Karin Baal

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Karin Baal, eigentlich Karin Blauermel, (* 19. September 1940 in Berlin) ist eine deutsche Theater-, Film- und Fernsehschauspielerin.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Baal wuchs mit ihrem Bruder ohne Vater in sozial schwierigen Verhältnissen, zeitweise bei der Großmutter in der Triftstraße im Berliner Ortsteil Wedding auf. Nach der Schule begann sie mit 14 Jahren eine Ausbildung als Modezeichnerin. 1956 erfuhr sie davon, dass für den Film Die Halbstarken eine junge Schauspielerin gesucht wurde, die den sogenannten Zeitgeist verkörpern sollte. Ohne Schauspielausbildung erhielt Baal unter 700 Bewerberinnen die Hauptrolle und einen dreijährigen Ausbildungsvertrag. Fortan war sie auf die Rolle der blonden Rebellin festgelegt. So spielte sie 1958 auch eine Nebenrolle in dem Film Das Mädchen Rosemarie, eine Verfilmung des Lebens von Rosemarie Nitribitt. Auch in anderen Filmen wurde sie vornehmlich in der Rolle der anrüchigen jugendlichen Verführerin besetzt.

1959 beendete Baal ihre Schauspielausbildung und hatte erste Bühnenrollen in München. Seit dieser Zeit trat sie regelmäßig am Theater auf. 1961 erhielt sie den Bambi in Silber und den Preis der deutschen Filmkritik als Beste Nachwuchsschauspielerin. Anschließend spielte sie in mehreren Edgar-Wallace-Filmen und erhielt 1966 die Goldene Kamera. Später engagierte sie Rainer Werner Fassbinder für drei seiner Filme. Ab den 70er Jahren spielte Baal wegen ausbleibender Filmangebote verstärkt im Fernsehen. In Krimiserien wie Der Kommissar (1975), Tatort (1979 und 1990), Derrick (1976, 1980 und 1981), Die Männer vom K3 (1987 und 1991), Ein Fall für Zwei (1990 und 1995), Der Alte (1990), Marleneken (1990), Doppelter Einsatz (1994), Rosa Roth (1995) und Polizeiruf 110 (1996) war sie zumeist in Nebenrollen zu sehen. Hauptrollen spielte sie in Wenn Engel reisen, einer 13-teiligen Fernsehserie (1993), und in der sechsteiligen Serie Ein Jahr ohne Sonntag (1970).

In Familienserien wie Liebling Kreuzberg (1985), Eine Klasse für sich (1984), Die Schwarzwaldklinik (1985), Ein Heim für Tiere (1985) und Praxis Bülowbogen (1990) wirkte sie ebenfalls regelmäßig mit. Weitere Rollen in Fernsehproduktionen hatte sie in Scheidung a la carte (1991), Cosima's Lexikon (1992), Reisen mit der Bibel (1992), Ein starkes Team (1993), Schwarz greift ein (1993), 5 Stunden Angst – Geiselnahme im Kindergarten (1994), Rosa Roth – Verlorenes Leben (1995), Nackte Angst (1995), Schlosshotel Orth (1997), Tatort – Die Möwe (2000), Der Tunnel (2000), Die Gebrüder Sass (2001) sowie in dem zweiteiligen Film Für immer verloren (2003).

Ein Höhepunkt ihrer Theaterarbeit war die 1977 begonnene Tournee mit dem Theaterstück Die verlorene Ehre der Katharina Blum nach dem Roman von Heinrich Böll und die Tournee von 1986 mit den Theaterstücken Geschlossene Gesellschaft von Jean-Paul Sartre und Mord um Mitternacht von Francis Durbridge.

