedenkstein.

Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]

Jahr 1945 1973 1980 1990 2000 2005 2009
Einwohner 7.500 17.481 19.175 20.640 22.377 22.836[2] 22.931[3]

Eingemeindungen [Bearbeiten]

  • 1. Juli 1970: Zusammenschluss der Gemeinden Klein-Karben, Groß-Karben, Kloppenheim, Okarben und Rendel zur Stadt Karben
  • 31. Dezember 1971: Eingliederung von Burg-Gräfenrode
  • 1. August 1972: Zusammenschluss mit Petterweil. Der Petterweiler Bürgermeister Albert Schäfer wird neuer Bürgermeister von Karben.

Politik [Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung [Bearbeiten]

Die letzten drei Kommunalwahlen hatten folgende Ergebnisse:[4]

Kommunalwahl 2011 in Karben
 %
50
40
30
20
10
0
49,8 %
27,5 %
10,9 %
7,3 %
2,7 %
1,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+7,8 %p
-11,9 %p
+3,6 %p
-0,6 %p
+2,7 %p
-1,5 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
[5]
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 49,8 18 42,0 15 38,3 14
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 27,5 10 39,4 15 47,6 18
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 10,9 4 7,3 3 7,4 3
FW-Karben Freie Wählergemeinschaft Karben 7,3 3 7,9 3 4,1 1
Die Linke Die Linke 2,7 1
FDP Freie Demokratische Partei 1,9 1 3,4 1 2,1 1
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 0,5 0
Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 56,1 52,8 59,2

Bürgermeister [Bearbeiten]

Zwischen 1997 und 2006 durch eine parlamentarische Mehrheit einer rot-grünen Koalition getragen. Seit der Kommunalwahl 2006 besteht eine Mehrheits-Koalition von CDU-FWG-FDP im Stadtparlament. Bürgermeister ist der direkt gewählte Guido Rahn(CDU).

Seit Stadtgründung gab es folgende Bürgermeister:

  • Gerd Klein (SPD/ÜWG) Seit Gründung 1970
  • Albert Schäfer (SPD; bis 1974)
  • Paul Schönfeld (SPD; 1974 bis 1992)
  • Detlev Engel (SPD; 1992 bis 2004)
  • Roland Schulz (SPD; 2004 bis 2010)
  • Guido Rahn (CDU; seit 1. April 2010)

Guido Rahn (CDU) wurde am 27. September 2009 zum neuen Bürgermeister gewählt. Er trat am 1. April 2010 die Nachfolge von Roland Schulz (SPD) an und ist damit der erste CDU-Bürgermeister seit der Stadtgründung.

Städtepartnerschaften [Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Verkehr, Nordumgehung [Bearbeiten]

Karben liegt an der Bundesstraße 3. Die nächstgelegenen Autobahnanschlüsse sind Friedberg (Bundesautobahn 5, Anschlussstelle 16) im Norden und Preungesheimer Dreieck (Bundesautobahn 661, Anschlussstelle 8) im Süden.

Seit den 1970er Jahren wird wegen der hohen Belastung der Bahnhofstraße in Groß-Karben eine Nordumgehung mit Anbindung und Ableitung der L3351 und K246 gefordert. Um 2010 hat das Land Hessen dieses Vorhaben beplant und genehmigt, konnte es jedoch noch nicht in die Dringlichkeitsliste aufnehmen. Um das Bauvorhaben zu beschleunigen, hat der Magistrat Karbens Anfang Mai 2012 einen Vertrag zur Vorfinanzierung der 16,2 Millionen Euro Baukosten unterzeichnet. Die 3,2 Kilometer Umgehungsstraße können somit nach den archäologischen Voruntersuchungen Ende 2012 oder Anfang 2013 begonnen werden; es ist eine Bauzeit von knapp 4 Jahren eingeplant. Die Besitzer der nördlich unmittelbar an die Trasse angrenzenden Grundstücke hatten sich gegen das Projekt zunächst gewehrt, sie erhalten nun aus Mitteln der Stadt Karben einen besonderen Schallschutzwall. Die heutige Belastung der Bahnhofstraße mit ca. 15.000 Fahrzeugen/Tag soll sich nach Eröffnung der Nordumgehgung auf unter 5000 Fahrzeuge verringern.

Die Strecke der Main-Weser-Bahn verläuft über Karbener Gemarkung. Die Stadt ist auf ihr mit dem Bahnhof Groß Karben und dem Haltepunkt Okarben angeschlossen. Mit der S-Bahn-Linie S6 ist die Innenstadt von Frankfurt am Main in einer halben Stunde erreichbar.

