Karel Hlaváček

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Karel Hlaváček
Selbstbildnis: „Mein Christus“

Karel Hlaváček (* 24. August 1874 in Prag; † 15. Juni 1898 ebenda) war tschechischer Dichter und Kunstmaler, ein Dekadent und Vertreter des tschechischen Symbolismus.

Seine literarischen Werke und Kritiken über die bildende Kunst publizierte er in der Moderní revue. Er illustrierte auch für diese Zeitschrift. Hlaváček war Mitbegründer und Vorsitzender des Sokolvereins im Prager Stadtteil Libeň. Zeit seines Lebens konnte er sich mit seinem Schaffen nicht durchsetzen und kämpfte stets mit finanziellen Problemen. Er starb an Tuberkulose.

Werke[Bearbeiten]

Seine Gedichtsammlungen zeichnen sich durch Musikalität aus.

  • Falkensonaten (Sokolské sonety) – Erste Gedichtsammlung. Es handelt sich meist um Appellationsverse mir dekadenten Grundzügen.
  • Spät am Morgen (Pozdě k ránu) – Die Sammlung besticht durch musikalische Klangvielfalt, erreicht durch Wiederholung von Wörtern und eigenen Reim. Er versucht dem Leser eine Laun zu suggerieren und benutzt dazu Wortklänge. Er bedient sich Bilder unwirklicher Landschaften in Dämmerung. Die Gedichte sind melancholisch und traurig. Ein typisches Werk des tschechischen Symbolismus.
  • Mstivá kantiléna – Gedichte geschrieben aus der Sicht eines Menschen, der zum Hungern verurteilt ist. Historischer Hintergrund ist der Aufstand der niederländischen Geusen im 16. Jahrhundert.
  • Psalme (Žalmy) – Gedichtsammlung in hymnischen Versen, unvollendet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Fedor Soldan: Karel Hlaváček, typ české dekadence. Kvasnička & Hampl, Prag 1930, (Nová bibliotéka 32).
  • Otto M. Urban: Karel Hlaváček. Výtvarné a kritické dílo. Arbor Vitae u. a., Český Krumlov 2002, ISBN 80-8630020-X, (Vera effigies 1).