Privates[Bearbeiten]

Karin Baal heiratete 1959 ihren Freund aus der Jugendzeit und Filmpartner aus Die Halbstarken, Karlheinz Gaffkus, mit dem sie einen Sohn namens Thomas hat. Bereits nach zwei Jahren kam die Scheidung und Baal ging 1962 mit dem Schauspieler Helmuth Lohner eine zweite Ehe ein. 1967 bekam sie ihre Tochter Therese Lohner, heute ebenfalls Schauspielerin. Die Familie verbrachte einen Großteil ihres Lebens in der Schweiz. Die Ehe scheiterte 1977. Ihr dritter Ehemann, der Schauspieler Volker Eckstein, starb 1993 an Krebs. Sein Tod stürzte Baal für sieben Jahre in eine schwere persönliche Krise. Alkoholprobleme ließen ihre Karriere einbrechen. 2006 hatte sie ihr Bühnencomeback im Düsseldorfer Theater Komödie mit dem Stück 8 Frauen. Zur gleichen Zeit wurde sie mit einer Matinée im Filmmuseum Düsseldorf geehrt. Ab 2000 war sie in vierter Ehe mit dem dreißig Jahre jüngeren Kurden Cevdet Çelik verheiratet, von dem sie sich 2004 wieder scheiden ließ.

Am 22. Oktober 2012 stellte Karin Baal im Berliner Wintergarten ihre Memoiren vor, die unter dem Titel Ungezähmt. Mein Leben vom Münchner Südwest-Verlag herausgegeben wurden.

Filmografie[Bearbeiten]

Spielfilme[Bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten]

  • 1960: Es geschah an der Grenze (TV Serie, Folge: Das Boot im Schilf)
  • 1963: Der Privatsekretär
  • 1964: Spätsommer
  • 1964: Das Blaue vom Himmel
  • 1965: Michael Kramer
  • 1966: Der Mann aus Brooklyn
  • 1966: Ein Mädchen von heute
  • 1966: Herr Puntila und sein Knecht Matti
  • 1968: Tragödie auf der Jagd
  • 1969: Ein Jahr ohne Sonntag (TV-Serie)
  • 1971: Der Kommissar (TV-Serie, Folge: Die Anhalterin)
  • 1973: Ein für allemal
  • 1974: Haus ohne Hüter
  • 1976: Erikas Leidenschaften
  • 1976: Derrick - Schock
  • 1977: Haus der Frauen
  • 1979: Drei Freundinnen
  • 1979: Desperado
  • 1979: Wunder einer Nacht
  • 1979: Die Weber
  • 1979/1980: Berlin Alexanderplatz
  • 1980: Sternensommer (Serie)
  • 1980: Tatort (Fernsehreihe) (TV-Serie, Folge: Hände hoch, Herr Trimmel)
  • 1981: Derrick - Tod eines Italieners
  • 1983: Liebe ist kein Argument
  • 1984: Blaubart
  • 1984: Der letzte Zivilist (Zweiteiler)
  • 1984: Derrick - Ein Mörder zu wenig
  • 1984: Tod eines Schaustellers
  • 1984: Die Abschiebung
  • 1984: Eine Klasse für sich
  • 1985: Der Galaxenbauer
  • 1986: …ist nichts mehr wie vorher
  • 1989: Der letzte Gast
  • 1990: Marleneken (Zweiteiler)
  • 1991: Tatort: Tödliche Vergangenheit
  • 1993: Wenn Engel reisen (Serie)
  • 1995: Zu treuen Händen
  • 1996: 5 Stunden Angst – Geiselnahme im Kindergarten
  • 1998: Alice auf der Flucht / Angst im Nacken
  • 2001: Der Tunnel
  • 2002: Betty – Schön wie der Tod
  • 2003: Für immer verloren
  • 2004: Fliege hat Angst
  • 2005: Irren ist sexy
  • 2006: Blackout – Die Erinnerung ist tödlich
  • 2007: Hurenkinder
  • 2009: Pfarrer BraunIm Namen von Rose
  • 2011: Vergiss nie, dass ich dich liebe

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1961: Silberner Bambi
  • 1961: Preis der deutschen Filmkritik (Beste Nachwuchsschauspielerin)
  • 1966: Goldene Kamera für ihre Darstellung in Ein Mädchen von heute
  • 1968: Preis der deutschen Schallplatte für Polly in Die Dreigroschenoper
  • 1982: Iffland-Taler des Berliner Theaterclubs

Weblinks[Bearbeiten]