Karl Holey

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Karl Holey (* 6. November 1879 in Tetschen, Böhmen; † 6. März 1955 in Wien) war ein österreichischer Architekt und Denkmalpfleger. Er war von 1937 bis 1955 Dombaumeister von St. Stephan.

Leben[Bearbeiten]

Pfarrkirche Rust im Tullnerfeld (1947/49)
Pfarrkirche Nikitsch (1931/32)
1923: Pfarrkirche Niederkreuzstetten: Neues achteckiges Langhaus mit Tonnengewölbe und tiefen Stichkappen zum gotischen kreuzrippengewölbten Chor aus dem 15. Jahrhundert
Bischofsthron im Klagenfurter Dom, 1930 von Karl Holey entworfen

Der Sohn eines Forstkontrollors ging in Leitmeritz zur Schule und studierte an der Technischen Hochschule in Wien, wo er auch von 1904 bis 1906 als Assistent tätig war. Von 1908 bis 1925 war Holey Beamter der Zentralkommission für Kunst- und historische Denkmale, dann von 1915 bis 1932 Generalkonservator (Titel ab 1926) der österr.-ung. Denkmalpflege bzw. des Denkmalamts der österreichischen Ersten Republik. 1925 wurde Holey als ordentlicher Professor für Baukunst an der Technischen Hochschule Wien berufen, an der er schon seit 1915 als außerordentlicher Professor lehrte.

Karl Holey war vor allem Bauhistoriker, Denkmalpfleger, Dombaumeister und als Architekt überwiegend Kirchenbauer. In der Ära des Roten Wien war Holey allerdings auch im kommunalen Wohnbau tätig. Er stand ebenso wie sein Kollege Siegfried Theiss in einem gewissen Gegensatz zur Schule Otto Wagners. Holey war mit dem Regime des Ständestaats stark verbunden und ab 1934 Mitglied des Bundeskulturrats. Von 1937 bis 1938 war er Rektor der Technischen Hochschule Wien (1938 freiwilliger Rücktritt) und wurde ab 1945 Leiter des Wiederaufbaus des Doms in Salzburg. 1946 erfolgte seine neuerliche Ernennung zum Rektor der Technischen Hochschule Wien. Ab 1951 als Professor im Ruhestand, blieb er in seinen Interessensgebieten aktiv.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Holey erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem wurde er 1950 Ehrenbürger der Stadt Wien. Von 1930 bis 1931 war er Präsident der Katholischen Akademiker-Gemeinschaft, ab 1947 Präsident des Vereins für Denkmal- und Stadtbildpflege, heute Österreichische Gesellschaft für Denkmal- und Ortsbildpflege. 1954 erhielt er das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich[1]. 1965 wurde ihm zu Ehren ein Platz in der Per-Albin-Hansson-Siedlung Nord im 10. Bezirk Holeyplatz benannt.

Realisationen[Bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten]

  • Die Grundsätze der modernen Denkmalpflege bei Kirchenrestaurierungen. In: ZÖIAV 61.1909, S.176
  • Praktische Denkmalpflege und Heimatschutz. In: ZÖIAV 62.1910, S.32
  • Der diokletianische Kaiserpalast in Spalato. In: ZÖIAV 62.1910, S.454f
  • Ein Denkmalschutzgesetz für Österreich: Erläuterungen. In: Flugschriften des Vereines zum Schutze und zur Erhaltung der Kunstdenkmäler Wiens und Niederösterreichs. 1911, S.55
  • Die Zukunft des Karlsplatzes. Wien 1911
  • Wiener Platz- und Denkmalfragen. In: Mitteilungen der Zentralvereinigung österr. Architekten, 1918, H.7
  • Zur hundertsten Wiederkehr des Geburtstages von Dombaumeister Friedrich v.Schmidt. in: ZÖIAV 77. 1925, S.434ff
  • Zum Wiederaufbau des St. Stephansdomes in Wien. In: ZÖIAV 91.1946, S.1-5, Abb.1-5

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Engelhart: Dombaumeister Hofrat Prof. Dr. techn. Dr. h.c. Karl Holey - 75 Jahre. In: Zeitschrift des Österreichischen Ingenieur- und Architektenvereins (ZÖIAV) 99, 1954, S. 260f., (mit Porträt).
  • Karl Kupsky: Dombaumeister Hofrat Prof. Dr. techn Karl Holey - 70 Jahre. In: Zeitschrift des Österreichischen Ingenieur- und Architektenvereins (ZÖIAV) 94, 1949, S. 181–184, (mit Porträt).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Karl Holey – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  • Inge Podbrecky: Das österreichische Institutsgebäude in Rom: Architektur und Identität, in: Römische historische Mitteilungen, 52. Band/2010, 323-371


  1. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)
  2. Bundesdenkmalamt (Hg.): Dehio-Handbuch – Die Kunstdenkmäler Österreichs – Burgenland. 2. Auflage, Wien 1980, S. 215, ISBN 3-7031-0493-7.
  3. Bundesdenkmalamt (Hg.): Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Niederösterreich, südlich der Donau. Teil 2, Seite 1881, Verlag Berger, Horn/Wien 2003, ISBN 3-85028-365-8.