Karl Peissner

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Karl Peissner (* 24. Dezember 1890 in Auerbach in der Oberpfalz, Bayern; † 28. Juni 1952 in Altstätten, SG, Schweiz) war Musikdirektor und Komponist in Füssen, Hochdorf LU und Altstätten SG.

Inhaltsverzeichnis

Familie [Bearbeiten]

Karl Peissner stammt aus einer alten Musiker- und Türmerfamilie. Der erste belegbare Peissner hiess Zacharias Ignatius, war vor 1692 in Hirschau beschäftigt und ging als Türmer nach Auerbach.

Die Familie Peissner lebte seit Generationen in der Stadt Auerbach. Sein Vater Johann Peissner war der letzte Peissner Türmer und wurde 1898 Chorregent in Auerbach in der Oberpfalz. Am 24. Dezember 1890 wurde Karl Peissner in Auerbach Oberpfalz geboren. Seine Schwester Margarete war auf den Tag genau 10 Jahre älter, beide sind an Weihnachten auf die Welt gekommen. Mit 29 Jahren heiratete Karl im Juni 1919 Kreszentia Betz aus Füssen in Hochdorf bei Luzern, die im Jahre 1937 in Altstätten starb. Am 29. Dezember 1921 gebar seine Frau eine Tochter Annelies, die in Basel am 3. Februar 2009 starb. An einem Musikkongress 1938 in Wiesbaden lernte er seine zweite Frau kennen, die musikalisch ausgebildet im Orgelspiel, Klavier und Gesang war. Sie heirateten 10. August 1939 in Gustavsburg. Aus dieser Ehe wurden zwei Kinder geboren, Bruno und Rainer.

Leben [Bearbeiten]

Der junge Karl sollte jedoch nicht Musiker, sondern Lehrer werden und hatte dann auch das Lehrerseminar der Stadt Amberg zu besuchen. Nach dem Tode seines Vaters ging er aber sofort, seiner angeborenen Berufung und dem Rate des ausgezeichneten Amberger Chorregenten Böhm folgend, zur Musik über. Und von Böhm erhielt er dann auch den ersten Musikfachunterricht. Nach einer dreijähriger Vorbereitung ging er 1911 für ein Jahr auf die Kirchen-Musikschule Regensburg. Dort lernte er bei Weinmann, Grießbacher, Renner und Engelhardt. Beim Abschluss dieser Studienjahre führte der Regensburger Domchor in einer Schlussfeier ein «Gloria» von Karl Peissner auf. Schon diese Komposition, die von der Kritik «als Werk der Sturm- und Drangperiode eines talentvollen Musikers» bezeichnet wurde, brach bereits entschieden mit der sog. Regensburger Tradition und bewegte sich für die schon damalige Zeit in ganz neuen Bahnen.

Vor dem Ersten Weltkrieg übte Peissner seine erste Berufstätigkeit als stellvertretender Musikdirektor in der allgäuischen Bezirksstadt Füssen aus. Von 1915 bis 1918 war er beim Militär, zuletzt stationiert in Lindau und seit dem Jahre 1919 als Chordirektor in Hochdorf, Kanton Luzern.

Im Jahre 1924 wurde er schon mit 34 Jahren, theoretisch und praktisch bestausgewiesener Musiker, als Nachfolger von Musikdirektor J. N. Thür nach Altstätten berufen. Und hier wirkte er 28 Jahre bis zu seinem Tode als erfolgreicher Organist der katholischen Kirchgemeinde, als Dirigent des Cäcilienvereins, des Orchesters, des Männerchors Constantia, des Frauenchors Frohsinn, des Töchterchors des Institutes «Maria Hilf», sowie als Privatmusiklehrer.

Von 1929 bis 1930 ging er von Altstätten im Rheintal aus wöchentlich zwei bis drei Tage an die staatliche Akademie der Tonkunst nach München und studierte Kirchenmusik bei Berberich und Kompositionslehre bei Haas. Dabei musste er seine Verpflichtungen als Musikdirektor mit dem Studium in Einklang bringen. Es entstand auch nach dem Studium mit den beiden Lehrer ein reger Briefverkehr.

Seit 1947 besorgte Direktor Peissner die Chefredaktion der im Kirchenmusikverlag Meinrad Ochsner & Co. Einsiedeln erscheinenden Monatsschrift für katholische Kirchenmusik «Der Chorwächter». Er starb am 28. Juni 1952 in Altstätten SG.

Werk [Bearbeiten]

Zu Karl Peissners musikalischen Werken gehören 22 Messen, 20 Motetten, elf Marienbilder, fünf Chorwerke, eine geistliche Chorsinfonie, Teil 1 und Teil 2, sowie einige weltliche Lieder.

Im Laufe seiner Amtszeit wurden einige Konzerte und Operetten unter Peissners Leitung aufgeführt. So dirigierte er am 4. November 1934 ein Symphonie-Konzert von Beethoven und Cello-Konzert von Haydn mit Cello Solisten Franz Hindermann St. Gallen. Musikpädagoge Dr. Leo Rinderer (1895-1987) urteilte im Anschluss: «Die ersten Lorbeeren gebühren dem Führer, der Seele des Abends, dem bestbekannten Komponisten und Dirigenten, Herrn Direktor Karl Peissner. An all dem vorerwähnten Guten und Anerkennungswerten trägt er den Löwenanteil. Das volle Gelingen des Konzertes verdankt Altstätten neben der tüchtigen Mitwirkung aller Spieler in erster Linie seinem hochbegabten, unermüdlichen und energischen Dirigenten, der sich ein Orchester heranzuziehen verstand, das frei und beweglich dem klar geführten Dirigentenstabe restlos zu folgen vermag. Alles in allem, Programm und Ausführung boten vollen Genuss!»

Das Jubiläumskonzert vom 29. Oktober 1950 in der katholischen Kirche Altstätten zur Feier der 25-jährigen Dirigententätigkeit von Karl Peissner war sein letztes Konzert. Zum ersten Teil gehörten „Fuge in a-Moll“ und „Singet dem Herrn ein neues Lied“ von Joh. Seb. Bach, „Sancta Maria, mater Dei“ und „Laudate dominum“ von W. A. Mozart und „Gott in der Natur“ von Franz Schubert. Die Originalpartitur des zweiten Teils, „Geistige Chor-Sinfonie“ von Karl Peissner, ist im Landesmuseum in Bern gelagert.

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