Karl Borromäus von Liechtenstein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Karl Borromäus Joseph Fürst von Liechtenstein (* 20. September 1730; † 21. Februar 1789) war ein kaiserlicher Feldmarschall.

Karl Borromäus Fürst von Liechtenstein

Familie[Bearbeiten]

Er war Sohn des Emanuel von Liechtenstein (1700–1771). Seine Mutter war Maria Anna (geb. Gräfin Dietrichstein) (1707–1777). Sein Bruder Franz Joseph war erster Fürst des souveränen Fürstentums Liechtenstein. Er selbst war seit 1761 mit Eleonore (geb. Prinzessin Öttingen-Spielberg) (1745–1812) verheiratet. Diese war eine Vertraute Josephs II.

Die Nachkommen waren:

  • Maria Josepha (1763–1833) – später verheiratet mit Johann Nepomuk Ernst Harrach (1756–1829),
  • Karl Joseph Emanuel (1765–1795),
  • Joseph Wenzel (1767–1842),
  • Kaspar Melchior (1770–1773),
  • Moritz Joseph Johann (1775–1819),
  • Franz Alois Crispin (1776–1794),
  • Alois Gonzaga Joseph (1780–1833).

Karl Borromäus war Begründer einer eigenen Linie des Hauses Liechtenstein.

Leben[Bearbeiten]

Bereits in seiner Jugend trat er in ein österreichisches Kavallerieregiment ein. Er diente 1747 beim Feldzug in den Niederlanden im Rahmen des österreichischen Erbfolgekrieges. Er stieg vor allem während des Siebenjährige Krieges rasch auf. Er war 1757 Oberst. Bei Reichenberg wurde er 1757 schwer verwundet. Er zeichnete sich bei der Eroberung von Schweidnitz besonders aus und gehörte zu den ersten, die in die Stadt eindrangen. Er wurde als Auszeichnung mit der Siegesmeldung zu Maria Theresia nach Wien entsandt. Diese veranlasste die Aufnahme in den Orden vom Goldenen Vlies. Außerdem wurde er Inhaber des 1. Dragonerregiments und Kommandant der Stadt Wien.

Im Jahr 1758 war er Generalfeldwachtmeister und 1760 Feldmarschallleutnant. 1765 war er Generalinspekteur der Kavallerie. Im Jahr 1771 war er kommandierender General in Preßburg und hatte 1775 das Generalkommando in Niederösterreich inne.

Während des bayerischen Erbfolgekrieges 1778/79 stand er im Rang eines Generals der Kavallerie. Er befehligte zu Beginn 28.000 Mann, die zunächst bei Leitmeritz standen. Damit versperrte er den Gegnern den Zugang nach Bayern. Später vereinigte er sich mit den Truppen von Laudon. Als die Lage der Österreicher problematischer geworden war, führte er eine Reihe von erfolgreichen Bewegungen aus.

Im Türkenkrieg erhielt er 1788 den Oberbefehl über ein 36.000 Mann starkes Korps in Kroatien. Er war an der Belagerung von Dubitza beteiligt. Der Sturm scheiterte an den Verstärkungen der Verteidiger. Liechtenstein zählte zu den Vertrauten Joseph II. Zuletzt war er Feldmarschall, wirklicher Geheimer Rat und Kämmerer.

Der Fürst war Freimaurer und Mitglied der Wiener Loge Zum heiligen Joseph[1], außerdem war er Ordensprotektor des kurzlebigen freimaurerischen Ordens der Asiatischen Brüder.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Europäische Aufklärung zwischen Wien und Triest : die Tagebücher des Gouverneurs Karl Graf von Zinzendorf 1776–1782 Wien, 2009, S. 333f.
  • Rupert Ritter: Kurze Geschichte und Stammbaum des fürstlichen Hauses Liechtenstein. S. 58f. Online-Ausgabe (PDF; 853 kB)
  • Constant von Wurzbach (Hrsg.): Biographisches Lexikon des Kaisertums Österreich. Bd. 15. Wien, 1866, S. 165–168
  • Allgemeine Militär-Enzyklopädie Bd. 5 Leipzig, 1870, S. 327–329

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Allgemeines Handbuch der Freimaurerei, 1. Band (A –L ), Max Hesse's Verlag, Leipzig 1900, S. 617
  2. Ebenda, S. 50