Unternehmen [Bearbeiten]

  • ContiTech Techno-Chemie GmbH, Werk Karben der Continental AG
  • Hauptsitz der König+Neurath AG
  • Rapps Kelterei GmbH
  • Continental VDO
  • ESAB CUTTING SYSTEMS GmbH
  • ACCURA Medizintechnik GmbH

Bildungseinrichtungen [Bearbeiten]

  • Kurt-Schumacher-Schule; Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, Groß-Karben
  • Selzerbachschule; Grundschule, Klein-Karben
  • Pestalozzi-Schule; Grundschule, Groß-Karben
  • Grundschule am Römerbad, Okarben
  • Grundschule Petterweil
  • Grundschule Kloppenheim
  • Musikschule Bad Vilbel/Karben
  • Berufsbildungswerk Südhessen
  • Stadtbücherei mit ca. 40000 Medien in einer Hauptbücherei und drei Zweigstellen

Freizeit- und Sportanlagen [Bearbeiten]

  • Hallenfreizeitbad
  • Stadion an der Waldhohl
  • Trimm-dich-Pfad
  • Günter-Reuzel-Sportfeld (KSV Klein-Karben)
  • Jugendkulturzentrum (Jukuz) Selzerbrunnenhof
  • Keglerverein 1954 Karben e.V. (Groß-Karben)
  • Schützenverein 1970 Okarben e.V.
  • Schießsportanlage der Sportschützen Burg-Gräfenrode
  • Schießsportanlage des Schützenverein Selzerbrunnen in Klein-Karben (SV Selzerbrunnen) welcher der größte und erfolgreichste Schützenverein in Karben ist
  • Sportanlage Burg-Gräfenrode (FSG Burg-Gräfenrode)
  • Turnhalle am Park in Groß-Karben (Turngemeinde Groß-Karben 1891 e.V.)
  • Reitanlage Reitgemeinschaft Weissenburg Karben/Stadtteil Burg-Gräfenrode
  • Reitanlage am Ludwigsbrunnen
  • Reitanlage an der Waldhohl
  • Skatebahnanlage in Klein-Karben
  • Modellflugplatz Karben
  • Sporthalle in Petterweil
  • Sportplatz Am Hang Kloppenheim
  • Sportplatz Am Park Groß-Karben
  • Sportplatz in Petterweil
  • Sportplatz in Rendel
  • Sporthalle in Rendel

Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Rosenhang Karben

Kulturdenkmäler [Bearbeiten]

Siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Karben

Naturdenkmale [Bearbeiten]

Rosenhang Karben

Oberhalb des Ortes am Friedhof liegt der Karbener Rosenhang. Es handelt sich um ein etwa 5000 Quadratmeter großes Grundstück mit altem Baumbestand, auf dem seit 1993 über 700 verschiedene historische Rosen gepflanzt wurden. Der frei zugängliche Rosenhang ist kein Rosengarten im klassischen Sinne. Die Rosen wachsen in naturbelassener Umgebung gemäß ihrer natürlichen Wuchsform. Vielfach haben die gepflanzten alten Rosensorten nur eine Blütephase im Jahr. Insbesondere im Juni ist daher der Rosenhang ein Meer von Blüten und Duft. Ebenfalls im Juni findet seit 2001 das Rosenfest statt.

Siesmayer-Park
Siesmayer-Park in Karben

In Karben liegt auch eine Parkanlage des berühmten Frankfurter Gartenarchitekten Franz Heinrich Siesmayer (1817-1900). Der in Groß-Karben aufgewachsene Gartenkünstler schuf zeitlebens an die 300 Parks und Gärten, darunter den Frankfurter Palmengarten. Zu den Kennzeichen seiner Arbeiten zählten unter anderem das Spiel mit Wasser und konzentrierte Sichtachsen. Beides findet sich auch im nach ihm benannten Siesmayer-Park wieder. Die Anlage ist öffentlich zugänglich und wurde als Schaugarten des ortsansässigen Gartenmöbelhändlers Wilhelm Trabandt genutzt, dessen Geschäft 2012 aufgegeben wurde.

Geologisches Denkmal

Zwischen den Stadtteilen Klein-Karben und Rendel wurde im Oktober 2006 ein Geologisches Denkmal (Geotop) von Geowissenschaftlern der Universität Frankfurt, des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie, des hessischen Landesamtes für Denkmalpflege und mit der Stadtverwaltung von Karben errichtet. Es ist ein paläontologisches Boden- und Kulturdenkmal nach §19 des hessischen Denkmalschutzgesetz.

Im Geotop kann man die Bodenschichten betrachten und Fossilien finden, die aus dem Wetteraussee stammen, der vor 23 Millionen Jahren das Rhein-Main Gebiet bedeckte. Der westexponierten Hang des Geotops ist mitverantwortlich dafür, dass während der letzten Eiszeiten nur wenig Löss dorthin geweht wurde. Dadurch ist die Bodenbedeckung nur sehr gering und der Zugang zum Festgestein im Untergrund ist leichter zu erreichen. Dies ist sehr beliebt für Wissenschaftler, da dort entsprechende Untersuchungen leicht durchgeführt werden können.

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

  • Magistrat Stadt Karben (Hrsg.): Karben - Geschichte und Gegenwart. Lilienwald Verlag, Karben 1973, ISBN 3-88004-000-1
  • Michael Keller und Herfried Münkler (Hrsg.): Die Wetterau – Landschaft zwischen Tradition und Fortschritt. Verlag Sparkasse Wetterau, Friedberg 1990, ISBN 3-924103-06-2

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Karben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Karben – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2011 (Hilfe dazu)
  2. http://www.karben.de , dort Untermenupunkt "Zahlen Daten Fakten
  3. http://www.karben.de/p/d1.asp?artikel_id=1019
  4. Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  5. http://www.karben.de/p/d1.asp?artikel_id=1476, abgerufen am 14. April 2011