Karl Friedrich von Dacheröden

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Karl Friedrich von Dacheröden oder Dachröden (* 22. April 1732 in Halberstadt; † 20. November 1809 in Erfurt) war ein deutscher Jurist.

Leben[Bearbeiten]

Karl Friedrich von Dacheröden wurde als Sohn des Regierungspräsidenten von Magdeburg Karl Friedrich von Dacheröden (1705–1742) und dessen Frau Charlotte Ludmilla von Posadowsky geboren. Wie sein Vater wurde er preußischer Verwaltungsbeamter und war mit 21 Jahren Landrat im preußischen Magdeburger Anteil der Grafschaft Mansfeld. Am 23. Juni 1763 wurde er mit einem Gehalt von 1600 Reichstalern zum Kammerpräsidenten in Minden ernannt. Laufend wurde er wegen nie gelieferter Unterlagen für den Adressenkalender des Fürstentums Minden gemahnt. 1765 geriet er in Verdacht, mit englischen Wechseln für Lieferungen aus dem Fürstentum Minden im Siebenjährigen Krieg unordentlich umgegangen zu sein. Er beschwerte sich über die die Wirtschaft behindernde Akziseordnung und führte eine Justizordnung ein, die Ärger erregte. Seine jährlichen Berichte wurden wiederholt gerügt.

Als König Friedrich II. 1771 Dacheröden als Vorsitzenden der Preußischen Kammer in Minden ablösen ließ - offenbar wegen Unordnung in der Kasse - und ihn zum Direktor der Neumärkischen Kammer ernannte, trat dieser den niederen Posten nie an und zog sich mit Schulden auf seine Güter in der Nähe Erfurts zurück. Er kam zur gleichen Stunde wie sein Freund, Fürstbischof Karl Theodor von Dalberg, in Erfurt an.

Neben einer französischen Gouvernante war in Erfurt der Journalist und Pädagoge Rudolph Zacharias Becker für die Erziehung der Dacheröderschen Kinder zuständig. Später wurde dieser von Johann Bernhard Basedow für sein Philanthropinum in Dessau abgeworben.

Ende desselben Jahres ließ sich Dacheröden mit seiner Frau Ernestina Friderica von Hopffgarten und seinen Kindern auch in der Stadt (heute „Dacherödersches Haus“, Am Anger 37/38) nieder. Von Anfang an führt er ein sehr gastfreundliches Haus, in dem sich z.T. regelmäßig Johann Wolfgang von Goethe, die Brüder Alexander und Wilhelm von Humboldt, Friedrich Schiller, Christoph Martin Wieland, Johann Gottfried Herder u.v.a. zum Gedankenaustausch trafen.

In Dacherödens Haus feierte Friedrich Schiller seine Verlobung mit Charlotte von Lengefeld und Wilhelm von Humboldt machte Caroline, einer Tochter Dacherödens, erfolgreich einen Heiratsantrag. Ferner hatte er den Sohn Ernst Ludwig Wilhelm von Dacheröden, geboren am 11. November 1764.

Nachdem Dacheröden viele Jahre Mitglied der 1754 gegründeten kurmainzischen Akademie nützlicher Wissenschaften in Erfurt gewesen war, wurde er 1778 Direktor der Akademie. Nach Übernahme der Kurmainzischen Statthalterschaft durch Karl Theodor von Dalberg und Neu-Belebung der Akademie-Zeitschrift wurde von Dacheröden 1781 Zensor für die eingehenden historischen und staatswissenschaftlichen Beiträge. Daneben schrieb er selbst Beiträge und hielt Vorlesungen. Darauf wählte man ihn 1785 zum Präsidenten der Akademie. Als solcher wurde er Nachfolger von Prof. Hieronymus Friedrich Schorch.

Dacheröden hatte von seiner Großmutter das Rittergut Grumbach im Amt Langensalza geerbt, das er am 16. März 1785 in Burgörner an Johann Gottlob von Dachröden verkaufte.

Im Alter von 77 Jahren starb Karl Friedrich von Dacheröden in Erfurt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ilse Foerst-Crato: Karl Friedrich von Dacheröden. Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins, Jahrgang 49 (1977), S. 131–136.