Karin Ugowski

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Karin Ugowski, geb. Komischke, (* 11. Juli 1943 in Berlin) ist eine deutsche Schauspielerin.

Künstlerisches Wirken[Bearbeiten]

Karin Ugowksi wuchs im zerstörten Deutschland der Nachkriegszeit in Berlin-Johannisthal auf und studierte entgegen dem Wunsch ihrer Eltern von 1962 bis 1965 Schauspiel an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg.

Noch vor Beendigung ihres Schauspielstudiums wurde sie für weibliche Hauptrollen in Märchenkinofilmen der DEFA verpflichtet. Diese Filme gelten heute als Rarität deutscher Filmgeschichte und werden jährlich zur Weihnachtszeit im deutschen Fernsehen wiederholt. Es folgten weitere Hauptrollen in Filmen wie z.B. Signale - Ein Weltraumabenteuer, Osceola, Das unsichtbare Visier, und weitere. Anfang der 1970er-Jahre gehörte sie für mehrere Fälle zum Ermittlerteam des Polizeiruf 110 und spielte in diversen Folgen der TV-Reihe Der Staatsanwalt hat das Wort.

Zeitgleich stand Karin Ugowski an verschiedenen Theatern Berlins auf der Bühne. Bevor sie ab Mitte der 1960er Jahre an die Theaterbühne Volksbühne Berlin am Rosa-Luxemburg-Platz unter der Intendanz von Benno Besson gerufen wurde, der sie bis 2003 unter der Intendanz von Frank Castorf treu geblieben ist, war sie zuvor kurzzeitig auch am Maxim-Gorki-Theater in Berlin engagiert. Zu bekannten Inszenierungen mit Karin Ugowski an der Volksbühne gehörten unter anderem Jean Baptiste Molières Der Arzt wider Willen unter der Regie von Benno Besson und Heiner Müller oder beispielsweise Ende Gut, Alles Gut von William Shakespeare unter der Regie ihres zweiten Lebensgefährten, des Schauspielers, Oberspielleiters und Regisseurs Helmut Straßburger.[1]

Trotz ihrer aktiven Filmarbeit blieb Karin Ugowski bis 2003 fester Teil des Theater-Ensembles der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und stand mit späteren Filmpartnern wie z.B. Armin Mueller-Stahl, Henry Hübchen und Leander Haußmann auf einer Theater-Bühne, welche später unter der Intendanz von Frank Castorf durch politisch- sowie sozial-kritische und moderne, provokante Inszenierungen international auffallen sollte. Sie gehörte zu den aktiven Befürwortern politischer Veränderungen und des Wandels der Volksbühne unter Frank Castorf und Christoph Schlingensief und setzte sich weiter für das Theater ein, während sie parallel in Film und Fernsehen gastierte und das Ensemble der Volksbühne bereits stark wechselte.

Ihre besondere Wandlungsfähigkeit stellte sie vor einigen Jahren erneut in dem Kurzfilm Open von Charlotte Siebenrock unter Beweis, in dem sie sich innerhalb von drei Minuten von einer alten Tankraststätten-Bedienung in eine jung gebliebene lebensfrohe Frau verwandelte. Der Kurzfilm wurde auf verschiedenen Filmfestivals präsentiert. Von 2005-2009 spielte Karin Ugowski die durchgehende Rolle der Eva Landmann in der Telenovela Wege zum Glück.

Insgesamt wirkte die Schauspielerin in über 80 Theaterproduktion und über hundert Film - und Fernsehproduktionen mit. Politisch galt Karin Ugowski zu jeder Zeit als systemkritisch, was sich auch in ihrem Theater-Engagement und diversen Lesungen widerspiegelt. Seit 2006 ist Karin Ugowski aktives Mitglied der Deutschen Filmakademie.[2]

Privates[Bearbeiten]

Karin Ugowski hat zwei Söhne. Der ältere Sohn Jörg Ugowski stammt aus der ersten Ehe mit Addi Ugowski, den sie jung kennenlernte, früh heiratete und von dem sie, wie damals üblich, den Familiennamen übernahm, unter dem sie später bekannt wurde. Die Ehe hielt nur wenige Jahre.

Der zweite Sohn, Sebastian Ugowski, entstammt der langjährigen Lebenspartnerschaft mit dem am 20. Juni 2010 verstorbenen Regisseur, Theaterleiter und Schauspieler Helmut Straßburger und ist ebenfalls Schauspieler sowie Autor, aktiver Filmemacher, Komponist und Musik-Produzent. Er zeichnete unter dem Musik-Pseudonym "Gilmano" unter anderem für mehrere internationale Musikerfolge verantwortlich und baute das in Berlin ansässige Musik-Label und die Musikproduktion „Slo' Jam“ auf.

Seit 1993 ist Karin Ugowski mit dem Maler und Grafiker Günter Horn verheiratet, der 1970 für das Bühnenbild einer der erfolgreichsten Inszenierungen der Berliner Volksbühne - Diderots Rameaus Neffe - verantwortlich war. Mit ihm gemeinsam engagiert sie sich für die Kulturförderung im mecklenburgischen Nordosten Deutschlands.

Filmographie (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.volksbuehne-berlin.de/deutsch/volksbuehne/archiv/spielzeitchronik/
  2. http://www.deutsche-filmakademie.de/index.php?id=62&action=popup&num=1404