Karl Begas

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Karl Begas: Büste Hans von Marées, 1878

Karl Begas der Jüngere (signierte meist mit Carl Begas; * 23. November 1845 in Berlin; † 21. Februar 1916 Köthen (Anhalt)) war ein deutscher Bildhauer.

Leben[Bearbeiten]

Karl Begas

Begas war der Sohn des Malers Carl Joseph Begas und der jüngste Bruder von Oskar, Reinhold und Adalbert Begas. Im Atelier seines Bruders Reinhold, dessen naturalistischer Auffassung er sich anschloss, lernte er die Bildhauerei.

Er hielt sich 1869 und 1873 in Rom auf, wo er verschiedene Porträtbüsten fertigte, und stellte 1876 eine Gruppe Faun mit Kind scherzend aus, der 1878 die Gruppe Geschwister folgte. 1880 führte er eine Marmorbüste des Kaisers für die Gemäldegalerie in Kassel, 1882 zwei Kalksteinfiguren für die Universität Kiel und zwei Sphinxgestalten für das Regierungsgebäude in Kassel aus.

1904-1906 schuf Karl Begas das in Marmor ausgeführte Standbild der deutschen Kaiserin Auguste-Viktoria. Es fand zunächst im kaiserlichen Rosengarten am Neuen Palais in Sanssouci seine Aufstellung. Nach dem Ende der Monarchie gelangte es in den Antikentempel vor dem Neuen Palais. Hier wurde 1921 auch die zu diesem Zweck aus Huis Doorn/Utrecht nach Potsdam überführte ehemalige Kaiserin beigesetzt. Nach 2000 gelangte das Standbild in das Haus der Geschichte im Neuen Kutschstall in Potsdam. Die 1909 geschaffene zweite Ausführung des Denkmals für die Kaiserin wurde zuerst im Rosengarten des Berliner Tiergartens aufgestellt. Hier im Zweiten Weltkrieg beschädigt, wurde das Denkmal in den 1950er Jahren zusammen mit den Figuren der berühmten Siegesallee im Park von Schloss Bellevue vergraben. 1979 ausgegraben und zunächst im Figurendepot "Lapidarium am Landwehrkanal in Berlin-Kreuzberg" abgestellt, kam das Marmorbildwerk, restauriert, aber mit nach wie vor falsch aufgesetztem Kopf, in das Foyer des Hauses 1 des Auguste-Viktoria-Krankenhauses in Berlin-Schöneberg, Rubensstraße 125. Hier erinnert es an die kaiserliche Stifterin des Krankenhauses (heute Vivantes-Klinikum AVK). 1990 war das Denkmal der Kaiserin von Karl Begas zusammen mit anderen Werken seiner Hand in der von Peter Bloch, Sibylle Einholz und Jutta von Simson kuratierte Ausstellung "Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786-1914" im "Hamburger Bahnhof", Invalidenstraße in Berlin, ausgestellt. Im Katalog der Ausstellung sind das Werk sowie andere Arbeiten von Karl Begas ausführlich beschrieben und abgebildet.

Eberjagd aus der Zeit Joachims I. - Skulptur von Karl Begas, Fasanerieallee, Berlin

Für die Berliner Siegesallee gestaltete Karl Begas die Gruppe mit dem Standbild für den Askanischen Markgrafen Otto IV. (mit dem Pfeil) und den Büsten von Johann von Kröcher, genannt Droiseke sowie von Johann von Buch. Die Gruppe wurde am 22. März 1899 enthüllt. (Bild siehe bei Otto IV. in der Liste der Figurengruppen der Siegesallee.) Der Kopf des Standbildes "Otto IV. mit dem Pfeile" befindet sich in Berliner Privatbesitz. Gleichfalls für die Siegesallee fertigte er die Denkmalgruppe 31 mit dem zentralen Standbild Friedrich Wilhelms IV. an. Die Nebenbüsten zeigen den Naturforscher Alexander von Humboldt und den Bildhauer Christian Daniel Rauch. Die Enthüllung dieser Gruppe fand am 26. Oktober 1900 statt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Karl Begas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien