Karl Eibl (Militär)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Karl Eibl (* 23. Juli 1891 in Goisern, Oberösterreich; † 21. Jänner 1943 bei Nikolajewka) war ein österreichischer und deutscher Offizier, zuletzt General der Infanterie und Befehlshaber mehrerer Verbände im Ersten und Zweiten Weltkrieg.

Werdegang[Bearbeiten]

Karl Eibl wurde am 23. Juli 1891 in Steeg, einem Ortsteil in Bad Goisern am Hallstättersee (Oberösterreich) als Sohn eines Reichsbahnbeamten geboren und besuchte die Theresianische Militärakademie in Wiener Neustadt. Im Ersten Weltkrieg war Karl Eibl als Leutnant im Landwehrregiment 21 eingesetzt und wurde 1915 zum Oberleutnant befördert. Er war als Kompaniekommandant an der Ostfront und an der Südfront eingesetzt. Nach dem Krieg wurde er vom Bundesheer übernommen und als Hauptmann in das Infanterie-Regiment 6 versetzt.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Beim Anschluss Österreichs wurde er als Major in die deutsche Wehrmacht übernommen. Hier wurde er als Ausbilder an der Infanterieschule Bruckneudorf eingesetzt und später Kommandeur eines Bataillons im Infanterie-Regiment 131. Anfang 1939 wurde Karl Eibl zum Oberstleutnant befördert und Kommandeur des Infanterie-Regiments 131, das der überwiegend aus Österreichern bestehenden 44. Infanterie-Division (XVII. Armeekorps) unterstand und im Polenfeldzug eingesetzt war. Dort erhielt er das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse.

Im Westfeldzug wurde Karl Eibl in das Infanterie-Regiment 132 versetzt, dessen Kommandeur er im Juni 1940 wurde. Mit seinem Regiment gelang ihm die Eroberung des strategisch wichtigen Ortes Chuignolles an der Somme, wofür er am 15. August 1940 als einer der ersten Regimentskommandeure mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet wurde. Am 1. Februar 1941 erfolgte seine Beförderung zum Oberst. Nach kurzem Aufenthalt im besetzten Frankreich wurde seine Einheit in die Slowakei versetzt, um nachher am Überfall auf die Sowjetunion teilzunehmen. Für seine Leistungen bei Schitomir und Uman wurde er am 31. Dezember 1941 mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet.

Am 8. Jänner 1942 übernahm er das Kommando über die vor kurzem neu gebildete unerfahrene 385. Infanterie-Division und wurde am 1. Februar 1942 zum Generalmajor befördert. Mit seinem Verband nahm er an den Kämpfen am Don und bei Woronesch teil. Die Division war im Rahmen der 6. Armee unter Generalfeldmarschall Friedrich Paulus bei der Schlacht um Stalingrad eingesetzt, wo sein Verband bei den Abwehrkämpfen schwere Verluste erlitt. Für seine Leistungen erhielt Karl Eibl am 19. Dezember 1942 als 21. Soldat der Wehrmacht die Schwerter zum Eichenlaub. Nach Generalfeldmarschall Erwin Rommel war er der zweite Soldat des Heeres, der diese Auszeichnung erhielt. Gleichzeitig wurde er zum Generalleutnant ernannt.

Am 20. Jänner 1943 wurde er mit der Führung des XXIV. Panzerkorps nordwestlich von Stalingrad betraut. Dort starb er nach einer Frontfahrt am 21. Jänner 1943 in Nishne Georgijevski im Raum Kirovograd im Nordwesten Stalingrads einige Stunden nach einer Oberschenkelamputation wegen Blutverlusts. Eine Handgranate hatte ihn am linken Oberschenkel verwundet.

Postum wurde Karl Eibl am 1. März 1943 mit Wirkung vom 1. Jänner 1943 zum General der Infanterie befördert.

Im Kremser Stadtpark befindet sich ein Denkmal für Karl Eibl.

Auszeichnungen (Auszug)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939–1945, Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S.290