Karin Boye

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Karin Boye in den 1940er Jahren.
Peter Lindes Statue von Karin Boye bei der Stadtbibliothek Göteborgs.

Karin Maria Boye anhören?/i (* 26. Oktober 1900 in Göteborg; † 24. April 1941 in Alingsås) war eine schwedische Schriftstellerin und Dichterin.

Karin Boye wurde als Tochter eines Ingenieurs in Göteborg geboren; die Familie stammte aus Böhmen und war seit 1844 in Schweden niedergelassen. Im Jahr 1909 zog sie mit ihrer Familie nach Stockholm. Karin Boye studierte zwischen 1921 und 1926 an der Universität Uppsala. Sie schloss sich 1925 der radikalen schwedischen Clarté-Bewegung des französischen Pazifisten Henri Barbusse an und war einige Zeit Generalsekretärin der Clarté. Sie besuchte wie viele skandinavische Intellektuelle der Zwischenkriegszeit die Sowjetunion und kehrte enttäuscht von der sowjetischen Wirklichkeit zurück. Dann wechselte sie an die Hochschule in Stockholm und beendete ihr Studium mit dem Titel filosofie magister.

1929, ein Jahr später, heiratete sie den Amanuensis (Sekretär) und Clarté-Mitglied Leif Björk; mit ihm war sie bis 1934 verheiratet. Es handelte sich augenscheinlich um eine Scheinehe. Sie distanzierte sich von ihrem Ehemann und hatte im Jahr 1932 eine Beziehung mit Gunnel Bergström, die ihren Ehemann, den Dichter Gunnar Ekelöf, wegen Boye verlassen hat. In diesen Jahren arbeitete Boye als Lehrerin und als Journalistin für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften.

Karin Boye veröffentlichte im Jahr 1922 ihre ersten Gedichte, in denen sie sich mit Religion, Staat, Konventionen, den gesellschaftlichen Erfordernissen einerseits und den widerstreitenden individuellen Wünschen und Träumen andererseits auseinandersetzte. Im Jahr 1931 gründete Boye zusammen mit Erik Mesterton und Josef Riwkin das Dichtermagazin Spektrum, um T.S. Eliot und die Surrealisten den schwedischen Lesern zugänglich zu machen. Zusammen mit dem Kritiker Erik Mesterton übersetzte sie Eliots erstes Hauptwerk, das Versepos Das wüste Land. Sie war weitestgehend für die Übersetzung der Arbeiten von T.S. Eliot in die schwedische Sprache verantwortlich.

In Boyes Lyrik finden sich alle geistigen Strömungen der Moderne. Ihr Roman Kallocain ist stark von Jonathan Swift beeinflusst und thematisiert einen sehr düsteren Blick in die Zukunft.

Am 24. April 1941 beging Karin Boye in einem Wald bei Alingsås Selbstmord durch Vergiftung. Hjalmar Gullberg widmete ihrem Angedenken das berühmte Gedicht Död amazon („Tote Amazone“) aus der Gedichtsammlung Fem kornbröd och två fiskar (Fünf Kornbrote und zwei Fische) im Jahr 1942. Peter Weiss hat Boye in seinem Roman Ästhetik des Widerstands ein literarisches Denkmal gesetzt.

Werke[Bearbeiten]

  • Moln (1922)
  • Gömda land (1922)
  • Härdarna (1927)
  • Astarte (1931)
  • Kris (1934)
  • För trädets skull (1935)
  • Kallocain (1940)

Literatur[Bearbeiten]

  • Margit Abenius: Drabbad av renhet. Bonnier, Stockholm 1942, neuste Ausgabe
  • Gunilla Domellöf: I oss är en mångfald levande. Almqvist & Wiksell, Stockholm 1986, ISBN 91-7174-263-8
  • Camilla Hammarström: Karin Boye. Natur och Kultur, Stockholm 1997, ISBN 91-27-05859-X
  • Bo Osdrowski/Tom Riebe (Hrsg.): Karin Boye. Versensporn - Heft für lyrische Reize Nr. 6, Edition POESIE SCHMECKT GUT, Jena 2012, 100 Exemplare.

Weblinks[Bearbeiten]