Karl-Josef Laumann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Karl-Josef Laumann, 2011, bei der Veranstaltung „25 Jahre AZK

Karl-Josef Laumann (* 11. Juli 1957 in Riesenbeck) ist ein deutscher Politiker (CDU).

Von 2005 bis 2010 war er Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Seit dem 6. Juli 2010 ist er Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag von Nordrhein-Westfalen.[1] Mit der Wahl von Hannelore Kraft (SPD) zur Ministerpräsidentin am 15. Juli 2010 schied Laumann aus der Regierung aus und wurde Oppositionsführer im Landtag.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben und Beruf

Laumann wuchs mit zwei Brüdern auf einem Bauernhof in Birgte auf. Nach dem Besuch der Hauptschule absolvierte er eine Lehre zum Maschinenschlosser. Nach der Ableistung seines Wehrdienstes war er ab 1978 bis 1990 in seinem erlernten Beruf bei der Firma Niemeyer in Riesenbeck tätig. Als Mitglied der IG Metall war er viele Jahre Betriebsrat.

Karl-Josef Laumann ist verheiratet und hat drei Kinder.

[Bearbeiten] Politik und Partei

Karl-Josef Laumann begann seine politische Karriere bei der Jungen Union im Kreis Steinfurt, deren Ehrenvorsitzender er noch immer ist. Seit 1974 ist er Mitglied der CDU und seit 1977 auch der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA). Laumann war von 1986 bis zum 4. November 2010 Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Steinfurt[2] und ist seit 2003 Vorsitzender des CDU-Bezirksverbandes Münsterland. Laumann gehört außerdem dem CDU-Bundesvorstand und seit 2004 auch dem Bundespräsidium der CDU an. Seit 2005 ist er Bundesvorsitzender der CDA. Er fühlt sich laut eigener Aussage besonders dem christlichen Menschenbild der CDU und dessen Soziallehren verpflichtet.

Seit vielen Jahren ist Laumann in der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) aktiv. Im April 1998 wurde er zum Bezirksvorsitzenden der über 7000 Mitglieder zählenden KAB Nord-Münsterland gewählt.

Mitte November 2011 stimmte die Bundes-CDU auf ihrem Parteitag in Leipzig für einen Entwurf, der alle Branchen zur Festlegung eines Mindestlohnes zwingt. Laumann kämpfte jahrelang für dieses Projekt; 2011 sprachen sich auch Kanzlerin Angela Merkel, Arbeitsministerin Ursula von der Leyen und andere CDU-Spitzenpolitiker dafür aus.[3]

[Bearbeiten] Abgeordneter

Laumann war von 1990 bis zu seinem Ausscheiden am 28. Juni 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von 2000 bis 2002 Vorsitzender der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales und seit 2002 der Arbeitsgruppe Wirtschaft und Arbeit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Laumann ist 1990 als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Steinfurt II und sonst stets über die Landesliste Nordrhein-Westfalen in den Deutschen Bundestag eingezogen.

Dem Nordrhein-Westfälischen Landtag gehört er seit dem 4. August 2005, als er für den ausgeschiedenen Abgeordneten Hans Peter Lindlar nachrückte, an. Seit 2010 ist er Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag.

[Bearbeiten] Öffentliche Ämter

Nach der Landtagswahl 2005 wurde Laumann am 25. Juni 2005 als Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales in die von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers geführte Landesregierung von Nordrhein-Westfalen berufen.

Kurz vor dem CDU-Parteitag im November 2006 stieß Laumann eine Diskussion über die Sozialsysteme an, als er sich in einem Interview gegenüber der Westdeutschen Zeitung äußerte: „Das Prinzip, dass jemand, der lange Beiträge gezahlt hat, auch längere Zeit das Arbeitslosengeld I bezieht als ein junger Säufer, der nichts geleistet hat, ist richtig und sozial“. Diese Äußerung war sowohl in der Union als auch in der Gesellschaft Anlass zu Diskussionen. Während eher links stehende Gruppierungen die Wortwahl stark kritisierten und Entschuldigungen forderten, erhielt Laumann aus dem bürgerlichen Lager und aus den Gewerkschaften positive Rückmeldungen. Auf dem Parteitag selbst gab es ein spürbares Umschwenken der CDU zu den Vorschlägen von Rüttgers und Laumann hin, die soziale Kompetenz der Partei zu stärken und als Lehren aus der Bundestagswahl auf diesem Feld wieder aktiver zu werden.[4]

Mit der Wahl von Hannelore Kraft zur Ministerpräsidentin am 15. Juli 2010 schied er aus der Landesregierung aus.

[Bearbeiten] Ehrungen

[Bearbeiten] Kabinett

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Karl-Josef Laumann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Karl-Josef Laumann: Fraktionschef mit „sozialen Gewissen“.
  2. AZ Allgemeine Zeitung (Münsterland) Schulze Föcking folgt Laumann Abgerufen am 5. November 2010
  3. zeit.de: Der Mindestlohn-Flüsterer. - Jahrelang kämpfte er für seine Idee, nun ist er fast am Ziel: Wie der Sozialpolitiker Karl-Josef Laumann seiner CDU den Mindestlohn beibrachte.
  4. Tagesschau vom 24. November 2006 (nicht mehr online verfügbar)
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen