Karl-Heinz Ott

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Karl-Heinz Ott

Karl-Heinz Ott (* 1957 in Ehingen (Donau) bei Ulm) ist ein deutscher Schriftsteller, Essayist und literarischer Übersetzer.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Karl-Heinz Ott wurde 1957 in Ehingen an der Donau geboren und studierte Philosophie, Germanistik und Musikwissenschaft. 1986 bis 1989 war er Leiter der Schauspielmusik an der Württembergischen Landesbühne Esslingen und 1989 bis 1993 Leiter der Schauspielmusik und Dramaturg an den Städtischen Bühnen Freiburg. In den Jahren 1993 bis 1995 war er Chefdramaturg der Oper am Theater Basel. Seit 1996 ist er freischaffender Schriftsteller. 1998/1999 war er vorwiegend am Theater am Neumarkt in Zürich tätig.

Neben seinen Romanen (Ins Offene, Endlich Stille, Ob wir wollen oder nicht und Wintzenried[1]) und einem Buch über Georg Friedrich Händel schuf Ott Bühnenbearbeitungen von Platons Gastmahl (zusammen mit Stephan Müller) und Gerhard Meiers Baur und Bindschädler-Romanen. Des Weiteren schrieb er zwei Theaterstücke (Die ganze Welt, Geierwally) zusammen mit Theresia Walser, ein Opern-Libretto (Arabische Pferde) mit Yōko Tawada sowie Radio-Features und -Essays für den SWR.[2] Reportagen und Essays veröffentlicht er in der Neuen Zürcher Zeitung, Allmende u.a. Dazu kommen zahlreiche Beiträge in Anthologien und Theaterpublikationen.

Karl-Heinz Ott bekleidete 2006 in Mainz eine Poetikdozentur (Literatur als Form gewordene Gedankenmusik). Ebenfalls seit 2006 ist er ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz. Er ist Jury-Mitglied des Würth-Literaturpreises. Im Wintersemester 2011/2012 ist er, gemeinsam mit Theresia Walser, Inhaber der Poetikdozentur der Universität Koblenz-Landau.[3]

Auszeichnungen, Preise und Nominationen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Autograph

Literarische Werke[Bearbeiten]

  • Ins Offene. Roman. Residenz Verlag, Salzburg/Wien 1998; Neuauflage bei Hoffmann und Campe, Hamburg 2006. (Französisch: Que s'ouvre l'horizon. Übersetzt von Françoise Kenk, Phébus, Paris 2010.)
    • Für diesen Roman erhielt Ott den Förderpreis des Friedrich-Hölderlin-Preises der Stadt Bad Homburg und den Thaddäus-Troll-Preis.
  • Endlich Stille. Roman. Hoffmann und Campe, Hamburg 2005. (Italienisch: Finalmente silenzio. Übersetzt von Paolo Scotini, Le Lettere, Florenz 2007. Französisch: Enfin le silence. Übersetzt von Françoise Kenk, Phébus, Paris 2008.)
    • Hierfür bekam Ott den Alemannischen Literaturpreis, den Candide Preis sowie den Preis der LiteraTour Nord.
    • Als Hörbuch (Sprecher Bernd Geiling): Hoffmann und Campe, Hamburg 2007.
  • Ob wir wollen oder nicht. Roman. Hoffmann und Campe, Hamburg 2008.
  • Wintzenried. Roman. Hoffmann und Campe, Hamburg 2011, ISBN 978-3-455-40311-4.

Essayistische Werke[Bearbeiten]

  • Heimatkunde Baden. Hoffmann und Campe, Hamburg 2007.
  • Tumult und Grazie – Über Georg Friedrich Händel. Hoffmann und Campe, Hamburg 2008.
    • Als Hörbuch (Autor als Sprecher): Hoffmann und Campe, Hamburg 2009.
  • Die vielen Abschiede von der Mimesis. Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, Jg. 2010 Nr. 1. Steiner Verlag, Stuttgart 2010.

Bühnenwerke[Bearbeiten]

  • Endlich Gäste. Stück in 13 Szenen. (Uraufführung Theater Freiburg 2002.) Verlag der Autoren, Frankfurt am Main 2002.
  • Die Geierwally. Bühnenbearbeitung, zusammen mit Theresia Walser. (Uraufführung Staatstheater Karlsruhe 2002.) Verlag der Autoren, Frankfurt am Main 2003.
  • Arabische Pferde. Libretto, zusammen mit Yoko Tawada. (Komposition: Juliane Klein. Aufführung am Flughafen Hannover 2003.) Edition Juliane Klein, Berlin 2003.
  • Das Gastmahl. Bühnenbearbeitung von Platons Symposion, zusammen mit Stephan Müller. (Uraufführung Neumarkt Theater Zürich 1998.) Verlag der Autoren, Frankfurt am Main 2010.
  • Die ganze Welt. Theaterstück, zusammen mit Theresia Walser. (Uraufführung Nationaltheater Mannheim 2010.) Rowohlt Theaterverlag 2010.

Radio-Essays und Features[Bearbeiten]

  • Die Stille vor dem Applaus. (SWR 2003)
  • John Ashbery. (SWR 2003)
  • Die Verdammten dieser Erde. Frantz Fanon und die postkoloniale Kultur. (SWR 2004)
  • Die Bibel, Alligatoren und andere Dinge des Lebens. Elizabeth Bishop und Marianne Moore. (SWR 2004)
  • Out of Wilderness. Der Lyriker Bob Dylan. (SWR 2004)
  • Mimesis oder Imitation? (SWR 2004)
  • Weltbilder und Bilderstürmer. (SWR 2005)
  • Abschied vom alten Europa. Charles Olson und Robert Creeley am Black Mountain College. (SWR 2005)
  • Die Bilder hinter der Landschaft. (SWR 2006)
  • Mit Wagner und Hitchcock im Kino. (Zwei Vorträge von Beat Wyss und Karl-Heinz Ott; SWR 2006)
  • Literatur als Form gewordene Gedankenmusik. (SWR 2006)
  • Andächtige Aufklärung. (SWR 2010)
  • Schimpf und Schande. (SWR 2011) [6]
  • Das Gesetz des Herzens und der Wahnsinn des Eigendünkels. Zum 300. Geburtstag von Jean-Jacques Rousseau. (SWR 2012) [7]
  • Die konservierte Welt. (SWR 2012)[8]

Nachwort[Bearbeiten]

  • zu Constance de Salm: 24 Stunden im Leben einer empfindsamen Frau. Hoffmann & Campe, Hamburg 2008 / Piper, München/Zürich 2010, ISBN 978-3-492-25346-8.
  • Denis Diderot: Vier Erzählungen. Mit einem Nachwort von Karl-Heinz Ott. C.H. Beck Verlag, München 2013

Übersetzungen[Bearbeiten]

Herausgabe[Bearbeiten]

  • Joseph von Eichendorff: Und es schweifen leise Schauer. Die schönsten Gedichte. Hg. u. mit einem Nachwort von Karl-Heinz Ott. Hoffmann und Campe, Hamburg 2011.
  • Walter Benjamin: Berliner Kindheit um Neunzehnhundert. Mit einem Nachwort von Karl-Heinz Ott. Hoffmann und Campe, Hamburg 2013.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christian Droste: Formen und Funktionen intertextueller Spinoza-Bezüge in „Hoffmans Hunger“ von Leon de Winter und „Endlich Stille“ von Karl-Heinz Ott. Magisterarbeit. Universität Lüneburg 2007.[10]
  • Ellinor Krogmann: Die Pianistin als Autorin. Wie Musik und Literatur zusammenspielen. Sendemanuskript des SWR2 vom 24. Dezember 2008. S. 6–10.[11]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Buchporträt auf der Website des Verlags Hoffmann und Campe, abgerufen am 4. September 2011.
  2. Sendungen von, mit und über Karl-Heinz Ott beim Südwestdeutschen Rundfunk.
  3. Literatur lebendig machen. Informationen auf der Website der Universität, abgerufen am 23. September 2011.
  4. Alemannischer Literaturpreis. Stadt Waldshut-Tiengen, abgerufen am 14. Dezember 2010.
  5. Albrecht Puhlmann: Laudatio für Karl-Heinz Ott (PDF; 94 kB) anlässlich der Preisverleihung. Abgerufen am 14. Januar 2011.
  6. Sendungsbeschrieb mit Zugang zu Textdatei. Beim Südwestdeutschen Rundfunk, abgerufen am 13. Januar 2012.
  7. Sendungsbeschrieb mit Zugang zu Audio- und Textdatei. Beim Südwestdeutschen Rundfunk, abgerufen am 13. Januar 2012.
  8. Hör- und Lesefassung auf der Website von SWR2, abgerufen am 15. November 2012.
  9. Verlagsanzeige, abgerufen am 15. Januar 2011.
  10. Verzeichnis der Magisterarbeiten (PDF; 327 kB) bei der Leuphana Universität Lüneburg, abgerufen am 15. Januar 2011.
  11. Sendemanuskript (PDF-Datei, 136 KB), abgerufen am 13. Januar 2012.