Karitébaum

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Karitébaum
Karitébaum

Karitébaum

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Sapotengewächse (Sapotaceae)
Gattung: Vitellaria
Art: Karitébaum
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Vitellaria
C.F.Gaertn.
Wissenschaftlicher Name der Art
Vitellaria paradoxa
C.F.Gaertn.

Der Karitébaum, auch Sheanussbaum, Schibutterbaum oder Afrikanischer Butterbaum genannt (Vitellaria paradoxa, Syn.: Bassia parkii G.Don, Butyrospermum paradoxum (C.F.Gaertn.) Hepper, Butyrospermum parkii (G.Don) Kotschy),[1] ist die einzige Pflanzenart der Gattung Vitellaria in der Familie der Sapotengewächse (Sapotaceae).

Vorkommen[Bearbeiten]

Verbreitung.

Vitellaria paradoxa kommt in den Savannen der Sudanzone im tropischen Afrika zwischen Senegal und Uganda vor. Es gibt zwei Unterarten: Vitellaria paradoxa subsp. paradoxa (nur in Westafrika) und Vitellaria paradoxa subsp. nilotica (nur in Ostafrika). Vitellaria paradoxa wächst in Höhenlagen zwischen 100 und 600 Metern, bei einer Jahresdurchschnittstemperatur zwischen 25 und 29 °C und einem Jahresniederschlag von 600 bis 1400 mm.

Vitellaria paradoxa, Herbarbeleg aus dem Herbarium Senckenbergianum.
Früchte am Zweig.
Kariténüsse.
Seife aus Sheabutter.

Beschreibung[Bearbeiten]

Vitellaria paradoxa wächst als Baum, der Wuchshöhen von bis zu 20 Metern erreicht, mit kräftigem Stamm und vielverzweigter, ausladender Baumkrone. Die sehr dicke und korkige Borke ist meist grau bis schwärzlich und kann ältere Bäume vor Feuer schützen.[2] Es werden Kurztriebe mit kantigen Blattspuren gebildet. Die Rinde junger Zweige, Blattstiele und Blütenknospen besitzt eine rostfarbene Behaarung in unterschiedlicher Stärke. Der Blattstiel ist ein Drittel bis halb so lang wie die Blattspreite. Die eiförmige bis elliptische Blattspreite weist eine Länge von 10 bis 25 cm und eine Breite von 4,5 bis 14 cm auf mit 20 bis 30 Seitennerven je Blatthälfte. Der Blattrand ist verdickt und gewellt.

30 bis 40 Blüten stehen in Bündeln zusammen.[2] Die bis zu 3 cm lang gestielten Blüten duften und sind zwittrig, und mehr oder weniger intensiv behaart. Die Kelchblätter stehen in zwei Kreisen: die äußeren sind lanzettlich, 9 bis 14 mm lang und 3,5 bis 6 mm breit; die inneren sind etwas kleiner. Die drei cremefarbenen Kronblätter sind röhrig verwachsen mit 2,5 bis 4 mm langer Kronröhre und breit-eiförmigen, 7 bis 11 mm langen 4,5 bis 7 mm breiten Kronlappen. Die Staubfäden sind 7 bis 12 mm lang. Die lanzettlichen Staubbeutel sind bis zu 4,5 mm lang. die Staminodien sind bis zu 8 mm lang. Der Griffel ist 8 bis 15 mm lang.

Die bei Reife grünlichen Beeren weisen eine Länge von bis zu 6,5 cm und einen Durchmesser von 4,5 cm auf. Sie enthalten ein süßes Fruchtmark, das die Samen umgibt. Die Samen weisen eine Länge von bis zu 5 cm und einen Durchmesser von 3,5 cm auf.[3]

Nutzung[Bearbeiten]

Die Früchte des Sheanussbaums sind botanisch gesehen Beeren, die darin enthaltenen etwa 4 cm großen Fruchtkerne, die Kariténüsse, enthalten ungefähr 50 % Fett und stellen eine wesentliche Quelle für Speise- und Hautpflegefett dar, das Fruchtfleisch wird gegessen.

Als wichtiger Nutzbaum wird der Karité neben anderen Arten, wie Néré und Baobab, bei der Rodung für neue Felder meist verschont. Diese traditionelle Agroforstwirtschaft wird auch als Kulturbaumpark bezeichnet. Da der Karitébaum aber nur schwer vermehrt werden kann, neue Pflanzen oft nur Zufallskeimungen sind, er erst ab einem Alter von etwa 20 Jahren blüht und erst mit etwa 50 Jahren seine volle Ertragskraft erreicht, ist seine groß angelegte kommerzielle Verwertung durch die lange Wartezeit auf den Ertrag noch schwierig.

Sheabutter[Bearbeiten]

Aus der Kariténuss wird die Sheabutter, auch Galambutter oder Karitébutter genannt, gewonnen. Bei der traditionellen Produktionsweise wird nach dem Waschen und Zerstampfen der Samen durch Kochen in Wasser und nachfolgendes Abschöpfen des oben schwimmenden Sheaöls die Sheabutter gewonnen. Ihr Schmelzbereich liegt bei 35 bis 42 °C.[4][5] Sie ist von hellgelber Farbe und hat einen ausgeprägten erdigen, schokoladigen Geruch nach Nüssen und Butter. Daher wird sie auch als Ersatzfett für Kakaobutter bei der Schokoladenerzeugung eingesetzt. Sheabutter hat den Vorteil, dass sich bei Temperaturschwankungen während der Lagerung keine grauen Schlieren an der Oberfläche der Schokolade bilden.

Sheabutter ist in reinem Zustand, auch in tropischer Hitze, bis zu 4 Jahre haltbar. Das Besondere an der Sheabutter ist der hohe Anteil an unverseifbaren Bestandteilen (etwa 75 % Triterpene, daneben Ölsäure, Triterpenalkohole, Vitamin E, Beta-Karotin und Allantoin),[6] der Anteil liegt zwischen 8–11 % – im Vergleich zu Avocado-Öl 6 %, Sesamöl 1,5 %, Olivenöl 1,2 %. Sheabutter enthält hauptsächlich langkettige, ungesättigte Fettsäuren, Hauptbestandteile sind Ölsäure (40–55 %), Stearinsäure (35–45 %), Linolensäure (3–8 %) und Palmitinsäure (3–7 %).

Für den Export wird Sheabutter jedoch häufig raffiniert: Das so entstehende Fett ist geruchlos, zäh, in der Farbe weiß. Der Inhaltsstoff Beta-Karotin (gelbe Farbe) geht dabei verloren, weitere Untersuchungen bezüglich verloren gegangener Inhaltsstoffe sind nicht bekannt.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • J-M. Boffa: Productivity and management of agroforestry parklands in the Sudan zone of Burkina Faso, West Africa. Ph.D. thesis, Purdue University, West Lafayette, Indiana, 1995.
  • E.G. Bonkoungou: Monographie du karité, Butyrospermum paradoxum (Gaertn. f.) Hepper, espèce agroforestière à usages multiples., Institut de Recherche en Biologie et Ecologie Tropicale, Ouagadougou, Burkina Faso, 1987.
  • A. Chevalier: Les Sapotacées à graines oléagineuses et leur avenir en culture., in Revue de Botanique Appliquée, 23(257, 258, 259), 1943, 97-159.
  • M. Gakou, J.E. Force & W.J. McLaughlin: Non-timber forest products in rural Mali: a study of villager use., in Agroforestry Systems, 28, 1994, 213-226.
  • S. Guinko & L.J. Pasgo: Harvesting and marketing of edible products from local woody species in Zitenga, Burkina Faso., in Unasylva 43(168), 1992, 16-19.
  • A.N. Henry, V. Chithra & N.C. Nair: Vitellaria vs. Butyrospermum (Sapotaceae), in Taxon, 32, 1983, 286.
  • G. Sallé, J. Boussim, A. Raynal-Roques & F. Brunck: Le karité, une richesse potentielle. Perspectives de recherche pour améliorer sa production., in Bois et Forêts des Tropiques, 228, 1991, 11-23.
  • A. Zwarg, M. Schmidt & K. Hahn-Hadjali: Der Schibutterbaum, in Natur und Museum, 138 (9/10) 2008, 242. [1]
  • Datenblatt der AgroForestryTree Database.
  • J. H. Hemsley: Vitellaria paradoxa in Flora of Tropical East Africa, 1968: Online bei Aluka.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vitellaria paradoxa im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  2. a b Datenblatt der AgroForestryTree Database.
  3. J. H. Hemsley: Vitellaria paradoxa in Flora of Tropical East Africa, 1968: Online bei Aluka.
  4. A. Täufel, W. Ternes, L. Tunger, M. Zobel: Lebensmittel-Lexikon. Behr's Verlag, 2005, ISBN 9783899471656, S. 1721
  5. Megnanou, R.-M., Niamke, S., Diopoh, J.: Physochemical and microbiological characteristics of optimized and traditional shea butters from Côte d'Ivoire (PDF; 101 kB)
  6. S. Ellsässer: Körperpflegekunde und Kosmetik: Ein Lehrbuch fur die PTA-ausbildung und die Beratung in der Apothekenpraxis. Springer, 2000, ISBN 9783540668664, S. 141

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Karitébaum (Vitellaria paradoxa) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien