Karl Raetsch

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Bruno Raetsch: Porträt Karl Raetsch

Karl Raetsch (* 1. Oktober 1930 in Berlin; † 2. Mai 2004 in Potsdam) war ein deutscher Maler.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Aufgewachsen ist Karl Raetsch in Fürstenwalde/Spree. Nach dem Schulbesuch machte er zunächst eine Lehre als Elektromonteur, danach besuchte er weiter die Schule bis zum Abitur, nebenbei bildete er sich durch Teilnahme an Malkursen künstlerisch weiter. Das ermöglichte ihm 1953-58 ein Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei den Professoren Erich Fraaß und Paul Michaelis. Nach dem Abschluss heiratete er Barbara Raetsch und siedelte nach Potsdam über. 1962 und 1964 wurden die Söhne Bruno und Robert geboren. 1979 begann er mit dem Ausbau der Friedhofskapelle auf Hermannswerder zu seinem Atelier und zur Galerie. Hier arbeitete er bis zu seinem Tode als freischaffender Maler und Grafiker.

Das umfangreiche, in fast einem halben Jahrhundert entstandene Werk von Karl Raetsch umfasst hauptsächlich Gemälde, darunter viele Landschaften und unzählige Einzel- und Gruppenporträts, die aus eigenem Antrieb oder auch im Auftrag entstanden. Sie lassen durchweg eine gewisse Distanz zu dem geforderten positiven Bild erkennen. Mit den Jahren zunehmend und besonders nach der politischen Wende äußerte sich sein Unmut in märchenhaft-expressiven Bildern der gesellschaftlichen Kräfte und in karikierender Darstellung der handelnden Personen.

Von den grafischen Techniken hat Karl Raetsch besonders den Holzschnitt und das Aquarell gepflegt. Neben einer Vielzahl von etwa postkartengroßen Schnitten entstanden großformatige, von mehreren Platten gedruckte farbige Schnitte, zum Beispiel zu den Märchen der Brüder Grimm. Unübersehbar erscheint die Zahl der Aquarelle, die insbesondere auf Reisen entstanden und wie die Holzschnitte eine Verwandtschaft zu den Arbeiten des Expressionismus erkennen lassen.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1977 Theodor-Fontane-Preis für Kunst und Literatur
  • 1981 FDGB-Kunstpreis

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Einzel-Ausstellungen[Bearbeiten]

Karl Raetsch, Selbstbildnis, 1991, Ausschnitt
Spinnaker, Ölgemälde, auf einer Olympiabriefmarke der DDR von 1980
  • 1970 Potsdam, Kulturhaus „Hans Marchwitza“
  • 1978 Cottbus, Kunstsammlung; Stettin, Schloss
  • 1981 Potsdam, Staudenhofgalerie
  • 1987 Fürstenwalde/Spree, Städtische Galerie im Alten Rathaus
  • 1994 Bonn, Kurfürstliches Gärtnerhaus
  • 1996 Potsdam, Potsdam-Museum
  • 2001 Potsdam, Stadt- und Landesbibliothek

Ausstellungen mit Barbara Raetsch u.a.[Bearbeiten]

  • 1990 Bad Kösen, Kunsthalle
  • 1990 Berlin, Domäne Dahlem (mit Wolfgang Wegener)
  • 1991 Essen, Forum Bildender Künstler (mit Walter Lauche)
  • 1992 Loccum, Evangelische Akademie
  • 1997 Rheinsberg, Kurt-Tucholsky-Gedenkstätte
  • 1998 Wustrau, Deutsche Richterakademie
  • 1999 Potsdam, Altes Rathaus (Gruppenausstellung)
  • 2000 Fürstenwalde/Spree, Städtische Galerie im Alten Rathaus
  • 2001 Potsdam, Mittelbrandenburgische Sparkasse; Schwedt, Galerie im Ermelerspeicher; Prenzlau, Dominikanerkloster
  • 2004 Potsdam, Galerie Burstert und Albrecht
  • 2005 Potsdam, Altes Rathaus

Teilnahme an den zentralen Kunstausstellungen der DDR in Dresden (VI., VII., IX. und X.) sowie an internationalen Ausstellungen (Polen, UdSSR, ČSSR und Bulgarien).

Dazu ständig wechselnde Ausstellungen mit Barbara Raetsch in der Kapelle Hermannswerder.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Raetsch. Malerei, Potsdam 1981
  • Karl Raetsch. Malerei - Grafik, Frankfurt/Oder 1987
  • Karl Raetsch. Portraits und kritische Reflexionen. Gemälde 1980 bis 1990, Berlin-Zehlendorf 1990
  • Karl Raetsch. Kopf und Kragen. Porträts aus Politik und Gesellschaft, Potsdam 1998
  • Karl Raetsch. Bilder aus fünf Jahrzehnten, Potsdam 2005 (mit Texten von Wolfgang Wegener und Karl-Robert Schütze)
  • Karl-Robert Schütze, Karl Raetsch. Gemälde - Aquarelle - Grafik, Berlin 1995, ISBN 3928589040

Weblinks[Bearbeiten]