Karl Ackermann (Verleger)

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Karl Ackermann (* 15. Dezember 1908 in Heidelberg; † 21. Juni 1996 in Mannheim) war ein deutscher Journalist und Mitbegründer, Chefredakteur und Verleger des Mannheimer Morgens.

Karl Ackermann studierte in München und Heidelberg Soziologie und Geschichte und promovierte 1931. Nach Hitlers Machtergreifung bekannte er sich öffentlich als Gegner und wurde Sekretär der Organisation Rote Hilfe, die politisch Verfolgte unterstützte. Auch war er Herausgeber des geheimen Widerstandsblattes Süddeutsches Tribunal. Nach einem Prozess wegen Hochverrat 1934 kam er in das Konzentrationslager Dachau, aus dem ihm 1937 die Flucht gelang. Er emigrierte nach Zürich, wo er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sozialarchiv wurde.

Nach Kriegsende kehrte er nach Deutschland zurück und wurde 1945 von der US-Militärregierung neben Josef Eberle und dem ehemaligen Stresemann-Sekretär Henry Bernhard mit der Lizenz zur Gründung der Stuttgarter Zeitung ausgestattet. Nach seiner Abwanderung dort erhielt er 1946 neben Karl Vetter und Eitel-Friedrich Freiherr Schilling von Cannstatt erhielt er die Lizenz zur Gründung des Mannheimer Morgens wo er Chefredakteur wurde. Ackermann galt als der KPD nahestehend, bezeichnete sich aber 1948 als "unabhängig", wohl um einem Lizenzentzug vorzubeugen, wie es Rudolf Agricola von der Rhein-Neckar-Zeitung widerfuhr; Agricola druckte einen umstrittenen Artikel von diesem ab (Zitat siehe Artikel Rudolf Agricola) der in dessen Zeitung nicht publiziert wurde. 1949 wurde er in den Vorstand der Nachrichtenagentur für die amerikanische Zone DENA gewählt. Noch bis in die 1970er oder 1980er Jahre veröffentlichte er Kommentare im Mannheimer Morgen.

Ackermann galt nachmals als „vom Linksaußen zum Bürgerlichen gewandelt“[1]. Er war an der Einführung der Mitbestimmung für Redakteure beim Mannheimer Morgen beteiligt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Walter Hempel: Wer ist wer?, Bd. 1 (West), Berlin 1967, S. 4

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Klaus-Peter Schmid: Domglocken zwischen den Zeilen. Die Zeit, 29. Januar 1971, Nr. 5.