Karl Eusebius von Liechtenstein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Karl Eusebius)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Karl Eusebius von Liechtenstein

Karl Eusebius von Liechtenstein (* 11. April 1611; † 5. April 1684 in Schwarz Kosteletz) war von 1627–1684 zweiter Fürst von Liechtenstein. Von 1639 bis 1641 war er Oberlandeshauptmann von Schlesien.

Leben[Bearbeiten]

Karl Eusebius war der älteste Sohn von Fürst Karl I. und stand zunächst unter der Vormundschaft seines Onkels, des Fürsten Maximilian. Als Karl Eusebius 1632 für volljährig erklärt wurde, erfolgte in Troppau und Jägerndorf, den beiden Herzogtümern Liechtensteins, die Huldigung der schlesischen Stände. Ab 1639 bekleidete er das Amt des Oberlandeshauptmanns von Schlesien. Nachdem durch eine Verordnung des Königs Ferdinand III. die ständische Mitwirkung beseitigt wurde, trat er aus Protest von diesem Amt zurück.

Sein primäres Ziel war aber die Restauration und Neuorganisierung seiner Familie, die durch den Dreißigjährigen Krieg stark belastet wurde, vor allem in finanzieller Hinsicht. Viele Territorien waren verwüstet und die Geldnöte stiegen auch noch, als herauskam, dass die Erwerbungen seines Vaters von der Hofkammer als unrechtmäßig abgestempelt wurden. Daraus resultierte eine Schadensersatzforderung von rund 1,7 Millionen Gulden.

Trotz mangelnder Ersparnisse investierte Fürst Karl Eusebius beträchtliche Summen in kulturelle Güter, so stammt von ihm folgender Ausspruch:

„Das Geldt ist nur, schene Monumenta zu hinterlassen zue ebiger und unsterblicher Gedechtnuss.[1]

Karl Eusebius von Liechtenstein

Karl Eusebius legte den Grundstein für die liechtensteinischen Kunstsammlungen. Des Weiteren war der Fürst ein brillanter Pferdezüchter, ein leidenschaftlicher Gärtner und ein Bauherr, der um 1675 ein eigenes architekturtheoretisches Traktat verfasste, das eine wichtige Quelle für das Architekturverständnis adeliger Bauherren des 17. Jahrhunderts darstellt.[2]

Verheiratet war er seit 1644 mit Johanna Beatrix von Dietrichstein-Nikolsburg. Sein Grab befindet sich in der Gruft des Hauses Liechtenstein in Vranov u Brna (Mähren).

Literatur[Bearbeiten]

  •  Herbert Haupt: Fürst Karl Eusebius von Liechtenstein 1611-1684. Prestel, Wien 2007, ISBN 978-3-7913-3341-0.
  •  Evelin Oberhammer (Hrsg.): Der ganzen Welt ein Lob und Spiegel, Das Fürstenhaus Liechtenstein in der frühen Neuzeit. Verlag für Geschichte und Politik / R. Oldenbourg Verlag, Wien / München 1990, ISBN 3-7028-0300-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Victor Fleischer: Fürst Karl Eusebius von Liechtenstein als Bauherr und Kunstsammler (1611-1684), Wien 1910, S. 15, in: Gerald Schöpfer (Hg.): Klar & Fest. Geschichte des Hauses Liechtenstein, in: Schriftenreihe der Arbeitsgemeinschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Sonderband 2, Graz 1996, S. 51.
  2. abgedruckt in: Victor Fleischer: Fürst Karl Eusebius von Liechtenstein als Bauherr und Kunstsammler (1611-1684). Wien 1910

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Karl I. Fürst von Liechtenstein
1627–1684
Johann Adam Andreas