Kardinäle

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der als Kardinäle bezeichneten Vogelfamilie, die Würdenträger der katholischen Kirche sind unter Kardinal, weitere Bedeutungen unter Kardinal (Begriffsklärung) zu finden.
Kardinäle
Rotkardinal ♂ (Cardinalis cardinalis)

Rotkardinal ♂ (Cardinalis cardinalis)

Systematik
Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Kardinäle
Wissenschaftlicher Name
Cardinalidae
Ridgway, 1901

Die Kardinäle (Cardinalidae) sind eine Vogelfamilie aus der Ordnung der Sperlingsvögel (Passeriformes).

Ihren Namen haben sie von der Farbe kardinalrot. Sie sind nahe mit den Tangaren (Thraupidae) und den Ammern (Emberizidae) verwandt und werden oft auch als Unterfamilie oder Tribus der letzteren angesehen. Von manchen Autoren werden alle eben genannten Familien zu den Finken (Fringillidae) gestellt.

Die Familie enthält etwa 15 Gattungen und 45 Arten.

Aussehen[Bearbeiten]

Die Kardinäle sind finken- bis starengroße, durch leuchtend rotes, gelbes oder blaues Gefieder besonders gekennzeichnete Vögel. Die Geschlechter unterscheiden sich in der Regel durch unterschiedliche Färbung des Gefieders. Alle Arten besitzen einen kräftigen, kegelförmigen Schnabel.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Sie leben vorwiegend in buschigen Landschaften und in Waldgebieten Nord- und Südamerikas.

Ernährung[Bearbeiten]

Die Kardinäle ernähren sich überwiegend von Samen.

Gattungen und Arten[Bearbeiten]

Rosenbrustkernknacker
(Pheucticus ludovicianus)
Schmalschnabelkardinal
(Cardinalis sinuatus)
Lazulifink
(Passerina amoena)
Lasurbischof (Cyanocompsa parellina)

Die Systematik der Familie variiert je nach Autor sehr stark. So werden die Gattungen Cyanoloxia, Cyanocompsa, Guiraca und Passerina in manchen Systematiken in unterschiedlicher Konstellation zur Gattung Passerina vereint. Gleiches gilt für die Gattungen Pytilus und Saltator, die zur Gattung Saltator vereint werden. Wegen dieser Unklarheiten wurde unter anderem der Ultramarinbischof, hier C. brissonii, vorsichtshalber umbenannt. Der ursprünglich gültige Name C. cyanea führt bei einem Zusammenschluss der Gattungen Cyanocompsa und Passerina zu einer doppeldeutigen Bezeichnung Passerina cyanea. Da der Indigofink aufgrund der früher erfolgten Benennung Vorrang hat, müsste beim Zusammenschluss der Gattungen das alte Taxon C. cyanea geändert werden. Um bis zu einer endgültigen Klärung der Verwandtschaftsbeziehungen dennoch Eindeutigkeit sicherzustellen, wurde das Taxon C. cyanea in C. brissonii umbenannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • del Hoyo, J., Elliott, A. & Christie, D.A. eds. (2011): Handbook of the Birds of the World. Vol. 16. Tanagers to New World Blackbirds. Lynx Edicions, Barcelona.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kardinäle – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien