Karden

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Dieser Artikel erläutert die Pflanzengattung der Karden; zu anderen Bedeutungen siehe Karden (Begriffsklärung) und Karde (Begriffsklärung).
Karden
Wilde Karde (Dipsacus fullonum)

Wilde Karde (Dipsacus fullonum)

Systematik
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Kardenartige (Dipsacales)
Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Unterfamilie: Kardengewächse (Dipsacoideae)
Gattung: Karden
Wissenschaftlicher Name
Dipsacus
L.

Die Karden (Dipsacus) sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Kardengewächse (Dipsacoideae) innerhalb der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Die Karden-Arten sind kräftige, zweijährige krautige Pflanzen, die kahl oder behaart sind. Die Stängel sind aufrecht, verzweigt und stachelig. Häufig sind auch die Mittelrippen an der Blattunterseite stachelig. Die Blätter sind gegenständig, am Grund sind sie häufig verbunden. Die Blätter sind ganz oder zerteilt.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Auf einem langen Blütenstandsschaft steht ein kopfiger, eiförmiger bis zylindrischer ähriger Blütenstand. Die Hüllblätter sind gleich lang wie oder länger als die Deckblätter der Einzelblüten. Es gibt zwei Reihen von Hüllblättern. Am Köpfchenboden stehen stechende Spreublätter. Der Außenkelch ist sehr klein und kaum gezähnt. Der Kelch ist vierkantig, ganzrandig oder gezähnt, trägt keine Borsten. Die Krone ist ungleichmäßig vierzipfelig. Randständige Blüten sind keine Strahlenblüten. Von den vier Staubblättern sind zwei fertil. Die Narbe sitzt seitlich.

Die Früchte sind nussartige, rippig-furchige Schließfrüchte mit vier Kanten.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Dipsacus wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum erstveröffentlicht.[1] Ein Synonym für Dipsacus L. ist Simenia Szabó.[2] Die früher als eigenständige Gattung „Schuppenkarden“ (Virga Hill) geführten Arten werden heute in die Gattung Dipsacus gestellt.

Die Gattung Dipsacus ist in Europa, im Mittelmeerraum, in Nordafrika sowie in Süd- und Ostasien verbreitet.

Gesammeltes Regenwasser.

Die Gattung Dipsacus besteht aus etwa 20 Arten (Auswahl):

  • Dipsacus comosus Hoffmanns. & Link: Sie kommt nur auf der Iberischen Halbinsel vor.
  • Stachel-Karde (Dipsacus ferox Loisel.): Sie kommt in Korsika und Sardinien vor.
  • Wilde Karde (Dipsacus fullonum L., Syn.: Dipsacus sylvestris Huds.): Sie ist in Europa, Nordafrika und Westasien verbreitet.[2]
  • Dipsacus inermis Wall.[3]: Sie ist in Asien von Afghanistan bis China weit verbreitet.[2]
  • Schlitzblatt-Karde (Dipsacus laciniatus L.): Die Heimat ist Europa, West- und Mittelasien, u. a. Mitteleuropa.[2]
  • Behaarte Karde (Dipsacus pilosus L., Syn.: Virga pilosa (L.) Hill; Cephalaria pilosa (L.) Gren. & Godr.), u. a. in Mitteleuropa, Westeuropa und Südosteuropa.
  • Weber-Karde (Dipsacus sativus (L.) Honck.): Sie ist nur eingebürgert bekannt, u. a. in Europa, auch Mitteleuropa, dazu Nord- und Südamerika.[2]
  • Schlanke Karde (Dipsacus strigosus Willd. ex Roem. & Schult.): Sie ist in Südosteuropa beheimatet und ist u. a. in Mitteleuropa ein Neophyt.

Bilder[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Yasin J. Nasir: Dipsacaceae. In: S. I. Ali, M. Qaiser (Hrsg.): Flora of West Pakistan. 94, Stewart Herbarium, Rawalpindi 1975, Dipsacus, S. 9, OCLC 311348861 (online).
  •  Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv. CD-ROM, Version 1.1, Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2002, ISBN 3-494-01327-6.
  •  Werner Greuter, Hervé-Maurice Burdet, Guy Long (Hrsg.): Med-Checklist. A critical inventory of vascular plants of the circum-mediterranean countries. Vol. 3: Dicotyledones (Convolvulaceae – Labiatae), Conservatoire et Jardin Botanique, Genève 1986, ISBN 2-8277-0153-7, S. 179–180 (online).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 97 (online).
  2. a b c d e Dipsacus im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 15. Mai 2014.
  3.  Yasin J. Nasir: Dipsacaceae. In: S. I. Ali, M. Qaiser (Hrsg.): Flora of West Pakistan. 94, Stewart Herbarium, Rawalpindi 1975, Dipsacus, S. 9, OCLC 311348861 (online).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Karden (Dipsacus) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien