Karl-Heinz Priester

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Karl-Heinz Priester (* 20. März 1912 in Frankfurt am Main; † 16. April 1960 in Wiesbaden) war ein Mitglied der höheren Führungsebene der Hitler-Jugend, SS-Mitglied und späterer revisionistischer Verleger in der Bundesrepublik Deutschland.

Leben[Bearbeiten]

Priester wuchs in Frankfurt auf und war nach der Schule Zeitungsvolontär.[1] Er war Schriftleiter der Frankfurter Post, einer Zeitung der Deutschnationalen Partei.[2]

Priester war zwischen 1930 und 1939 HJ-Führer und SS-Anwärter. Im Zweiten Weltkrieg war er Soldat in der Luftwaffe und wurde als Verbindungsoffizier zur Waffen-SS eingesetzt.

Nach Kriegsende blieb er ein politischer Aktivist der extremen Rechten. Sein Verlag Karl-Heinz Priester saß in Wiesbaden. Bekannt wurde er vor allem als Verleger revisionistischer Autoren wie Maurice Bardèche, Paul Rassinier, Harry Elmer Barnes und F.J. P. Veale.

Priester war ursprünglich Mitglied der hessischen NDP von Heinrich Leuchtgens, deren neonazistischen Flügel er anführte. Dem Zusammenschluss mit der DKP-DRP zur DRP widersetzten er und seine Anhänger sich 1950, weil sie keine national-konservative, sondern eine national-revolutionäre Partei forderten. Die Gruppe schloss sich als „Nationaldemokratische Partei Deutschlands (Nationale Reichspartei)“ unter Priesters Führung als hessischer Landesverband mit der neu gegründeten SRP von Fritz Dorls zusammen.[3] [4] Auch auf internationaler Ebene engagierte sich Priester. So wurde er (obwohl wegen Einreiseverbots selbst nicht anwesend) 1951 in Malmö/Schweden in den Vorstand der faschistischen Europäischen Sozialen Bewegung unter der Führung des italienischen MSI gewählt. 1951 gründete er infolgedessen die Deutsch-Soziale Bewegung (DSB), den deutschen Ableger der europäischen Organisation.

Priester gehörte 1951 mit dem ehemaligen SS-Sturmbannführer Arthur Ehrhardt und dem Schriftsteller und ehemaligen SA-Obersturmführer Herbert Böhme zu den Mitgründern der Zeitschrift Nation und Europa, die als Organ der Deutschen Sozialen Bewegung gedacht war. Priester fungierte mit Ehrhardt zusammen als Herausgeber der Zeitschrift.[5] Neben seiner Verlagstätigkeit war Priester bis zu seinem Tode damit beschäftigt, zahlreiche neonazistische Gruppierungen und Parteien zu gründen oder zu spalten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Frederik, Die Rechtsradikalen, Humboldt-Verlag, München 1965, S. 70.
  2. Rechtsextreme Zeitschrift Nation Europa, Karl Heinz Priester zum Gedächtnis, Heft 10, Oktober 1960, S. 43.
  3. Manfred Jenke, Verschwörung von Rechts: Ein Bericht über den Rechtsradikalismus in Deutschland nach 1945. Berlin 1961, S.88.
  4. Horst Schmollinger: Die nationaldemokratische Partei Deutschlands. In Richard Stöss, Parteienhandbuch, Westdeutscher Verlag, Opladen 1986, ISBN 3-531-11838-2, S. 1908f..
  5. Jens Mecklenburg (Hg.): Handbuch Deutscher Rechtsextremismus. Berlin 1996, ISBN 3-88520-585-8. S. 609.